2. HBL
Essen trotzt dem Spitzenreiter einen Punkt ab
TuSEM Essen vs. SG BBM Bietigheim - Game Highlights
Foto: Ewert
Überraschung in der 2. Handball-Bundesliga: Der TUSEM Essen trennt sich in einem intensiven Duell mit dem Spitzenreiter aus Bietigheim 33:33 (19:18). Nach zwischenzeitlicher Führung in der Schlussphase müssen sich die Gastgeber mit einem Remis begnügen, zeigen dabei jedoch eine starke und disziplinierte Leistung.
Nach der Länderspielpause wartete auf den TUSEM eine harte Aufgabe. Zu Gast war der aktuelle Spitzenreiter aus Bietigheim, der im Aufstiegskampf die nächsten Punkte sammeln wollte. Über 2200 Zuschauer waren in die Sporthalle „Am Hallo“ gekommen – und sie sahen von Beginn an ein intensives Spiel.
In der Anfangsphase hatten die Gäste noch leichte Vorteile auf ihrer Seite, aber der TUSEM fand schnell in die Begegnung. In der Abwehr standen die Essener stabil, der Innenblock aus Valentin Willner und Tom Wolf stellte die Gegner vor einige Probleme. Es war nicht leicht durch die Abwehr des TUSEM hindurchzukommen. Und dann war da noch Torhüter Finn Knaack, der im Laufe des Spiels mehrmals die Endstation einiger Bietigheim-Angriffe sein sollte.
Im Angriff lief es für die Gastgeber sehr gut. Kaum eine Chance blieb ungenutzt, was sich zum Beispiel in der Statistik von Nils Homscheid (Foto) zeigen sollte. Am Ende der Partie kam der Rückraumspieler auf zwölf Treffern und eine Abschlussquote von 100 Prozent. Homscheid marschierte voran, zog die Fäden im Zentrum und fand immer wieder eine Lücke in der gegnerischen Abwehr. Zusammen mit Max Neuhaus und Max Hejny war der Rückraum des TUSEM nur schwer zu stoppen, weshalb sich die Essener eine verdiente Führung erspielen konnten (13:10, 19.).
Einige Ballgewinne und schnelle Gegenstöße sorgten dafür, dass Gäste-Trainer Iker Romero eine Auszeit nehmen musste. Es lief danach zwar etwas besser für sein Team, aber der TUSEM ließ sich nicht aus dem Fluss bringen und machte bis zur Pause weiter. Angetrieben von einer tollen Atmosphäre in der Halle, blieben die Essener in Führung und gingen mit einem verdienten 19:18 unter Applaus in die Halbzeitpause.
Zu Beginn der zweiten Hälfte lief es für die Hausherren zunächst etwas holprig. Die ersten Abschlüsse fanden nicht den Weg ins Tor, stattdessen unter anderem in die Hände von Torhüter Martin Tomovski. Bietigheim nutzte das, um das Spiel zu drehen und lag plötzlich in Führung (19:20, 33.). Aber der TUSEM legte schnell wieder nach, packte beherzt zu und hatte im Angriff viele Ideen. So war die Partie erneut auf den Kopf gestellt und die Essener erhöhten sogar auf 25:22 (42.). Hier war der Höhepunkt der Partie erreicht, denn die Gastgeber feierten zunächst eine gelungene Abwehraktion, erzielten ein sehenswertes Tor per Kempa-Trick, was die Stimmung zum Kochen brachte, und zwangen die Bietigheimer zur zweiten Auszeit.
Es bliebt ein Spiel auf Augenhöhe, auch in der Schlussphase. Dank einer starken und disziplinierten Leistung erspielte sich der TUSEM eine 33:30-Führung (55.). Es waren dann nur Kleinigkeiten, die den Heimsieg verhinderten. Hier ein ungenauer Pass, da ein technischer Fehler. Das nutzte der Tabellenführer aus – unter anderem durch die Tore von Jonathan Fischer - und kam zum Ausgleich. Er hatte sogar noch die Chance auf den Siegtreffer, doch den letzten Wurf wenige Sekunden vor dem Ende lenkte Finn Knaack an die Latte und dann ins Toraus. Ende, Unentschieden.
„Wir sind in das Spiel hineingegangen und wollten es gewinnen. Aber wir wussten natürlich, dass der Tabellenführer schwer zu schlagen sein wird. Aber es war sofort die Hitze da, das ganze Team war da und dann war es einfach nur ein Rausch. Wir haben alles mitgenommen und sind mit einem Punkt aus dem Spiel gegangen. Natürlich ist es ärgerlich, dass wir nicht gewonnen haben. Aber in unserer Situation gerade ist es gut, jeden Punkt mitzunehmen. Wir nehmen auf jeden Fall Rückenwind für die nächsten Spiele mit“, sagte Torhüter Finn Knaack nach dem Unentschieden.
Auch sein Trainer Kenji Hövels war zufrieden: „Klar, wir hätten das Spiel gewinnen können. Aber wir wären die größten Idioten, wenn wir uns das einreden würden. Wir sind ein Punkt näher an unserem Ziel und das war für uns ein Big Point. Ich bin unheimlich stolz auf die Mannschaft und sehr glücklich mit dem Punkt. Für mich hat Bietigheim eine der besten Defensiven der Liga. Wir wussten, dass es im Sechs-gegen-Sechs schwierig werden würde, deswegen haben wir es oft im Sieben-gegen-Sechs versucht. Da waren wir sehr diszipliniert. Das Spiel zeigt, dass wir da sind. Wir müssen weiter an uns glauben und unsere Hausaufgaben machen.“













