2. HBL
Eulen Ludwigshafen feiern Big Points: Heimsieg im 4-Punkte-Spiel gegen Krefeld
Eulen Ludwigshafen vs. HSG Krefeld Niederrhein - Game Highlights
Foto: Reis
Die Eulen Ludwigshafen haben am Mittwochabend ein Schlüsselspiel im Abstiegskampf der 2. HBL gewonnen und sich mit einem hart erkämpften Heimsieg gegen die HSG Krefeld Niederrhein Luft verschafft. Vor 1.842 Zuschauern setzten sich die Pfälzer in einem dramatischen 4-Punkte-Spiel mit 30:27 (14:14) durch und bauten den Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz auf acht Zähler aus.
Vor dem Anpfiff die große Stille – eine Schweigeminute im Gedenken an den am 4. Februar als Opfer eines brutalen Verbrechens getöteten Zugbegleiter Serkan Çalar. Hallensprecher Thomas Stüber verlas folgenden Text: „Liebe Handballfreunde, ich möchte Sie bitten, sich von Ihren Plätzen zu erheben. Wir trauern um Serkan Çalar. Er war 16 Jahre lang Mitarbeiter der Deutschen Bahn und als Zugbegleiter bei seinen Kolleginnen und Kollegen sehr geschätzt. Am 2. Februar wurde der Ludwigshafener während seines Dienstes in einer Regionalbahn Opfer einer Gewalttat. Zwei Tage später ist er an den Folgen seiner schweren Verletzungen gestorben. Serkan Çalar wurde nur 36 Jahre alt. Unser Mitgefühl gilt seinen beiden Kindern, seiner Verlobten, seinen Eltern und seiner Familie. Wir sind fassungslos. Im August wollen wir mit einem Benefizspiel in der Saisonvorbereitung an ihn erinnern und bitten schon jetzt um einen Moment des Innehaltens.“
In den ersten 30 Minuten funktionierte das Zusammenspiel zwischen Abwehr und Torhüter nicht. Mats Grupe hatte nur eine Parade und wurde nach 26 Minuten durch Žiga Urbič im Tor abgelöst. Nach 28 Minuten führte der Gast, angeführt vom ganz starken Winterneuzugang Marvin Kix aus Potsdam, 14:11. Tim Schaller vom Siebenmeterstrich zum 12:14 und Marc-Robin Eisel zum 13:14 brachten die Eulen zurück ins Spiel. Eine Sekunde vor der Ertönen der Pausensirene egalisierte Eisel mit einem Kraftakt zum 14:14. Trainer „Micha“ Haaß wusste, wie wichtig der Ausgleich für die Köpfe seiner Jungs war.
Von sechs ursprünglich eingeplanten Rückraumspielern fehlten vier: Vincent Bülow, Nici Waldvogel, der zuletzt schussstarke René Zobel und Top-Torjäger Friedrich Schmitt. Der im Nachgang verpflichtete Matteo Menges bereichert den Rückraum durch Schnelligkeit und Mut. Er machte 4 von 9. Vorentscheidend die Phase zwischen der 36. Minute und 42. Minute nach der ersten von fünf wichtigen Urbič-Paraden. Mit einem 4:0-Lauf durch Mihailo Ilic (2 von 3), Eisel, einem fantastischen Steal von Kian Schwarzer und einen Volltreffer von Finn Leun setzten sich die Eulen auf 22:27 ab. „Der Steal von Kian war Gold wert“, schwärmte Trainer Haaß. Es wurde aber nochmal eng, zumal Schaller nach drei verwandelten Siebenern in der 56. Minute an Durmic scheiterte. In der 58. Minute gelang Falk Kolodziej das 25:27. Die Uhr zeigte 58.02 als Eisel das 28:25 markierte. 59.14: Schneider verkürzt nochmals – 26:28. Alex Falk antwortet gekonnt mit dem 29:27. Roses 29:27 folgt der Schlusspunkt. Den setzt Menges, der Quirl: 30:27. „Ich bin stolz, was die Mannschaft in der Drucksituation geleistet hat“, lobte Eulen-Coach Haaß, gerade auch angesichts der engen Personallage. „Ich wusste angesichts der Ausfälle um meine Verantwortung“, sagte Marc-Robin Eisel. Seine Schulterverletzung vermochte der Spielmacher auszublenden, machte 8 von 10. Ein Sonderlob des Trainers verdiente sich Finn Leun (6 von 8). Nach Zobels Ausfall musste der Linkshänder 60 Minuten durchspielen. „Der Junge hatte hier auch schon schwierige Zeiten“, lobte Trainer Haaß den Mann des Willens und freute sich mit ihm.













