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2. HBL

Furioser Derbysieg: Gallier sichern sich gegen Bietigheim die Meisterschaft

Sonntag, 7. Juni 2026

HBW Balingen-Weilstetten vs. SG BBM Bietigheim - Game Highlights

Foto: Müller

Mit einer beeindruckenden Leistung hat sich der HBW Balingen-Weilstetten am letzten Spieltag die Meisterschaft in der 2. Handball-Bundesliga gesichert. Vor ausverkauftem Haus in der „Hölle Süd“ fegten die Gallier den bisherigen Tabellenführer SG BBM Bietigheim mit 36:22 (17:11) vom Feld und krönten eine herausragende Saison mit dem Titelgewinn.

Schon lange vor dem Anpfiff war in der Arena spürbar, dass dies kein gewöhnliches Spiel werden würde. Die Gäste aus Bietigheim hatten zahlreiche Fans mitgebracht, die sich beim Einlauf ihrer Mannschaft lautstark bemerkbar machten. Die Gallier-Fans hielten jedoch dagegen – ein ohrenbetäubender Lärmpegel, der an die ganz großen Highlights aus der Balinger Erstligavergangenheit erinnerte. Vom Anpfiff weg waren beide Mannschaften sofort auf Betriebstemperatur. „Wir machen Balingen kaputt“, hatte Bietigheims Trainer Iker Romero am vergangenen Heimspieltag nach dem Remis gegen Potsdam noch lautstark verkündet. Dementsprechend robust gingen seine Schützlinge zu Werke. Die Hausherren standen dem Spitzenreiter jedoch in nichts nach und packten in der Abwehr ebenfalls beherzt zu. Beide Defensivreihen schenkten sich keinen Zentimeter, was auch das Schiedsrichtergespann Lukas und Robert Müller (Neubrandenburg / Potsdam) von der ersten Minute an forderte. Die Unparteiischen leiteten die packende Partie jedoch zu jeder Zeit souverän.
Das 1:0 durch Maxim Orlov in der zweiten Spielminute sollte die einzige Führung für die Gäste am gesamten Abend bleiben. Merlin Fuß glich postwendend aus, ehe Elias Fügel per Tempogegenstoß auf 2:1 stellte. Die Intensität nahm von Minute zu Minute zu, wobei sich die Hausherren spielerische Vorteile erarbeiteten. Nach einer berechtigten Zeitstrafe gegen HBW-Kapitän Tobias Heinzelmann beim Stand von 6:3 ging mit Gästetrainer Iker Romero das spanische Temperament durch: Nach lautstarken Protesten an der Seitenlinie durfte sich der Coach am Ende glücklich schätzen, dass es die Unparteiischen bei einer Gelben Karte beließen.
Während beim Gäste-Coach die Nerven blank lagen, blieben die Gallier trotz aller Emotionalität voll in ihrem Flow. Die Balinger Abwehr rührte zunehmend Beton an und der Ex-Bietigheimer Daniel Rehmann im HBW-Gehäuse entwickelte sich immer mehr zum unüberwindbaren Faktor. Im Angriff bauten Yonathan Dayan, Elias Huber und Co. den Vorsprung Tor um Tor aus. In der 25. Minute drückte SG-Coach Romero bereits zum zweiten Mal den Auszeitbuzzer – seine erste Unterbrechung nur fünf Minuten zuvor war völlig verpufft. Doch auch die neuen Instruktionen halfen nicht: Die Hausherren fanden weiterhin die Lücken im Bietigheimer Verbund und verabschiedeten sich mit einer hochverdienten 17:11-Führung in die Kabine.
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Wer die enorme Qualität im Bietigheimer Kader kennt, hätte wohl niemals damit gerechnet, dass die endgültige Vorentscheidung im Kampf um die Meisterschale direkt nach dem Seitenwechsel fallen würde. Die Halle hatte sich auf ein Aufbäumen der Gäste eingestellt, doch die Gallier machten sofort kurzen Prozess. Flügelflitzer Sascha Pfattheicher – der nach dem Schlusspfiff auch noch als Torschützenkönig der Liga ausgezeichnet wurde – erhöhte umgehend auf 18:11, ehe Tim Grüner zum 19:11 nachlegte. Diese beiden schnellen Treffer zogen den Gästen etwas den Zahn. Bei der SG wuchs die Nervosität, es folgten Fehlwürfe und technische Fehler, welche die furios aufspielenden Gallier eiskalt zu einer Zehn-Tore-Führung (21:11) nutzten. Selbst die letzte Auszeit des gegnerischen Trainers verpuffte wirkungslos. Kapitän Heinzelmann und Top-Scorer Pfattheicher schraubten das Ergebnis auf 23:11 (39. Min.) und sorgten damit bereits frühzeitig für mehr als nur eine Vorentscheidung.
In der verbleibenden Spielzeit versuchten die Gäste zwar weiterhin alles, doch die Gallier ließen absolut nichts mehr anbrennen. HBW-Coach Matthias Flohr nutzte in der Folge die gesamte Breite seines Kaders und schenkte jedem seiner Spieler wertvolle Einsatzzeiten, damit jeder Einzelne diese unglaubliche Atmosphäre in sich aufsaugen konnte. Auf der Balinger Bank wurde die Meisterschaft bereits Minuten vor dem Ende ausgelassen gefeiert, ehe mit dem Schlusspfiff alle Dämme brachen und der Jubel in der „Hölle Süd“ keine Grenzen mehr kannte.

Quelle: HBW Balingen-Weilstetten

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