2. HBL
Hagen dominiert Dormagen im NRW-Derby
VfL Eintracht Hagen vs. TSV Bayer Dormagen - Game Highlights
Foto: Meyrich
Mit einem verdienten 37:34 (22:15)-Erfolg gegen den TSV Bayer Dormagen hat der VfL Eintracht Hagen am Freitagabend die nächsten beiden Zähler eingefahren. Die Hausherren dominierten lange deutlich, ließen Dormagen nach zwischenzeitlicher Elf-Tore-Führung aber noch einmal herankommen.
Beide Mannschaften taten das, was viele Experten bereits im Vorfeld prophezeit hatten. Sie drückten aufs Tempo. Und zwar in maximaler Ausprägung. Der bessere Start, er gelang vor 1.237 Zuschauern an diesem Freitagabend der Eintracht. Gerade einmal fünfeinhalb Minuten waren gespielt in der Ischelandhalle, da bat Dormagens Coach Julian Bauer bereits zur ersten Auszeit. Mit 7:2 lag die Eintracht zu diesem Zeitpunkt in Führung, weil es in atemberaubender Geschwindigkeit rauf und runter gegangen war.
Die Eintracht machte es in dieser ersten Phase deutlich besser und vor allem kaum Fehler, so dass diese frühe, hohe Führung durchaus in Ordnung ging. Aber: Der Gast unterbrach mit diesem ersten Team-Timeout den Hagener Flow und fortan verlief die Partie viel ausgeglichener.
Während die Eintracht-Fehlerkurve jetzt vor allem eine Richtung kannte, nämlich nach oben, stabilisierte der Gast sein Spiel. Sukzessive knabberten die Gäste so ihren Rückstand ab und waren spätestens nach Luca Krists Treffer zum 15:14 (22.) plötzlich komplett zurück im Spiel.
Dass die Eintracht dennoch nur acht Minuten später mit einer komfortablen 22:15-Führung in die Kabine ging, hatte mehrere Gründe. Der inzwischen eingewechselte Dennis Wipf im Eintracht-Tor war schnell und sehr effizient drin im Spiel und Jan von Boenigk führte den tempobetonten Eintracht-Angriff mit viel Durchschlagskraft an, während es Bayer nun nicht mehr schaffte, das zwischenzeitliche Aufholniveau zu halten.
Alles in Butter also aus Eintracht-Sicht? – Nein. Denn die Hausherren kamen nach Wiederanpfiff der komplett unaufgeregten und gerade deshalb extrem souveränen Unparteiischen Leon Bärmann und Nico Bärmann mit einer Attitüde der Nachlässigkeit aus der Pause. Im Abschluss fehlte der eine oder andere Zentimeter, dazu technische Fehler – Dormagen schickte sich beim 23:18 an, sich wieder heranzumogeln.
Dazu kam es nicht. Die Eintracht – und diese extremen Wellenbewegungen kennzeichneten den Abend ein Stück weit – kam wieder zurück und stellte in einem sehr konzentrierten Schwung auf 30:19 (Linus Kutz/42.). Vor allem das Hagener Tempospiel machte hier den Unterschied.
Letztlich war das zwar ein klarer Fingerzeig zur Vorentscheidung, aber eben auch nicht mehr. Denn die Eintracht verpasste es jetzt, den Deckel früh drauf zu machen und die Partie entspannt zu Ende zu spielen. Dormagen hingegen ließ sich nicht abschütteln, kam immer wieder zurück und verhinderte, dass die Ischelandhalle frühzeitig in den Feiermodus schaltete. Stattdessen blieb lange, lange Zeit immer dieses latente Gefühl im Hinterkopf, dass da vielleicht doch noch etwas passieren könnte. Ein Stück weit war es auch ein Erfahrungsgewinn für die nun sehr junge Eintracht-Truppe, die auf dem Feld stand.













