2. HBL
Heimischer Erfolg: Nordhorn-Lingen bezwingt Lübbecke
HSG Nordhorn-Lingen vs. TUS N-Lubbecke - Game Highlights
Foto: Bültmann
Am Samstagabend hat die HSG Nordhorn-Lingen gegen den TuS N-Lübbecke mal wieder ihr Sonntagsgesicht gezeigt. Nach dem Handballfest gegen die Topmannschaft aus Dresden und der Ernüchterung in Lübeck gelang gegen die Ostwestfalen in der sehr gut besuchten EmslandArena wieder ein eindrucksvoller Erfolg. Sofern sie es mit den Gastgebern hielten, freuten sich knapp 2.900 Handballfans über den 34:32-Sieg nach einem Remis zur Pause.
Der HSG stand bis auf Rajkovic der erwartete Kader zur Verfügung, auch die unter der Woche leicht erkrankten Wilhelm und Potgeter waren dabei. Wie angekündigt, fehlten bei Nettelstedt-Lübbecke mit Weßeling, Kapitän Genz und dem ehemaligen Nordhorner Heiny im Rückraum drei Akteure. Sehr schmerzhaft für die zuletzt fünfmal nacheinander siegreichen Männer aus dem Mühlenkreis war zudem der kurzfristige, verletzungsbedingte Ausfall von Spielmacher Haugen Furu. Und damit rein in die Partie, die von den äußerst erfahrenen DHB-Elitekader-Referees Thöne und Zupanovic geleitet wurde – und das bestens, wie wir vorwegnehmen können.
Van der Merwe, Lux, Ruddat, Wilhelm, Sokolic, Bandlow und Zintel begannen, Marschall kam offensiv für unseren Kroaten. Nettelstedt startete wie zuletzt mit einer 5:1-Deckung, Dräger agierte vorgezogen. Der Auftakt missriet: Als es 0:3 stand, wies Keeper Grabenstein schon drei Paraden auf. Die HSG fand zunächst kaum ein Mittel gegen die TuS-Defensive, die vom ehemaligen Abwehrspezialisten Dominikovic bestens eingestellt worden war. Dann brachen Wilhelm und Ruddat den Bann.
Die HSG war nun offensiv im Spiel angekommen, doch der Gast, welcher von einer beachtlichen Fangruppe unterstützt wurde, blieb leidenschaftlich, aggressiv und vor allen Dingen effizient. Immerhin: Der erste Siebenmeter führte zum Anschlusstreffer und kurz darauf hieß es in Überzahl erstmals Unentschieden: Bandlow traf zum 6:6 (13.). Beim Stand von 7:8 ging kurz darauf das Licht in der Halle aus, allerdings nur kurz und nicht buchstäblich, denn unser von den Anhängern frenetisch angefeuerte Team lieferte nun besser ab. Allein die Führung wollte nicht gelingen. Immer wieder gingen die so auswärtsstarken und mit Wucht und sehr viel Tempo attackierenden Gäste nach vorn, beim 9:11 sogar wieder mit zwei Treffern (21.). Die HSG musste hart arbeiten, um dagegenzuhalten.
Kurz darauf brachte Trainer Bult unsere beiden Skandinavier, und Bandlow sorgte in der 25. Minute für die erste Führung der Gastgeber (13:14), die jedoch keinen Bestand hatte. Nach einer Auszeit kamen auch Tobeler und Potgeter aufs Parkett und dem Kreisläufer gelang das 15:15. Die letzte Szene vor der Pause ließ es in der Halle dann nochmal laut werden: Nach einem HSG-Ballverlust machte van der Merwe mit seinem siebtem Save einen Tempogegenstoß der Gäste zunichte, sodass es mit einem Remis in die Kabinen ging. Linksaußen Ruddat führte zu diesem Zeitpunkt das Tore-Ranking an (5 von 5). Nach dem Spiel sprach Trainer Bult seinem überragenden Außen natürlich ein Lob aus, aber auch davon, dass ihm in der ersten Halbzeit bei seinen Jungs defensiv der letzte „Biss“ und das „Feuer in den Augen“ gefehlt hätten. Doch das sollte sich ändern.
Unser dänischer Keeper stand bei 32 %, gleichwohl rückte Tschentscher nun zwischen die Pfosten. Und er führte sich gleich mit zwei Paraden ein. Wilhelm stellte auf 17:15, der unaufhaltsame Ruddat schnappte sich einen Ball und vollendete den Tempogegenstoß selbst zum 18:15 – Dominikovic bat bereits zur Auszeit (35.). Wenn nur die vergebenen Siebenmeter nicht wären, die in dieser Saison leider eine Achillesferse der HSG darstellen – denn jetzt war auch der beim TuS ins Tor gewechselte Genz im Spiel. Das mögliche 20:17 fiel somit nicht, und innerhalb kürzester Zeit war der Vorsprung dahin: Nach einem 4:0-Lauf der von Spielmacher Blaauw glänzend geführten Gäste hieß es 19:20 (41.).
Die Spannung war mit Händen zu greifen. Nun war es wie in weiten Teilen der ersten Halbzeit stets der TuS, der in Führung ging, die HSG glich aus: 24:24 (48.). Dann versenkte Ruddat auch seinen neunten Versuch und brachte Rot-Weiß wieder nach vorn. Die schnelle Mitte und die zweite Welle der Rot-Weißen funktionierten nun immer besser. Zu Beginn der entscheidenden Phase betätigte Trainer Bult nun den Timeout-Buzzer (26:26; 51.). Mit seinem elften Tor überbot Ruddat kurz darauf seinen persönlichen Saisonrekord, doch das Resultat blieb ausgeglichen. Spektakulär brachte Marschall einen Tempogegenstoß ins Ziel, und beim Stand von 29:28 erhielt der TuS vier Minuten vor Schluss nach einem eigenen Ballverlust eine Zeitstrafe – Vorteil für die HSG, die gegen die personell gebeutelten Gäste mehr Kraft und Energie zu haben schien.
Das 30:28 durch Ruddat feierte der Linksaußen überschwänglich mit dem Publikum, das 31:29 erzielte Wilhelm ins „Empty Net“. Und wieder erkämpfte der Gastgeber den Ball, Bandlow erzielte unnachahmlich das 32:29 und Dominikovic rief sein Team zwei Minuten vor dem Ende zur letzten Besprechung. Gleichwohl: Es nützte nichts mehr, die HSG brachte den Erfolg über die Zeit, und die allermeisten der 2.891 Zuschauer in der EmslandArena bejubelten mit ihrer Mannschaft einen 34:32-Erfolg. Auffällig: Gegen die Rot-Weißen wurde in 60 Minuten nur eine einzige Zeitstrafe ausgesprochen. Der „Man of the Match“ Elias Ruddat hatte mit 12 Treffern mehr als ein Drittel der Tore beigetragen. Ihm folgten Lux und Bandlow (je 6) sowie Wilhelm (4 von 4). Bei den starken Gästen, deren Fans ihr Team trotz Niederlage feierten, waren die Außen Schulze (7/3) und Wieling (6/1) am häufigsten erfolgreich.
Trainer Dominikovic lobte die HSG in der PK als „hochklassige Mannschaft“ und zeigte sich stolz auf seine Truppe. Nach seiner Spielanalyse bedankte sich Mark Bult für die großartige Unterstützung des Publikums und versprach, mit seiner Mannschaft bis zum Saisonende um jeden Punkt zu kämpfen, um auch noch den ein oder anderen Tabellenplatz zu klettern: „Wir hassen es zu verlieren, und zu gewinnen, macht einfach Spaß.“
Nach diesem Kraftakt wird es für die HSG auch am kommenden Wochenende nicht leichter. Am Freitag, den 17. April, steht das schwere Auswärtsspiel beim HSC 2000 Coburg auf dem Spielplan. Anwurf bei den Oberfranken ist um 19:30 Uhr. Vor dem laufenden Spieltag, an dem der HSC noch am Sonntag in Hüttenberg gefordert ist, standen die Schwarz-Gelben mit ausgeglichenem Punktekonto auf Platz 9 der Tabelle. Das Hinspiel Mitte November ging mit +4 an die HSG. Wir sind optmistisch.













