2. HBL
Heimischer Kantersieg: Hagen wird Favoritenrolle gegen Schlusslicht Oppenweiler/Backnang gerecht
VfL Eintracht Hagen vs. HC Oppenweiler/Backnang - Game Highlights
Foto: Wittenberg
Die Serie nimmt eine nette Gestalt an: Durch einen 42:27-Sieg über Tabellenschlusslicht HC Oppenweiler/Backnang hat der VfL Eintracht Hagen am Freitagabend seine Startbilanz in der Rückrunde der 2. HBL auf nunmehr 10:2 Punkte ausgebaut. Vor 1137 Zuschauern ist nach deutlicher Pausenführung der kurzzeitig schwache Start in Abschnitt zwei bald vergessen, sodass Mannschaft und Fans mit einem guten Gefühl in die nun folgende knapp zweiwöchige Länderspielpause gehen.
Personell gab es bei der Eintracht keine Überraschungen. Wie angekündigt, fehlten Max Öhler (langzeitverletzt/Schulter) und Niklas Pieczkowski weiterhin. Jonas Queckenstedt und Moritz Bökenkamp aus der parallel in Emsdetten spielenden U23 komplettierten das Aufgebot.
Die „Starting Seven“ der Eintracht sah aus wie in den vergangenen Wochen – mit einer Ausnahme: Tilman Pröhl begann für Philip Jungemann am Kreis. Ein Siebenmeter-Doppelschlag von Pierre Busch eröffnete den Abend vor 1137 Zuschauern in der Ischelandhalle. Was vom Start weg gut funktionierte bei der Eintracht: der Durchbruch im 1-gegen-1 nach schnellem Balltransport. Oft fand man die Lücken oder konnte nur unfair gestoppt werden.
Hinten hingegen griff nicht jedes Rädchen ins andere, trafen vor allem Malte Dederding und Tim Buck aus dem Rückraum. Nach einer Viertelstunde begannen die Dinge sich dann zu sortieren. Als der ganz stark aufspielende Pierre Busch, der es am Ende bei zehn Versuchen auf eine makellose 100-Prozent-Quote bringen sollte – in der 18. Minute im Gegenstoß den mitlaufenden Benedikt Israel per Kempa-Anspiel bediente, lag die Eintracht erstmals mit fünf Treffern (13:8) vorne.
Auszeit HCOB. Doch den Eintracht-Lauf unterbrach diese Maßnahme des portugiesischen Gäste-Coaches Rui Silva nicht. Pouya Norouzi und Luca Richter erhöhten stattdessen auf 15:8. Dieser Vorsprung wuchs bis zum Pausenpfiff der Unparteiischen Nils Blümel und Jens Vortmann auf 24:15.
Ein Wort an dieser Stelle zu den Referees, die ein spannendes Projekt personifizieren. Auf der einen Seite Nils Blümel, immens erfahrener Referee, der an seiner Seite nun Jens Vortmann hat. Der stand bis zum Sommer 2024 noch im Tor des Bundesligisten HSV Hamburg, beendete dann seine Karriere und wechselte die Seiten. Ex-Profis den schnellen Aufstieg auf Bundesliga-Schiedsrichterniveau zu ermöglichen – ein Ansatz, der Sinn macht. Blümel/Vortmann jedenfalls agierten in der Ischelandhalle unaufgeregt und nur knapp oberhalb des Ruhepulses, hatten die Partie im Griff.
Zurück nach Hagen. Angesichts der deutlichen Pausenführung der Eintracht war der Dramatik-Faktor der zweiten 30 Minuten überschaubar. Die Eintracht wechselte zur zweiten Hälfte den Torwart (Dennis Wipf für Pascal Bochmann). Beidseitig waren die Torhüter in den ersten 30 Minuten kein Faktor. Das wurde nun beidseitig deutlich besser.
Die Eintracht startete nachlässig, kassierte zwei schnelle Zeitstrafen, verwarf vorne dreimal aus aussichtsreicher Position und fing sich drei Gegentreffer in Folge – es stand nur noch 24:18. Das ging deutlich zu einfach. Satte fünfeinhalb Minuten blieben die Gastgeber erfolglos, erst Benedikt Israels Gegenstoß beendete die Torlos-Phase. Nach noch nicht einmal sieben Minuten bat Pavel Prokopec zur kürzesten Auszeit der Saison, forderte vehement ein Ende des Lethargie-Handballs.
Ein Appell, der nicht auf taube Ohren stieß. Die Eintracht verschärfte das Tempo direkt wieder deutlich und provozierte jede Menge Oppenweiler Fehler, was sich prompt auch im Ergebnis niederschlug. HCOB-Keeper Janis Boieck nahm den Hagener Angreifern nach der Top-Abschlussquote aus der ersten Halbzeit jetzt zwar so manche gute Chance weg. Das galt allerdings nicht für die besonders gefeierte Eintracht-Zeitspielvariante bei nur noch einem zur Verfügung stehenden Pass (Torschütze: Josip Jukic, Assist Tim Düren), für mehrere bejubelte erfolgreiche Durchbrüche von U23-Akteur Moritz Bökenkamp oder den 40. Hagener-Treffer des Abends, den der gewohnt starke Pouya Norouzi erzielte. Am Ende stand so ein deutlicher 15-Tore-Sieg der Eintracht, die sich jetzt auf ein wenig Regenerationszeit freut.
Stimme zum Spiel:
Josip Jukic (VfL Eintracht Hagen): „Wir hatten uns vorgenommen, Oppenweiler auf gar keinen Fall zu unterschätzen, emotional da zu sein, unsere Chancen zu nutzen und in der Abwehr Ballgewinne zu provozieren – das haben wir getan und den Stiefel relativ souverän runtergespielt. Falls oben jemand mal Punkte liegen lässt, wollen wir uns am Ende nicht ärgern, dass wir nicht alles gegeben hätten. Wenn es nochmal spannend wird oben, dann wollen wir da sein…“.













