2. HBL
Nordhorn siegt in Oppenweiler/Backnang
HC Oppenweiler/Backnang vs. HSG Nordhorn-Lingen - Game Highlights
Foto: Presse HCOB
Auswärtssieg beim Schlusslicht: Die HSG Nordhorn-Lingen hat mit einer reifen Leistung beim Schlusslicht überzeugt und sich beim HC Oppenweiler/Backnang mit 37:32 (16:14) durchgesetzt.
Die erste Überraschung erlebten die daheimgebliebenen Fans im Livestream, als mit Jan Forstbauer und Nick Fröhlich zwei aktive, jedoch verletzte Schlüsselspieler des HCOB die Zuschauer als Kommentatoren-Duo begrüßten – und sie machten ihre Sache gut. Die Personalmisere, welche den Gastgeber schon länger plagt, hatte bei den Schwaben nicht nur auf den Handballkader durchgeschlagen. Der HSG stand das erwartete Aufgebot zur Verfügung, auch der zuletzt fehlende Kristian van der Merwe war wieder an Bord. Und damit rein ins Spiel:
Die Startaufstellung bildeten Lux, Bandlow, Wilhelm, Sokolic, Ruddat und Erlingsson vor van der Merwe. Marschall kam offensiv für unseren Kroaten. Der Start misslang, nach weniger als zwei Minuten stand es 3:1, und der HCOB-Keeper hatte schon zwei Würfe pariert. Während der Gastgeber regelmäßig im Positionsangriff agierte, machte es die HSG stets schnell und konterte mit funktionierendem Tempospiel. Beim 5:6 durch den zweiten Treffer von Lux führte unser Team zum ersten Mal (9.). In der ersten Unterzahl – Sokolic saß auf der Strafbank – erhöhte der diesmal in Schwarz spielende Gast auf 5:8. Trainer Rui Silva rief zur Auszeit (12.).
Im Torhüter-Duell lag der HCOB mit einem starken Dave Hörnig Mitte der ersten Halbzeit sogar vorn, doch insbesondere die höhere Fehlerzahl der Gastgeber sorgte für die HSG-Führung. Beim 6:9 drückte Mark Bult den Time-Out-Buzzer, nahm personelle Wechsel vor und stellte in der Abwehr auf 5:1: Hüter verteidigte vorn. Die mangelnde Wurfeffizienz – auch bei freien Bällen – blieb jedoch das Problem unserer Mannschaft, Hörnig hielt in der 22. Minute schon seinen zehnten Wurf und Oppenweiler/Backnang gelang der Anschlusstreffer zum 10:11.
Kurz vor der Pause hatte der HCOB sogar die Chance zum Ausgleich, doch Zintel brachte einen Tempogegenstoß zum 14:16-Halbzeitstand ins Ziel. Lux und Bandlow hatten bis dahin dreimal getroffen, Mittelmann Buck beim Gastgeber sogar sechsmal. Gute sieben Paraden von van der Merwe (33 %) wurden vom famosen Hörnig auf der Gegenseite noch getoppt (12; 43 %). Zwischenfazit: Die Führung unseres Team hätte zu diesem Zeitpunkt höher ausfallen können.
Die HSG begann die zweite Hälfte personell wie erste, und diesmal gelang der Auftakt: Ein 3:0-Lauf führte zum 14:19 (33.). Jedoch blieb der im Rückzug in dieser Phase verbesserte HCOB dran: 18:21 (37.). Gleichwohl: Es folgte die nächste Überzahl unseres Teams, und der +5-Vorsprung wurde wiederhergestellt. In Sachen Wurfeffizienz ging es für Nordhorn-Lingen also wieder aufwärts, woran auch Marschall zunehmend seinen Anteil hatte. Dann erhielt Sokolic beim Stand von 19:24 seine zweite Zeitstrafe (42.), trotzdem stellte die HSG zunächst erstmals auf +6.
Beim 22:27 wechselten beide Mannschaften ihre Torhüter. Und die Partie ähnelte nun wieder weiten Teilen der ersten Halbzeit: Der HCOB versuchte sich seine Tore im gebundenen Angriff zu erarbeiten, die HSG war im Tempospiel erfolgreich. In der nächsten schwäbischen Auszeit hieß es 25:31 (47.). Es folgte eine erneute Überzahl für die Gäste, die ihre Führung weiter ausbauten: Nachdem Sokolic um seine dritte Zeitstrafe herumkam, parierte Tschentscher erstmals und Bandlow traf im erweiterten Gegenstoß: 26:34 – und letzte Auszeit HCOB (51.). Spätestens jetzt war die Vorentscheidung gefallen.
Oppenweiler/Backnang zeigte in der Murrtal-Arena trotz zunehmender Erschöpfung des dezimierten Kaders nochmals eine Reaktion und konnte den Abstand verkürzen, was das heimische Publikum dankbar quittierte. Doch am Sieg der souveränen und ganz „erwachsen“ agierenden HSG Nordhorn-Lingen gab es schon längst keine Zweifel mehr. Schließlich stand das Endresultat von 32:37 auf der Anzeigetafel. Schade, dass Lasse Lingers in der Schlussminute sein Premierentreffer versagt blieb. Dafür waren Marschall (8), Bandlow und Lux (je 7/2) sehr erfolgreich, beim HCOB trafen Buck (8/1) und Dederding (6) am häufigsten, ihr nicht einmal durchspielender Torwart Hörnig verzeichnete höchst respektable 20 Paraden.













