2. HBL
Potsdamer Adler entscheiden Partie gegen HCOB nach der Pause für sich
1. VfL Potsdam vs. HC Oppenweiler/Backnang - Game Highlights
Foto: 1. VfL Potsdam
Geduld zahlt sich aus: Der VfL Potsdam hat nach einem 16:16-Pausenstand das Spiel gegen den HC Oppenweiler/Backnang gedreht und am Ende einen deutlichen 35:27-Heimsieg eingefahren. Nach anfänglichen Problemen übernahm Potsdam mit zunehmender Spieldauer die Kontrolle und entschied die Partie klar für sich.
Das Team aus dem Murrtal trat in der brandenburgischen Landeshauptstadt mit nur zwölf Feldspielern an. Neben den Langzeitverletzten Valentin Abt, Jan Forstbauer und Lukas Süsser fehlten auch Rückraumspieler Nick Fröhlich und Kreisläufer Lukas Rauh.
Das schmale Aufgebot des HCOB schlug sich in der MBS-Arena zunächst allerdings bemerkenswert. Die Abwehr funktionierte gut. Einzig der österreichische Nationalspieler Markus Mahr konnte sich immer wieder durchsetzen; seine Nebenleute bissen sich hingegen an der Defensivreihe der Gäste die Zähne aus. Torwart Dave Hörnig zeigte einige Paraden. Ein Lob vom Trainer gab es auch für Työrvi Týr Gislason, der im Innenblock mit viel Einsatz agierte und viele Zweikämpfe gewann.
Der HCOB spielte vorne mit einem guten Mix aus Geduld und Entschlossenheit. Der Rückraum sorgte für Torgefahr, aber auch das Spiel über den Kreis brachte immer wieder Torerfolge. Zunächst glänzte Työrvi Týr Gislason zweimal als Verwerter, dann machte es ihm Ruben Sousa gleich und erzielte drei Treffer. „Wir hatten einen Plan für dieses Spiel, und unsere Spieler haben ihn sehr gut und clever umgesetzt. Sie haben die Situationen im Angriff gut erkannt“, freute sich Trainer Rui Silva.
Der HCOB führte mit 4:2, baute den Vorsprung auf 10:6 aus und lag nach 21 Minuten sogar mit 14:8 vorne. Bis dahin sei es eine „fantastische Leistung“ des Clubs aus Baden-Württemberg gewesen, sagte Postdams Coach Emir Kurtagic, er erkannte aber auch, dass sein Team über mehr Reserven verfügte.
Weil den HCOB-Handballern die Wechselmöglichkeiten fehlten, mussten viele Spieler sehr lange auf der Platte stehen. Potsdam konnte deutlich mehr auswechseln. So verrichtete beispielsweise der italienische Nationalspieler Davide Bulzamine ausnahmslos Defensivarbeit und gab damit anderen Akteuren die Gelegenheit zum Verschnaufen.
Der HC Oppenweiler/Backnang tat sich gegen eine zunehmend offensiv agierende Mannschaft aus Potsdam schwer. Der Potsdamer Coach freute sich, dass dieser Schachzug aufging. Sein Eindruck war: Hätten die HCOB-Handballer in dieser Phase des Spiels nachlegen können, hätte es für den großen Favoriten an diesem Abend eng werden können.
Stattdessen lief es in den letzten Minuten des ersten Durchgangs komplett gegen die Gäste. Technische Fehler, Fehlwürfe und daraus resultierende Gegentore durch Konter sowie einige ungünstige Schiedsrichterentscheidungen führten dazu, dass der Vorsprung schnell schmolz. Als ob das nicht genug wäre, gelang dem VfL-Handballer Nils Fuhrmann nach der Pausensirene ein Freiwurftor – der schöne Vorsprung war dahin, es stand 16:16.
Nach Wiederanpfiff wendete sich das Blatt vollends. Der HCOB legte zwar nochmals ein 19:17 vor, doch schon wenig später gelang dem überragenden Markus Mahr mit dem 20:19 die erste Führung für das Heimteam. Die Gäste taten sich unter Druck nun schwer. Ihnen unterliefen technische Fehler, Potsdam konnte sein Konterspiel verstärkt zum Tragen bringen.
Der HCOB ließ sich zunächst nicht komplett abhängen, verkürzte den Rückstand nochmal auf zwei Tore und lag auch acht Minuten vor dem Ende nur drei Tore hinten. Doch nun waren die Akkus vollends leer, und so gehörten die Schlussminuten dem Heimteam.
Die Potsdamer warfen einen Acht-Tore-Heimsieg heraus – und HCOB-Co-Trainer Frederick Griesbach brachte es auf den Punkt: „Wir haben zum Ende hin Fehler gemacht, die uns die ganze Saison über schon begleiten. Aber wir können sicher einige gute Dinge aus diesem Spiel mitnehmen.“ Trainer Rui Silva nahm ebenfalls positive Gedanken mit auf die weite Heimfahrt: „Wir wachsen zunehmend, und wir werden weiter in jedem Spiel auf diesem Level an unserer Entwicklung arbeiten.“













