2. HBL
Punkteteilung im Adlerhorst: Kein Sieger zwischen Potsdam und Ferndorf
1. VfL Potsdam vs. TuS Ferndorf - Game Highlights
Foto: Engel
Zwei Punkte sollten im Osternest liegen, einer wurde es: Der 1. VfL Potsdam kam am Sonnabend in der 2. Handball-Bundesliga nicht über ein 30:30 (14:17)-Remis gegen den TuS Ferndorf hinaus. Mit neun Toren (drei Siebenmeter) war Markus Mahr erfolgreichster Potsdamer, auch Torhüter Maximilian Grundmann gefiel mit zwölf Paraden. Für Ferndorf traf Finn Scharnweber achtmal.
Vor 1111 Fans in der MBS-Arena ging es aber nicht nur um wichtige Punkte: Der Vielfaltsspieltag stand im Zeichen von Respekt, Offenheit und gelebter Vielfalt und fand unter der Schirmherrschaft der Initiative „Brandenburg zeigt Haltung“ statt. Im dementsprechenden Sondertrikot standen die Adler gegen die Gäste aus Nordrhein-Westfalen auch auf der Platte.
Der Rahmen war gelungen, der Start in die Partie dagegen schwierig: Ferndorf legte in den Anfangsminuten stets vor, Potsdam glich zweimal aus: Linksaußen Nils Fuhrmann zum 1:1 (4. Minute) und Rechtsaußen Tim Hildenbrand zum 3:3 (8.). Anschließend lief der Gastgeber jedoch lange einem Rückstand hinterher, der teilweise auf drei Treffer anwuchs.
Erst gegen Ende des ersten Durchgangs stellte die Kurtagic-Sieben erneut einen Gleichstand her – Mittelmann Markus Mahr traf zum 12:12 (23.), der Rückraum-Rechte Jannek Klein zum 14:14 (27.). Weil man nach einer Zwei-Minuten-Strafe gegen Klein in Unterzahl agierte und drei Gegentore hinnehmen musste, ging es mit einem 14:17-Rückstand in die Pause.
Auch nach dem Seitenwechsel schlichen sich, sowohl im Angriff als auch in der Abwehr, bei den Hausherren zunächst immer wieder Unkonzentriertheiten ein. Dies wussten die Siegerländer zu nutzen: Beim 20:16 (35.) lag der TuS erstmals mit vier Toren in Front. Der VfL hatte mit einem 4:0-Lauf und sechs Minuten ohne Gegentreffer eine passende Antwort parat – 20:20 (40.).
Es blieb hochspannend im Adlerhorst. Und es brach nach 45 Minuten großer Jubel aus: Mit seinem achten von insgesamt neun Toren brachte Markus Mahr die Potsdamer von der Siebenmeterlinie zum ersten Mal in dieser Partie in Führung: 22:21. Fortan legte die Kurtagic-Sieben immer wieder vor, nur beim 25:26 (49.) lief man noch einmal einem Rückstand hinterher.
Als Jannek Klein zum 28:26 (54.) und traf und den Vorsprung gar auf zwei Tore ausbaute, schienen die beiden Punkte in der Brandenburger Landeshauptstadt zu bleiben. Doch Markus Mahr zeigte beim 30:29 eine halbe Minute vor Ultimo das erste Mal nerven aus sieben Metern und scheiterte an TuS-Schlussmann Can Adanir. Marvin Mundus hatte das letzte Wort und warf Ferndorf vier Sekunden vor der Schlusssirene zum Punktgewinn – 30:30.
Stimmen zum Spiel:
Emir Kurtagic (Trainer 1. VfL Potsdam): „Den Punkt hat sich Ferndorf mit großer Leidenschaft verdient. Ich bin dagegen sehr enttäuscht über den Auftritt – auch nach der Niederlage in Hüttenberg, nach der wir viel gesprochen haben. Die Jungs haben es extrem unreif, ja sogar extrem schlecht gemacht. Ehrlicherweise ist es ein unverdienter Punktgewinn für uns, so dürfen wir uns vor unseren Zuschauern nicht präsentieren.“
Ceven Klatt (Trainer TuS Ferndorf): „Wir kommen gut ins Spiel, finden viele gute Lösungen über unser Tempospiel und verteidigen die ersten 20 Minuten auch sehr stark. Wir konnten die Stärken der Potsdamer einschränken. Nach der Pause kommt Potsdam besser ins Spiel, weil wir zu viele freie Bälle liegenlassen. Hintenraus war es ein Krimi, meine Jungs haben sich aber einen verdienten Punkt erkämpft.“













