2. HBL
Serie ausgebaut: Eintracht Hagen holt Auswärtssieg in Ludwigshafen
Eulen Ludwigshafen vs. VfL Eintracht Hagen - Game Highlights
Foto: Reis
Der VfL Eintracht Hagen hat in der 2. HBL bei den Eulen Ludwigshafen mit 34:32 (19:17) gewonnen und seine starke Rückrunde weiter ausgebaut. Auch wenn spielerisch nicht alles überzeugte, setzte sich die Eintracht am Ende durch und schraubte ihre Bilanz auf 12:2 Punkte in der zweiten Saisonhälfte.
Begonnen hatte der Freitag mit einer äußerst unschönen Nachricht. Eintracht-Keeper Pascal Bochmann musste krankheitsbedingt passen, für den bishierigen Top-Performer rückte Maurice Paske ins Aufgebot und auch direkt in die Startaufstellung. Ansonsten: Keine Überraschungen im Eintracht-Kader. Routinier Niclas Pieczkowski war nach überstandener Verletzung wieder mit dabei, Moritz Bökenkamp (U23) und Anton Trute (U19) komplettierten den Kader.
Das Spiel in der Friedrich-Ebert-Halle zu Ludwigshafen startete mit einer ganz schnellen Zeitstrafe. René Zobel hatte Pouya Norouzi nach gerade einmal 35 Sekunden im Bereich Hals/Gesicht getroffen – keinerlei Diskussionen über die Berechtigung der Entscheidung der erfahrenen Erstliga-Referees Marcus Hurst/Mirko Krag (Berlin/Frankfurt).
Die Eintracht lag alsbald in Führung, aber sie kam nicht weg. Das lag zunächst an Ziga Urbic im Eulen-Tor, der sofort drin war im Spiel und gleich mehrere Hagener Großchancen zunichte machte. Ihre erste doppelte Überzahl nutzte die Eintracht dann aber nach etwas mehr als 13 Minuten mit drei (!) Treffern ins leere Ludwigshafener Tor zur 9:4-Führung, weil die Unparteiischen in Sachen Zeitstrafen rigide aufräumten auf dem Feld.
So deutlich blieb es nicht durchgehend, gleichwohl blieb die Eintracht ihrer Linie treu, sehr flexibel dem Gegner immer wieder neue Aufgaben zu stellen. Dennoch kamen die Gäste nicht nachhaltig weg. Und auch, wenn 19 Torerfolge auf den ersten Blick eine andere Sprache zu sprechen schienen – die Hagener Fehlerquote, sie war trotz der 19:17-Führung zur Pause zu hoch, zumal auch das Torhüterduell trotz geringer werdender Unterschiede zumindest in der ersten Hälfte noch an die Hausherren ging.
Dass die Eintracht, allen voran der unnachahmliche Pouya Norouzi, zu Beginn von Abschnitt zwei immer wieder den Infight mit dem doppelt vorbelasteten René Zobel suchte – nachvollziehbar. Bitter zudem für die Gastgeber, dass Torhüter Ziga Urbic nach einem unabsichtlichen Kopftreffer des siebenmeterreif bedrängten Norouzi zur Behandlung das Feld verlassen musste und erst in der Schlussphase wiederkam. Weil die Eulen ohnehin auf Mats Grupe verzichten mussten, rückte Youngster Philipp Wenning zwischen die Pfosten.
Die Eintracht nutzte das, erhöhte auf 23:18, streute dann aber wieder eine sich ausweitende Fehlerserie ein und musste zudem eine ungeahndete, blutige Lippe von Linus Kutz einstecken. Und so war die Truppe von Michael Haaß beim 24:22 (Finn Leun/42.) wieder auf Tuchfühlung. Aus grün-gelber Sicht ging das – zum wiederholten Male – eine Spur zu einfach.
Pavel Prokopec reagierte, zog nach einer Dreiviertelstunde sein zweites Team-Timeout bei 26:24-Führung. Aber: Es wurde immer enger. Jan von Boenigks Zeitstrafe nach Kopftreffer gegen Wenning nutzten die Eulen, um auf 25:26 zu verkürzen. Drei gute Eintracht-Aktionen später (Parade Maurice Paske, Torerfolge Philip Jungemann und Linus Kutz) führte die Eintracht wieder mit drei Treffern. Doch wenn etwas Beständigkeit hatte an diesem Abend, dann die Unbeständigkeit.
Ein 0:3-Lauf der Eintracht sorgte für den 28:28-Ausgleich, das Momentum lag nun aufseiten der Eulen, die weiter mit sieben Feldspielern angriffen. Wären die Unparteiischen in dieser ungemein intensiven Schlussphase auch nur ansatzweise bei ihrer progressiven Linie der ersten Hälfte geblieben – es hätten sich auf beiden Bänken Lücken von der Größe eines Lkw-Parkplatzes aufgetan. Sie taten es nicht – und das war gut so.
Und die Eintracht? – Sie behielt einen kühlen Kopf, griff ebenfalls zum 7-gegen-6-Mittel im Angriff. 31:28-Führung, fünf Minuten noch. Die kongeniale Kooperation zwischen Pouya Norouzi und Philip Jungemann stellte abermals auf plus drei (32:29/56.), Ludwigshafen konterte aber postwendend.
Es ist jetzt ein Fight um jeden Zentimeter des blauen Liga-Bodens. Norouzi trifft für Hagen, Eisel aufseiten der Hausherren. Beide sind die prägenden Figuren ihrer Offensivreihen. Es geht Schlag auf Schlag auf Schlag. Norouzis Pfostentreffer verhindert die Entscheidung, auf der Gegenseite tritt Dennis Wipf zum Siebenmeter gegen Tim Schaller an. 33:32 nur noch aus Hagener Sicht. Etwas mehr als eine Minute noch auf der Uhr. Auszeit Hagen 46 Sekunden vor dem Ende. Klare Ansage Pavel Prokopec. Sieben Feldspieler in Grün und Gelb. Und als Jan von Boenigk 24 Sekunden vor dem Ende auf 34:32 stellt, ist klar, dass hier nichts mehr anbrennt, an diesem enorm arbeitsreichen Freitagabend. Die Eintracht befindet sich weiterhin im „Flow“. Und manchmal sind derlei Arbeitssiege wertvoller als Kantererfolge…













