2. HBL
Bochmann liefert erneut: Hagen bejubelt Derbysieg in Essen
TuSEM Essen vs. VfL Eintracht Hagen - Game Highlights
Foto: Ewert
Vor toller Kulisse setzte sich die Eintracht am Freitagabend beim Nachbarn TuSEM Essen mit 32:28 durch – der erste Westderby-Sieg in Essen seit November 2021. Es ist einmal mehr ein Erfolg der mannschaftlichen Geschlossenheit, wenngleich aus dem Eintracht-Kollektiv mit Pascal Bochmann, Linus Kutz und Pierre Busch ein Trio noch herausstach.
Der Blick aufs Personal vor Spielbeginn brachte für den großen, fast komplett in grün gekleideten und enorm lautstarken Eintracht-Anhang in der Sporthalle „Am Hallo“ keine Überraschungen. Niclas Pieczkowski und Max Öhler fehlten bei den Grün-Gelben, Moritz Bökenkamp und Philipp Sekowski aus der U23 komplettierten – wie angekündigt – das Aufgebot.
Auffällig in der Startphase zwei Dinge: Pascal Bochmann, Eintracht-Torhüter und bester Keeper der Liga aktuell, schlich sich nicht in die Köpfe des TuSEM, sondern trat ziemlich brachial einfach mal die Tür ein auf dem Weg dorthin. Spoileralarm: 14 Paraden und 37 Prozent Fangquote untermauerten am Ende des Abends die Ausnahmestellung des Eintracht-Keepers. Fast sechs Minuten benötigten die Hausherren so für ihren ersten Treffer.
Aber: Die Eintracht machte zu wenig aus diesem Blitzstart der Defensivabteilung mit dem “CEO Torverhinderung” an der Spitze. Essen deckte sehr kompakt, bearbeitete Philip Jungemann sowie den Rückraum nach allen Regeln der Kunst und hielt sich so im Spiel. Die 6:5-Führung der Gäste nach einer knappen Viertelstunde – unterm Strich war das zu wenig, gemessen an den Spielanteilen.
Beim 8:5 (Tilman Pröhl/18.) hatte sich die Eintracht erstmals ein klein wenig abgesetzt, doch abschütteln ließ sich der TuSEM nicht. Die Umstellung der Eintracht-Offensive auf ein 7-gegen-6-System war dann ein wichtiger taktischer Impuls dafür, dass Hagen besser zurechtkam. TuSEM-Hüter Dominik Plaue personifizierte in dieser Phase den Faktor, der dazu beitrug, dass Essen den Anschluss nicht verlor. Auf der anderen Seite des Feldes war es Felix Mart, der mit lupenreiner Siebenmeter-Quote (5/5 – am Ende 6/6) nahezu die Hälfte der Essener Tore vom „Punkt“ erzielte. 14:12 für die Eintracht hieß es zur Pause, gleichwohl blieb im grün-gelben Fanblock dieses latente Gefühl, dass das natürlich verdient, aber eigentlich etwas zu wenig war.
Beide Mannschaften tun sich zunächst etwas schwer, als es in den zweiten Abschnitt geht. Eintracht-Rechtsaußen Pierre Busch trägt sein Team nun, Essen leistet sich den einen oder anderen Fehler zu viel. Ein, zwei Treffer beträgt der Vorsprung der Gäste von der Volme, die neben Busch vor allem auch den unermüdlich-unermüdlichen Linus Kutz als prägende Persönlichkeit in ihren Reihen wissen.
Pouya Norouzis „Siebenmeter-Nachwurf-Kempa“ bedeutet die erste 4-Tore-Führung der Eintracht an diesem Abend überhaupt, kurze Zeit später erhöht Jan von Boenigk ins leere TuSEM-Tor gar auf 25:20 (44.). Es ist jene Phase, in der die Partie endgültig in Richtung Eintracht kippt. 25:20 pro Hagen, Auszeit Essen. Coach Kenji Hövels korrigiert zurück auf 6-gegen-6 6 – doch die Hagener Abwehr, sie macht ihren Job richtig gut. Bochmann, Busch, Kutz und die Defensive mit Josip Jukic, diesem permanent nervenden Reichweiten-König auf der vorgezogenen Abwehrposition, vorneweg: Der Hagener Fan-Block skandiert früh, dass man doch bitte aufstehen möge, wenn man Hagener sei. Die Fans in Grün tun das und schalten früh in den Feiermodus.
28:21-Führung nach 49 Minuten. Das Derby hat seine Richtung. Und das Eintracht-Schnellboot hält diesen Kurs bei, trotz eines 3:0-Laufes der Hausherren und des – das ist bemerkenswert – nie aufsteckenden TuSEM. Am Ende reicht aber diese Moral der Gastgeber nicht. Die Eintracht reüssiert im Westderby. Ein Hagener Sieg in abgeklärter Manier. Nicht frei von Fehlern, natürlich nicht. Aber: Es läuft bislang im Monat März für die eher schmal besetzten Grün-Gelben.
Stimme zum Spiel:
Pierre Busch (bester Torschütze VfL Eintracht Hagen): „Wir sind froh, dass wir zwei Punkte mit nach Hause nehmen. Mit diesen Fans im Rücken – das macht unheimlich viel Spaß! Es war in Summe sicherlich kein überragendes Spiel von uns, in so einem Derby ist klar, dass es kampfbetont wird. Beide Mannschaften machen schon einige Fehler zu viel. Entscheidend war, als wir in der zweiten Halbzeit wegziehen. Dann haben wir etwas verwaltet. Es hätte am Ende etwas souveräner sein können, aber am Ende zählt nur, dass wir zwei Punkte holten. Wir versuchen jetzt, so viele Spiele wie möglich zu gewinnen, und schauen dann, wo es uns hinführt.“













