2. HBL
Zurück in der Erfolgsspur: Nordhorn-Lingen bezwingt Dessau
HSG Nordhorn-Lingen vs. Dessau-Rosslauer HV 06 - Game Highlights
Foto: Bültmann
Im Verlauf der ersten Halbzeit zwischenzeitlich mit sieben Toren Vorsprung führend, musste Nordhorn-Lingen Mitte der zweiten Hälfte den Ausgleich des DRHV hinnehmen, vor dem HSG-Trainer Mark Bult zurecht viel Respekt gehabt hatte. Doch die HSG konterte, schlug zurück und behielt die zwei Punkte am Ende bei sich. Mit dem 34:30 manifestieren die Rot-Weißen ihren 5. Platz in der Tabelle der 2. HBL.
Bei der HSG stand der angeschlagene Christian Wilhelm im Aufgebot, das ansonsten keine Überraschungen aufwies. Der Kader der Gäste umfasste dagegen nur zehn Feldspieler. Im Vergleich zum letzten Wochenende fehlten mit Baumgart und Hertzfeld zwei etablierte Kräfte. Dafür hatten sowohl eine kleine, aber sehr respektable Fanschar als auch das eigene Biber-Maskottchen die gut 400 km am Spieltag hinter sich gebracht. Die Rückreise nach Dessau-Roßlau sollte im Übrigen nicht mehr in der Nacht, sondern erst am Donnerstag erfolgen. Und damit rein in die Partie:
Rot-Weiß begann mit Tschentscher, Bandlow, Lux, Ruddat, Erlingsson, Wilhelm und Sokolic. Für Letzteren kam offensiv zunächst Marschall auf die Platte. So temporeich wie ausgeglichen ging es los. Die erste Zwei-Tore-Führung gelang der HSG mit einem auffälligen Frieder Bandlow beim 5:3, der per Siebenmeter-Nachwurf sogar auf 6:3 erhöhte. Christian Wilhelm machte den 4:0-Lauf perfekt, der Start eines konzentrierten HSG-Teams vor einem guten Torhüter war mit dem 7:3 geglückt und DRHV-Trainer Radic rief schon zur ersten Auszeit (12.).
Dass nun wieder mehrere freie Wurfversuche nicht im Tor landeten, dürfte Mark Bult nicht gefallen haben – die Gäste konnten zwischenzeitlich verkürzen. Allerdings fanden die Rot-Weißen ihre Linie und vor allem ihr Tempo schnell wieder zurück: Maximilian Lux und Tarek Marschall stellten sogar auf 11:5. Zu diesem frühen Zeitpunkt drückte Vanja Radic bereits zum zweiten Mal den Time-Out-Buzzer (18.).
Beim Stand von 12:7 forderten die allermeisten der 1.977 Zuschauer nach Foul an Erlingsson eine Rote Karte gegen Carl-Philip Haake, doch die Referees beließen es bei einer vertretbaren Zeitstrafe. Beim 16:9 betrug der Vorsprung erstmals sieben Tore. Als es kurz darauf 16:10 hieß, bat auch Mark Bult zur Besprechung (27.) und brachte offensiv Potgeter am Kreis für Wilhelm. Den Innenblock bildeten nun Sokolic und Gentzel, der direkt die erste HSG-Zeitstrafe kassierte. Sekunden vor der Sirene gelang den Gästen das 16:12, drei Treffer in Folge hatten sie wieder herangebracht. Trotzdem fiel das Zwischenfazit insgesamt positiv aus: Über weite Strecken stimmte das Engagement, die HSG agierte mit viel Power. Und noch ein Blick in die Statistik: Tschentscher stand bei acht Paraden, die beiden Außen hatten zusammen neunmal getroffen.
Nach dem Seitenwechsel begannen wieder Bandlow und Wilhelm, denen vorher eine Pause gegönnt worden war. Zudem griff jetzt auch der frischgebackene Vater Björn Zintel ins Geschehen ein. Los ging’s mit zwei starken Paraden der Torhüter Ambrosius und Tschentscher, bevor Marschall eröffnete. Doch wegen etwas nachlassender Intensität
bei der HSG, kamen die Gäste auch dank ihres Keepers und in Überzahl weiter heran: 18:15. Beim 19:17 hatten sie fast schon Anschluss hergestellt (37.). Das Momentum schien auf die Seite des DRHV zu kippen, der eine weitere Zeitstrafe provozierte. Zudem folgte ein Siebenmeter dem nächsten (am Ende: zehn). Mit dem bereits siebten Strafwurf verkürzte der Gast aus Sachsen-Anhalt auf 22:20. Mark Bult nahm die Auszeit (41.).
Per Tempogegenstoß fiel dann der Anschlusstreffer, dem der DRHV tatsächlich den Ausgleich folgen ließ. In der 44. Minute hatten sie ihren zwischenzeitlichen 7-Tore-Rückstand egalisiert. Die HSG schien den Faden verloren zu haben, in der Arena wurde es kurzzeitig leiser. Doch es passierte das, was wir in dieser Saison schon oft gesehen hatten: Unsere Mannschaft blieb cool und wehrte sich, legte einen 3:0-Lauf hin und kassierte erst wieder von der Strafwurfmarke einen Treffer zum 25:23 (46.). Das Spiel stand nun auf des Messers Schneide, und beim Stand von 27:25 rückte Kristian van der Merwe zwischen die Pfosten, was Mark Bult später als „Luxus“ bezeichnete, und sein Torwart führte sich direkt gut ein.
Zu Beginn der Crunchtime fand die HSG mit einem das Spiel gut leitenden Björn Zintel, der später ein Sonerlob seines Trainers erhielt, das Gaspedal zurück und ging mit 30:26 nach vorn, als Trainer Radic seine letzte Auszeit nahm (53.). Abermals geriet unser Team in Unterzahl (Sokolic), doch erneut parierte van der Merwe den fälligen Siebenmeter – und auch das Publikum war längst wieder voll da. Beide Torhüter wehrten nun „Unmögliche“ ab, und zwei Minuten vor Schluss hatte Zintel, der kurz zuvor getroffen hatte, den ersten Matchball, doch Ambrosius hielt, der DRHV traf im Gegenzug und Mark Bult schwor sein Team beim Stand von 31:28 noch einmal ein.
Einen Angriff im angeordneten 7:6 schloss der starke Elias Ruddat nun ab und stellte die Weichen endgültig auf Sieg. Am Ende hieß es 34:30. Unsere Mannschaft hatte sich am eigenen Schopf noch einmal aus dem Sumpf gezogen, den in der zweiten Halbzeit stark aufkommenden Gästen die Stirn geboten und am Ende zwei letztlich verdiente Punkte eingefahren, die von den Zuschauern gefeiert wurden. Bester Torschütze war Bandlow (10/2) vor den Außen Ruddat (9) und Lux (7). Nicht nur Trainer Bult bedankte sich anschließend herzlich bei den Zuschauern für ihre Unterstützung am späten Mittwochabend.
Weiter geht es am kommenden Sonntag, den 1. März, um 18 Uhr. Dann gastiert unser Team beim Tabellenführer SG BBM Bietigheim, der am Mittwochabend zeitgleich mit der HSG in Coburg gefordert war. Nach einem minus-3-Halbzeitrückstand gewann der Tabellenführer in Franken noch mit plus-5 und verteidigte seinen Platz an der Sonne. Mit der Partie in Bietigheim beginnen für unsere Mannschaft anspruchsvolle Wochen, denn nacheinander spielen die Rot-Weißen gegen die Top-4-platzierten Teams, die am Mittwochabend allesamt gewannen. Gegen diese gab es in der Hinrunde übrigens nur einen einzigen Punkt zu holen – und das ausgerechnet gegen Bietigheim.













