HBL
Die Halbfinals beim Lidl Final4: Ein Premierenduell und eine Geschichte, die sich wiederholt

Foto: Klahn
Wer folgt als Pokalsieger auf den THW Kiel? Diese Frage wird am Wochenende beim Lidl Final4 in der ausverkauften LANXESS arena beantwortet. In den Halbfinals am Samstag stehen sich Lemgo und Berlin sowie Magdeburg und der BHC gegenüber. Alle Spiele gibt es live bei Dyn.
Es ist angerichtet für das größte Event im deutschen Klubhandball: 20.000 Fans in der ausverkauften LANXESS arena in Köln sind live dabei, wenn am Wochenende der 51. Sieger des DHB-Pokals beim Lidl Final4 gekürt wird. Zum vierten Mal ist die „Kathedrale des Handballs“ Gastgeber des Turniers.
Keiner der vier Vorjahresteilnehmer konnte sich für das Event qualifizieren, dafür stehen drei ehemalige DHB-Pokalsieger – TBV Lemgo Lippe, SC Magdeburg und Füchse Berlin – sowie der Bergische HC in den Halbfinals am Samstag. Im Finale am Sonntag wird dann der Nachfolger des THW Kiel gekürt – und der Pokalsieger qualifiziert sich zudem für den Europapokal und den Rexel Super Cup am 22. August im Münchener SAP Garden.
Lidl Final4 2026 – die Halbfinals:
Samstag, 18. April 2026:
TBV Lemgo Lippe vs. Füchse Berlin (15.45 Uhr, live bei Dyn und in der ARD)
Am vergangenen Spieltag der DAIKIN Handball-Bundesliga standen sich die beiden Halbfinalisten bereits gegenüber – und dank eines Treffers von Welthandballer Mathias Gidsel gewannen die Füchse aus Berlin glücklich mit 34:33 in Lemgo, nachdem der TBV das Hinspiel exakt mit dem gleichen Resultat in Berlin gewonnen hatte. Die Füchse, 2025 Deutscher Meister und Champions-League-Finalist, sind in der aktuellen DAIKIN HBL-Tabelle Dritter, die Lemgoer Sechster. Auf neutralem Boden, sprich bei einem Pokal-Finalturnier, trafen beide Klubs trotz ihrer langjährigen Pokaltradition noch nie aufeinander. In der Ligastatistik haben die Füchse 28 der 41 Duelle gewonnen, der TBV zehn.
Dafür stehen für Lemgo Lippe aber bereits vier Pokalsiege in der Bilanz (1995, 1997, 2002 und 2021), insgesamt fünfmal standen die Ostwestfalen in einem Pokalfinale. Nur Gummersbach (5 Titel) und Kiel (13) feierten mehr Pokalsiege. Trainer Florian Kehrmann gehört zum kleinen Kreis derer, die als Spieler (2002) und Trainer (2021) mit dem gleichen Klub Pokalsieger wurden.
Die Füchse gewannen den DHB-Pokal einmal (2014): Letzter „Überlebender“ dieses Titels im Füchse-Kader ist Linkshänder Fabian Wiede. Lemgo und Berlin eint zudem die Tatsache, dass beide in Köln noch auf ihren ersten Sieg warten – eine Serie wird also am Samstag enden: der TBV wurde 2023 bei seiner bislang einzigen Teilnahme Vierter, die Füchse erreichten 2024 bei ihrer Köln-Premiere den gleichen Platz nach Niederlagen gegen Magdeburg und Flensburg. Für Lemgo ist das Lidl Final4 die neunte Teilnahme an einem Finalturnier, für die Füchse die fünfte.
In der DHB-Pokalsaison 2025/26 gewann der TBV zunächst zwei NRW-Duelle, erst 36:25 in Hagen, dann 30:27 zuhause gegen den VfL Gummersbach. Im Viertelfinale gab es in der Dresdner Ballsporthalle einen verdienten 35:27-Erfolg gegen den Ligakonkurrenten SC DHfK Leipzig. Die Füchse trafen in der aktuellen Pokalspielzeit ausschließlich auf Erstligisten, hatten allerdings auch Losglück, denn sie hatten auf dem Weg nach Köln dreimal Heimrecht: zunächst beim 35:30 gegen die HSG Wetzlar, dann beim 38:22 im Achtelfinale gegen den ThSV Eisenach und schließlich im Topspiel des Viertelfinales, als der Meister mit 32:30 gegen den später entthronten Pokalsieger THW Kiel gewann.
Bergischer HC vs. SC Magdeburg (18.45 Uhr, live bei Dyn)
Es war der 30. April 2016 – für den Bergischen HC ein historischer Tag. Denn erstmals in der Vereinsgeschichte standen die Bergischen Löwen (damals unter Trainer Sebastian Hinze) in einem DHB-Pokal-Halbfinale. Der Underdog hielt in Hamburg gegen den SC Magdeburg lange mit. Die Partie musste in der Verlängerung entschieden werden und am Ende setzte sich der SCM mit 36:33 durch und wurde einen Tag später durch das 32:30 DHB-Pokalsieger. Es war der erste Titel unter dem neuen Trainer Bennet Wiegert. Genau zehn Jahre später steht der BHC zum zweiten Mal in der Historie in einem DHB-Pokal-Halbfinale, und der Gegner heißt erneut SC Magdeburg.
Wie damals stehen sich am Samstag Matthias Musche (SCM) und Arnor Gunnarsson (damals BHC-Spieler, heute BHC-Trainer) gegenüber. Die Voraussetzungen sind ähnlich wie 2016: hier der Underdog, der vor einem Jahr den Wiederaufstieg in die DAIKIN HBL schaffte, dort der souveräne DAIKIN HBL-Tabellenführer und amtierende Champions-League-Sieger, der 2024 in Köln den zweiten Pokalsieg unter Wiegert und den dritten insgesamt feierte, seit der Premiere 1996.
In der aktuellen DAIKIN HBL-Saison gewann der SCM beide Partien gegen den Bergischen HC (39:30, 27:25), insgesamt steht die Bilanz bei 22 Magdeburger Erfolgen in 27 Duellen. Der SCM ist nach 25 Siegen, zwei Remis und einer Niederlage DAIKIN HBL-Tabellenführer mit sieben Punkten Vorsprung vor dem Zweiten aus Flensburg. Der BHC ist aktuell auf Rang 15, mit vier Punkten Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz.
Nachdem man seit 2016 achtmal im Pokal-Achtelfinale ausgeschieden war, gelang dem BHC dieses Mal der Durchmarsch bis in die LANXESS arena – und das, obwohl man als einziger Teilnehmer des Lidl Final4 2026 bereits in der ersten Pokalrunde einsteigen musste. In Altenhagen setzte sich der BHC deutlich mit 38:24 durch. In Runde zwei war es enger beim HSC 2000 Coburg (26:23) und im Achtelfinale ging es in der heimischen Unihalle in Wuppertal gegen die Recken der TSV Hannover-Burgdorf sogar in die zweifache Verlängerung – am Ende feierte der BHC einen 40:38-Erfolg, und das erste Pokal-Viertelfinale seit 2016. In diesem sicherte Torwart Christopher Rudeck den 30:23-Sensationscoup gegen die MT Melsungen, Pokalfinalist der Jahre 2024 und 2025.
Die Magdeburger, die nach 2023 (Finalniederlage nach Siebenmeterwerfen gegen die Rhein-Neckar Löwen) und 2024 (Pokalsieg) zum dritten Mal in Köln am Start sind, starteten in Runde zwei mit einem 44:34-Derbysieg gegen den Zweitligisten Dessau-Roßlauer HV. Auch im Achtelfinale ging es für Magdeburg zu einem Zweitligisten: Beim TV Großwallstadt wurde es mit dem 45:27 noch deutlicher. Im Viertelfinale kam es zum Gigantenduell – und im Heimspiel gegen den aktuellen Tabellenzweiten SG Flensburg-Handewitt hieß es 35:29 – zum 13. Mal seit 1996 hatte sich der SCM für ein DHB-Pokal-Finalturnier qualifiziert, nachdem man bis 1990 viermal DDR-Pokalsieger geworden war.
Das Programm und Schiedsrichteransetzungen:
Samstag, 18. April 2026:
15:45 Uhr: Halbfinale 1 - TBV Lemgo Lippe vs. Füchse Berlin Schiedsrichter: Fabian Baumgart/Philipp Dinges
18:45 Uhr: Halbfinale 1 - Bergischer HC vs. SC Magdeburg Schiedsrichter: Marcus Hurst/Mirko Krag
Sonntag, 19.April 2026:
12:45 Uhr: Spiel um Platz 3 Schiedsrichter: Julian Köppl/Denis Regner
15:45 Uhr: Finale Schiedsrichter: Ramesh Thiyagarajah/Suresh Thiyagarajah













