2. HBL
Bochmann-Show in Nordhorn: Hagen beendet HSG-Erfolgsserie
HSG Nordhorn-Lingen vs. VfL Eintracht Hagen - Game Highlights
Foto: Bültmann
Dank der wohl besten zweiten Halbzeit der Saison hat der VfL Eintracht Hagen die beeindruckende Siegesserie der HSG Nordhorn-Lingen von zehn Siegen in Folge beendet. Mit 28:21 (14:12) behaupteten sich die Grün-Gelben am Sonntagnachmittag vor mehr als 3.000 Zuschauern in der Lingener Emsland-Arena. Eine ganz starke Abwehr mit einem überragenden Pascal Bochmann im Rücken war der Grundstein des beeindruckenden Erfolges, der von den mitgereisten Fans frenetisch gefeiert wurde.
Der Start in dieses Spiel, er geriet torarm. Auch, weil die beiden Top-Torhüter der Liga, Nordhorns Kristian van der Merwe und Hagens Pascal Bochmann, ohne Anlaufphase ins Match fanden. Die Eintracht benötigte ein paar Minuten, doch im dritten Anlauf war Pouya Norouzi dann erfolgreich, gefolgt von einem Gegenstoßtreffer von Pierre Busch.
Wie erwartet war die Partie auch ein Aufeinandertreffen zweier unterschiedlicher Abwehrsysteme. Hier die Nordhorner 6:0-Formation, die die Durchbruchräume für den Eintracht-Rückraum extrem eng machte. Schwerstarbeit in jeder Sequenz, die Pouya Norouzi, Linus Kutz, Jan von Boenigk und Philip Jungemann zu verrichten hatten. Die Eintracht ihrerseits startete im deutlich offensiveren 5:1-System, zunächst mit Josip Jukic auf der vorgezogenen Position. Das sorgte bald für HSG-Fehler.
In Überzahl besorgte Pouya Norouzi nach einer Viertelstunde die erste Hagener Führung (6:5), der Jan von Boenigk im nächsten Angriff sofort das 7:5 folgen ließ. Die hielt indes nicht lange, weil der im Sommer zum Bundesligisten HC Erlangen wechselnde HSG-Toptorschütze Frieder Bandlow mit einem Leger das 7:7 folgen ließ.
Nach 18 Minuten bat HSG-Trainer Mark Bult erstmals zur Auszeit, stellte zwischenzeitlich um auf den siebten Feldspieler. Das schien für die Eintracht nicht gänzlich unerwartet zu kommen. Niclas Pieczkowski und Tilman Pröhl bildeten nun das Zentrum der 6:0-Abwehr. Das Spiel blieb eng, mit weiterhin vielen Akzenten beider Torhüter (Pascal Bochmann stand schon jetzt bei überragenden 50 Prozent Fangquote) und der frühen zweiten Zeitstrafe gegen Frieder Bandlow nach Kopftreffer gegen den Eintracht-Keeper.
Kurzum: Intensiv war's. Hart auch, die Unparteiischen ließen viel durchgehen. Linus Kutz bekam das besonders zu spüren. Das 14:12 zur Pause, es ließ beiden Teams alle Optionen.
Aber: Die Eintracht verpatzte den Start in den zweiten Abschnitt. Nach zweieinhalb Minuten hatte Nordhorn aus dem 2-Tore-Rückstand eine 15:14-Führung gemacht, Hagen blieb viereinhalb Minuten ohne Torerfolg, ehe Pouya Norouzi den Bann brach. Pascal Bochmann hinter einer abermals sehr kompakten Hagener Abwehr war schließlich der Faktor, der die Eintracht zurück ins Spiel holte.
Und wie: Jan von Boenigks „Doppelschlag“ binnen weniger Sekunden zum 21:16 (42.) machte den schwachen Start endgültig vergessen. Zweite Auszeit Nordhorn als unmittelbare Reaktion, inklusive Torwartwechsel von Kristian van der Merwe auf den gut einschlagenden Luca Tschentscher. Doch die Eintracht war drin im Spiel, Jan von Boenigk erhöhte gar auf 22:16 (43.).
Mit jeder Minute rührte Grün-Gelb jetzt mehr Beton an. Was besonders gut funktionierte, war der permanente Abwehrswitch, der den HSG-Anwurf massiv verunsicherte und zu Fehlern provozierte. Vorne suchte Hagen permanent die 1-gegen-1-Aktion und traf oftmals auch unter passivem Vorwarnzeichen gute Entscheidungen. 13 Minuten vor dem Ende waren es so schon sieben Treffer Vorsprung für die Eintracht. Luca Richter hatte per Siebenmeter zum 24:17 getroffen.
Das war die Entscheidung. Denn obwohl die Eintracht vom Siebenmeterpunkt etwas schluderte und Nordhorn die Abwehr öffnete: Als letzte Instanz war da immer noch die „weiße Mauer“, Pascal Bochmann. 23 Paraden. 52 Prozent Fangquote. No more words needed.














