2. HBL
Handballkrimi in Dresden: Balingen gewinnt und klettert auf Rang zwei
HC Elbflorenz 2006 vs. HBW Balingen-Weilstetten - Game Highlights
Foto: Fleischer
Der HBW Balingen-Weilstetten hat in einem hochklassigen Handballkrimi beim HC Elbflorenz Dresden mit 28:27 (16:13) gewonnen. In der ausverkauften BallsportArena sicherten sich die Gallier zwei ganz wichtige Punkte, zogen dank des besseren Torverhältnisses wieder an den Sachsen vorbei und kletterten zumindest über Nacht auf den zweiten Tabellenplatz der 2. HBL.
Im Vorfeld des mit Spannung erwarteten Spitzenspiels standen zwei Dinge im Mittelpunkt: die Niederlagen beider Teams zum Rückrundenauftakt sowie das 20-jährige Vereinsjubiläum des HC Elbflorenz, das bewusst auf diesen Spieltag gelegt worden war. Bereits Stunden vor dem Anwurf war die Halle geöffnet, Dresdner Handballfans in Feierlaune. Ein Heimsieg gegen die Gallier schien fest eingeplant.
„Es war ein bisschen unser Plan“, meinte HBW-Spielmacher Elias Huber nach dem Spiel, „dass wir die Party crashen.“ Bis Huber und Co. den Auswärtssieg aber feiern konnten, mussten Spieler und Verantwortliche auf und neben der Bank durch ein Wellental der Gefühle. HBW-Geschäftsführer Axel Kromer war nach dem Schlusspfiff sichtlich gezeichnet. „Ich kann nicht mehr. Ich bin fix und fertig, aber unfassbar stolz auf die Mannschaft, wie sie das hinbekommen hat. Wie sie in der Crunchtime dem Druck und dem frenetischen Publikum standgehalten hat, war unglaublich“, gab der HBW-Chef zu Protokoll.
Überrascht wurden die Gallier zunächst von der offensiven 3:3-Abwehr der Hausherren. Mex Raguse war im ersten Angriff zu einem Wurf gezwungen, der eine leichte Beute des Dresdner Torhüters wurde. Im Gegenzug fiel das 1:0. Trotz eines verworfenen Strafwurfs gelang Raguse wenig später der Ausgleich, dennoch wirkten die Hausherren zunächst präsenter.
Was beim HBW funktionierte, war der Rückzug. Elbflorenz konnte Ballverluste der Balinger kaum nutzen, und in der stehenden Abwehr machten der wiedergenesene Stefan Bauer und vor allem Till Wente die Räume eng.
Die Gallier lagen meist mit ein oder zwei Treffern zurück, hielten jedoch dagegen und erzielten in der 17. Minute den 8:8-Ausgleich. Nach einem etwas glücklichen Treffer von Merlin Fuß zum 12:12 unterlief den Hausherren ein technischer Fehler. Aus der zweiten Welle heraus brachte Tim Ruggiero-Matthes den HBW erstmals mit 13:12 in Führung. Nun hatte der HBW das Momentum auf seiner Seite. Während sich der Tabellenzweite mehrere technische Fehler leistete, nutzten Tobias Heinzelmann und Co. ihre Chancen konsequent und gingen mit einer 16:13-Führung in die Halbzeit.
Nach der Pause verkürzte Elbflorenz in Überzahl auf 14:16, doch die Gallier antworteten. In doppelter Überzahl bauten sie den Vorsprung auf 20:16 aus (38.). Eine Vorentscheidung war das jedoch nicht. Nach einem vergebenen Strafwurf von Sascha Pfattheicher und einem technischen Fehler beim Anwurf stand es plötzlich nur noch 21:19. Die Partie wurde zerfahrener, beide Teams haderten mit Entscheidungen der Unparteiischen.
Beim 23:23 drohte das Spiel zu kippen. Doch Elbflorenz nutzte das Momentum nicht, kassierte binnen kurzer Zeit zwei Zeitstrafen, und Sascha Pfattheicher brachte den HBW mit seinem zehnten Treffer wieder in Führung.
Die Schlussphase war an Spannung kaum zu überbieten. In der 56. Minute führten die Hausherren wieder mit 27:26. Tim Ruggiero-Matthes glich in hektischer Phase zum 27:27 aus, wenig später parierte Daniel Rebmann einen Strafwurf. Nach Ballverlusten auf beiden Seiten bot sich den Galliern erneut die Chance.
Cheftrainer Matthias „Matti“ Flohr drückte den Auszeitbuzzer, um den finalen Spielzug zu besprechen. Als die Unparteiischen bereits das Zeitspiel anzeigten, tankte sich der an diesem Abend überragende Elias Huber durch die Dresdner Abwehr und schweißte den Ball zum 28:27 in die Maschen.
Mehr als 50 Sekunden waren noch zu spielen. Elbflorenz nahm seinerseits die Auszeit, kurz darauf musste Csaba Leimeter auf die Bank. In Unterzahl ließen die Gallier keinen Abschluss mehr zu. Mit Leidenschaft und Herz erkämpften sie sich den Ball und ließen die letzten Sekunden verstreichen.














