2. HBL
VfL Potsdam schnappt sich Big Points in Balingen
HBW Balingen-Weilstetten vs. 1. VfL Potsdam - Game Highlights
Foto: Schips
Abgezockt, nervenstark und eiskalt in der Schlussphase: Der VfL Potsdam hat sich zum Rückrundenauftakt mit einem 28:27 (13:14)-Auswärtssieg beim HBW Balingen-Weilstetten durchgesetzt. In der hitzigen „Hölle Süd“ drehten die Adler das Spiel nach der Pause, bestraften die Fehler der Hausherren konsequent und blieben in der Crunchtime ohne Gegentor.
In der fast ausverkauften „Hölle Süd“ ging es für beide Mannschaften um viel. Nur der Sieger würde den beiden Spitzenmannschaften weiterhin dicht auf den Fersen bleiben, entsprechend intensiv verliefen die ersten Minuten. Beide Abwehrreihen waren hervorragend eingestellt, sodass es bis zur dritten Spielminute dauerte, ehe der erste Treffer fiel. Die Gäste gingen durch Nicolas Paulnsteiner mit 1:0 in Führung. Georg Pöhle und Tim Ruggiero-Matthes drehten die Partie zwar umgehend zugunsten der Gallier, doch kaum hatten die Hausherren vorgelegt, gerieten sie nach einer Zeitstrafe in Unterzahl und mussten erneut den Ausgleich hinnehmen. Torhüter Daniel Rebmann parierte zunächst einen Strafwurf der Potsdamer, doch die Gäste sicherten sich den Rebound und verwerteten den Nachwurf. Apropos Rebound: Vor allem im zweiten Durchgang sollten die Abpraller nach Torhüterparaden noch zu einem ernsthaften Thema werden.
In einem Spiel mit hoher Ereignisdichte konnten die Hausherren bis zur Pause immer wieder vorlegen. Obwohl sich mehrfach die Gelegenheit bot, gelang es den Galliern im ersten Durchgang jedoch nie, sich um mehr als einen Treffer abzusetzen. Folgerichtig ging es mit der knappen 14:13-Führung in die Kabinen.
Direkt nach dem Wiederanpfiff glichen die Adler zum 14:14 aus. Einen technischen Fehler der Hausherren bestraften die Gäste postwendend, erstmals lagen die Gallier im Hintertreffen. Nun waren sie es, die permanent einem Rückstand hinterherliefen. Das Spiel wurde zunehmend intensiver und HBW-Torhüter Benedek Nagy rückte mehr und mehr in den Mittelpunkt. Mit einer überragenden Doppelparade bewahrte er sein Team vor einem erneuten Rückstand. Seine Vorderleute konnten diese Paraden jedoch nicht nutzen und gerieten wenig später dennoch mit 17:16 ins Hintertreffen. Nach einem weiteren technischen Fehler im HBW-Angriff verhinderte Nagy bei einem Tempogegenstoß mit einem starken Reflex zunächst sogar den Zwei-Tore-Rückstand, war Sekunden später nach dem nächsten Ballverlust aber machtlos – Potsdam zog auf 18:16 davon.
In der Folge stand immer wieder der Balinger Keeper im Fokus. Die Abpraller nach seinen Paraden landeten jedoch erneut und erneut in den Händen der Potsdamer und schließlich auch im Balinger Netz. Trotzdem gelang es dem HBW, den Zwei-Tore-Vorsprung der Gäste zu egalisieren und anschließend selbst mit zwei Treffern vorzulegen. Nach dem 22:20 durch Georg Pöhle reagierte VfL-Trainer Emir Kurtagic sofort mit einer Auszeit. Zwar kassierte HBW-Kapitän Tobias Heinzelmann anschließend eine Zeitstrafe, doch seine Mannschaft blieb am Drücker und hatte nach dem 23:21 durch Yonatan Dayan sogar die Chance, erstmals auf drei Tore davonzuziehen. Dayan unterlief jedoch ein Stürmerfoul und Potsdam verkürzte erneut.
Mit einem Kracher von Linkshänder Merlin Fuß zum 24:22 ging es in die letzten zehn Spielminuten. Die Potsdamer ließen sich weder vom Rückstand noch von der lautstarken Kulisse aus der Ruhe bringen und spielten ihren Plan konsequent zu Ende. Sie bestraften jeden Balinger Fehler. In der 55. Minute brachte Merlin Fuß die Gallier noch einmal mit 27:26 in Führung – es sollte der letzte Treffer der Hausherren an diesem Abend sein. Mehr als fünf Minuten lang gelang es dem HBW nicht mehr, den Ball im Potsdamer Gehäuse unterzubringen. In vier Angriffen fanden die Gallier keine Lösungen mehr gegen die kompakte Abwehr der Gäste. Verantwortung für Ball und Abschluss wurde hin- und hergeschoben. So war es am Ende nicht überraschend, dass der VfL Potsdam die Punkte mit an die Havel nahm und die Gallier nach mehr als 15 Monaten wieder eine Heimniederlage hinnehmen mussten.














