HBL
ÜberZahl – Die Zahlenkolumne: Der „Most Improved Player“ im Vergleich zur Saison 2024/25

Foto: Guenther
Die DKB hat in dieser Woche die Spieler vorgestellt, die sich in der laufenden Saison gemessen am Handball Performance Index (HPI) am stärksten verbessert haben. Datenanalyst Julian Rux wirft in der neuen Ausgabe von „ÜberZahl“ noch einen tieferen Blick auf die Zahlen.
Um eine faire Vergleichbarkeit zu gewährleisten, gelten wie in den Vorjahren und orientiert an der NBA drei feste Kriterien.
Erstens muss eine klare statistische Verbesserung im Vergleich zur Vorsaison vorliegen. Zweitens dürfen gestiegene Einsatzzeiten oder wenige absolvierte Spiele nicht der alleinige Grund für bessere Durchschnittswerte sein. Drittens darf der Spieler in seiner Karriere noch nicht bereits über einen längeren Zeitraum auf einem ähnlichen Leistungsniveau gespielt haben.
Auf Basis dieser Regeln wurden mehrere Spieler trotz guter Platzierungen im HPI-Ranking nicht in die engere Auswahl aufgenommen.
Erstens muss eine klare statistische Verbesserung im Vergleich zur Vorsaison vorliegen. Zweitens dürfen gestiegene Einsatzzeiten oder wenige absolvierte Spiele nicht der alleinige Grund für bessere Durchschnittswerte sein. Drittens darf der Spieler in seiner Karriere noch nicht bereits über einen längeren Zeitraum auf einem ähnlichen Leistungsniveau gespielt haben.
Auf Basis dieser Regeln wurden mehrere Spieler trotz guter Platzierungen im HPI-Ranking nicht in die engere Auswahl aufgenommen.
So rangiert Kai Häfner mit einer Verbesserung von fünf HPI-Punkten unter den fünf größten Aufsteigern der Liga. Statistisch steigerte er seine Torquote um 3,7 Treffer pro Spiel und verbesserte seine Wurfquote um 16,4 Prozentpunkte. Diese Entwicklung ist jedoch fast ausschließlich auf seine neue Rolle als erster Siebenmeterschütze zurückzuführen. Allein von der Linie erzielt Häfner 4,2 Tore pro Spiel mehr als in der Vorsaison. Aus dem Feld kommt er hingegen aktuell nur auf 3,7 Tore pro Spiel. Das sind sogar 0,5 weniger als im Vorjahr und der niedrigste Wert seit seiner letzten Saison beim HBW Balingen-Weilstetten 2013/14.
Ähnlich verhält es sich bei Uladzislau Kulesh, der im HPI-Ranking mit plus acht Punkten auf Rang drei geführt wird. Zwar weist er mit 67,1 Prozent die beste Wurfquote seiner Bundesliga-Karriere auf. Seine Torausbeute ist jedoch nahezu identisch mit der Vorsaison. Bereits 2023/24 erzielte er 3,7 Tore pro Spiel, aktuell sind es 3,6. Eine klare, nachhaltige Leistungssteigerung im Sinne des Awards ist damit nicht gegeben.
Nicht berücksichtigt wurden zudem mehrere Spieler aufgrund zu geringer Vergleichswerte. Amine Darmoul steigerte sich zwar um 3,0 Tore pro Spiel, absolvierte in der Vorsaison jedoch nur sechs Partien. Leo Prantner kam auf lediglich vier Einsätze in der aktuellen Spielzeit, Florian Drosten auf nur 13 Spiele im Vorjahr. Auch Max Beneke und Julian Buchele schafften es nicht in die Endauswahl. Beneke erzielte zwar 2,2 Tore mehr pro Spiel, verschlechterte jedoch gleichzeitig seine Wurfquote deutlich. Buchele verbesserte zwar seine Paradenquote, stand aber spürbar kürzer auf dem Feld als in der Vorsaison.
Auch Stephan Seitz verpasste die Endauswahl knapp. Er steigerte sich um 1,9 Tore pro Spiel und verbesserte seine Wurfquote um 7,3 Prozentpunkte. Die verbliebenen Kandidaten wiesen jedoch insgesamt den größeren Entwicklungssprung auf.
Damit bleiben drei Spieler, die auf Basis aller Kriterien als Top-Kandidaten für den Titel „Most Improved Player“ der Saison 2024/25 gelten.
Jannik Kohlbacher
Jannik Kohlbacher spielt in der DAIKIN HBL aktuell die beste Saison seiner Karriere. Mit 5,9 Toren pro Spiel erzielt er so viele Treffer wie nie zuvor. Sein bisheriger Höchstwert lag bei 4,4 Toren in der Saison 2018/19. Im Vergleich zur Vorsaison bedeutet das eine Steigerung um 2,0 Tore bei gleichzeitig deutlich verbesserter Effizienz.
Seine Wurfquote stieg um 11,4 Prozentpunkte auf 83,7 Prozent und ist damit ebenfalls ein persönlicher Bestwert. Neben seiner Offensivleistung hat sich Kohlbacher auch defensiv sichtbar weiterentwickelt. Seine Steals erhöhten sich von 0,1 auf 0,4 pro Spiel.
Mit durchschnittlich 55,7 Minuten Einsatzzeit steht er zudem länger auf dem Feld als jeder andere Spieler der Liga. Im HPI-Ranking verbesserte sich Kohlbacher um sechs Punkte. Das ist ligaweit die vierthöchste Steigerung.

August Pedersen
August Pedersen hat sich in der laufenden Saison so stark entwickelt wie kaum ein anderer Spieler der Liga. Mit einem Plus von sechs Toren pro Spiel steigerte er seine Torausbeute von 0,9 auf 6,9 Treffer. Kein anderer Spieler verbesserte sich in dieser Kategorie deutlicher. Auch aus dem Feld legte Pedersen erheblich zu. Mit 3,5 zusätzlichen Feldtoren pro Spiel liegt er hier ligaweit auf Rang zwei.
Trotz der gestiegenen Verantwortung verbesserte er seine ohnehin schon gute Wurfquote weiter. Aus dem Feld traf er nicht mehr zu 71,1, sondern zu 74,7 Prozent. Besonders effizient ist Pedersen im Gegenstoß. 92,3 Prozent seiner Abschlüsse verwertete er hier erfolgreich. Unter allen Spielern mit mindestens 15 Gegenstoßwürfen ist dies der Bestwert der Saison.
Der Wechsel von der SG Flensburg-Handewitt zur TSV Hannover-Burgdorf hat seine Rolle im Spiel massiv verändert. Pedersens offensive Verantwortung stieg um 8,9 Prozentpunkte. Von zuvor 2,2 Prozent, was Rang 58 unter allen Außen bedeutete, auf nun 11,2 Prozent. Damit liegt er ligaweit auf Platz eins aller Außenspieler. Auch im HPI-Ranking spiegelt sich diese Entwicklung wider. Mit plus zehn Punkten ist Pedersen der zweitgrößte Aufsteiger der Saison.

Elias Ellefsen á Skipagøtu
Dass Elias Ellefsen á Skipagøtu in dieser Liste auftaucht, ist wenig überraschend. Beim HPI ist er mit einer Verbesserung um zwölf Punkte der größte Aufsteiger der laufenden Saison. Seine Entwicklung zum zentralen Spielgestalter des THW Kiel wurde bereits mehrfach analysiert.
Statistisch unterstreicht er diesen Schritt eindrucksvoll. Mit 4,9 Toren pro Spiel erzielt er fast fünf Treffer mehr als in der Vorsaison. Alle diese Tore kommen aus dem Feld. Kein anderer Spieler ohne Siebenmeter weist eine größere Steigerung auf. Gleichzeitig verbesserte sich seine Wurfquote um 10,2 Prozentpunkte. Nur vier Spieler mit mindestens einem Feldtor pro Spiel legten hier noch stärker zu.
Besonders deutlich wird sein Einfluss bei der offensiven Verantwortung. Diese stieg um 15,9 Prozentpunkte auf 28,4 Prozent. Kein anderer Spieler verzeichnete einen größeren Zuwachs. Ligaweit liegt Ellefsen á Skipagøtu damit sogar auf Rang eins, knapp vor Mathias Gidsel.

Lasse Ludwig
Zusätzlich soll hier noch ein Blick auf Lasse Ludwig geworfen werden. Mit einem Plus von vier Punkten führt er das Ranking der meistverbesserten Keeper an. Bereits in der Vorsaison gehörte er mit einer Paradenquote von 30,7 Prozent zu den besten Torhütern der Liga. In der aktuellen Spielzeit steigerte er sich nochmals um 1,9 Prozentpunkte.
Mit einer Quote von 32,6 Prozent ist Ludwig aktuell der beste Torhüter der DAIKIN HBL unter allen Keepern mit mindestens zehn Einsätzen. Auch die angepasste Paradenquote, die die Schwierigkeit der Würfe berücksichtigt, sieht ihn mit 32,9 Prozent auf Rang eins.
Besonders stark ist der Berliner Schlussmann bei Gegenstößen. Hier pariert er 31,8 Prozent aller Würfe und liegt damit ligaweit auf Platz zwei. Noch auffälliger ist seine Leistung bei Distanzwürfen im Positionsangriff. Aus mehr als 8,5 Metern hält kein anderer Torhüter eine höhere Quote als Ludwigs 64,2 Prozent.

Mehr von Datenanalyst Julian Rux findet ihr auf Handballytics.de. Dort gibt seine neusten Artikel, in denen er aus neuen, datenbasierten Blickwinkeln alle möglichen Themen rund um den Handball analysiert.
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