HBL
Der Donnerstag in der DAIKIN HBL: SCM ist Deutscher Meister, Füchse vs. Hannover endet mit Remis, Melsungen punktet

Foto: Gora
Der Donnerstagabend in der DAIKIN HBL hielt einiges bereit! Zuerst kam es zwischen den Füchsen Berlin und der TSV Hannover-Burgdorf zu einem regelrechten Krimi, der mit 30:30 (15:11) endete. Zur gleichen Zeit sicherte sich die MT Melsungen den 33:27 (13:12)-Pflichtsieg gegen den SC DHfK Leipzig. Im späteren Topspiel behielt der SC Magdeburg gegen die SG Flensburg-Handewitt am Ende mit 31:30 (13:13) die Nerven und krönte sich zum vierten Mal zum Deutschen Meister.
Der SC Magdeburg krönt eine überragende Saison mit dem vierten Meistertitel. Das Topspiel gegen Flensburg nimmt einen dramatischen Verlauf und ein kurioses Ende.
Die Fans besangen ihren Meistermacher Bennet Wiegert, die Betreuer schleppten schon Bierkästen auf die Platte, doch das Kampfgericht diskutierte noch immer über das letzte Tor. Für den SC Magdeburg machte es aber keinen Unterschied mehr, der nächste Titel war vorzeitig eingefahren, die Meisterschale zurück aus Berlin. Die lange Partynacht konnte nach dem 31:30 (13:13) im Topspiel gegen die SG Flensburg-Handewitt beginnen.
Wiegert freute sich "unendlich" über den vierten Titel nach 2001, 2022 und 2024, gab seinen Spielern mit, "jetzt die Sau rauszulassen", hatte aber auch Mitleid mit dem Gegner. Eigentlich war das Spiel unentschieden ausgegangen, das letzte Tor von Magnus Saugstrup zählte aber nach einem ewig langen Videobeweis. "Am Ende tut mir der Sieg fast leid, einen Punkt hat Flensburg verdient", sagte Wiegert bei Dyn.
Das Remis hätte dem SCM gereicht, es wäre auch ein würdiger Schlusspunkt eines dramatischen Abends gewesen. "Wir hatten einen kleinen Rucksack auf, wir wollten es unbedingt durchdrücken, da hat uns die Leichtigkeit etwas gefehlt", gab Wiegert zu. Auch Philipp Weber meinte: "Wir waren heute bei vier Minus schon fast tot." Doch der SCM kam zurück. "Das bedeutet unglaublich viel, gerade mir als Magdeburger Junge", sagte Weber.
Vor 6600 Zuschauern, unter ihnen Bundestrainer Alfred Gislason, hatte sich Magdeburg in der ausverkauften Getec-Arena zunächst schwergetan, in den Rhythmus zu finden und scheiterte zudem immer wieder an Flensburgs Torhüter Benjamin Buric. FCM-Keeper Matej Mandic, der zur Halbzeit eine starke Quote von 60 Prozent aufwies, hielt die Gastgeber lange im Spiel.
Die Partie blieb jedoch bis tief in die zweite Halbzeit heiß umkämpft, am Ende behielt Magdeburg die Nerven. Zum besten Werfer avancierte am Donnerstagabend Gisli Thorgeir Kristjansson mit jeweils sechs Toren, für die Gäste traf Simon Pytlick acht Mal.
Für die Flensburger hat die Niederlage im Topspiel Konsequenzen. Durch das 30:30 (11:15) der Füchse Berlin gegen die TSV Hannover-Burgdorf zog der Hauptstadt-Klub punktgleich (49:13) dank der besseren Tordifferenz vorbei auf Platz zwei. Nur die ersten beiden Mannschaften qualifizieren sich für die Champions League. Berlin und Flensburg treffen am letzten Spieltag (7. Juni) aufeinander.
Titel Nummer drei als Trainer habe für ihn einen "extrem hohen" Stellenwert, sagte Wiegert schon vor der Partie im Bild-Interview: "Die Bundesliga hat für mich die größte Wertigkeit. Es ist unheimlich hart, die stärkste Handball-Liga der Welt zu gewinnen."
Die Füchse Berlin haben im Kampf um die Champions-League-Qualifikation in der Handball-Bundesliga einen unerwarteten Rückschlag erlitten. Der Meister des vergangenen Jahres kam am Donnerstagabend vor heimischem Publikum gegen die TSV Hannover-Burgdorf nicht über ein 30:30 (11:15) hinaus. Die Füchse liegen drei Spiele vor dem Saisonende hinter der SG Flensburg-Handewitt. Den direkten Konkurrenten empfängt Berlin am letzten Spieltag (7. Juni).
Gegen Hannover konnte auch der dänische Welthandballer Mathias Gidsel (9 Tore) die Partie nach der schwachen ersten Halbzeit nicht mehr drehen. Bei den Gästen aus Hannover ragte Torwart Joel Birlehm besonders vor der Pause heraus, Leif Tissier kam als bester Werfer auf sieben Tore.
Eine bittere und womöglich vorentscheidende Niederlage kassierte der SC DHfK Leipzig. Nach dem 27:33 (12:13) gegen die MT Melsungen droht mehr denn je der Abstieg in die 2. Liga - zehn Jahre nach dem Bundesliga-Aufstieg des Traditionsvereins. In den Spielen beim TBV Lemgo Lippe (3. Juni) und gegen GWD Minden (7. Juni) bleiben dem Schlusslicht noch zwei Chancen zu punkten.
Weitere Infos folgen in Kürze.
Alle Ergebnisse in der Übersicht:
Füchse Berlin vs. TSV Hannover-Burgdorf 30:30 (11:15)
SC DHfK Leipzig vs. MT Melsungen 27:33 (12:13)
SC Magdeburg vs. SG Flensburg-Handewitt 31:30 (13:13)
SC DHfK Leipzig vs. MT Melsungen 27:33 (12:13)
SC Magdeburg vs. SG Flensburg-Handewitt 31:30 (13:13)












