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EHF European League: DAIKIN HBL-Trio kämpft in Hamburg um den ersten internationalen Titel der Saison

Mittwoch, 27. Mai 2026

Foto: Anderson-Jensen

Wie 2025 haben sich auch in diesem Jahr Titelverteidiger SG Flensburg-Handewitt, der THW Kiel und die MT Melsungen für das Finalturnier der European League qualifiziert – und selbst die beiden Halbfinals am Samstag sind identisch mit denen des Vorjahres.

Man sieht sich immer zweimal im Leben - Selten passte ein Sprichwort besser zu einem Handballwettbewerb als dem Finalturnier der European League am kommenden Wochenende in Hamburg. Die gleichen vier Mannschaften wie im Vorjahr sind am Start, und EHF-Präsident Michael Wiederer schaffte es tatsächlich, die exakt gleichen Halbfinals wie 2025 auszulosen. Es heißt am Samstag in der Hamburger Barclays Arena also erneut THW Kiel gegen Montpellier Handball (um 12.30 Uhr live bei Dyn) und MT Melsungen gegen SG Flensburg-Handewitt (um 15.30 Uhr live bei Dyn). Die Anwurfzeiten sind früher als gewöhnlich, da die EHF nicht mit dem UEFA Champions-League-Finale Paris Saint-Germain gegen Arsenal London kollidieren will, das am gleichen Tag um 18 Uhr in Budapest angepfiffen wird. Am Finaltag ist dann alles wie immer: Spiel um Platz drei um 15 Uhr, Finale um 18 Uhr. Alle Partien zeigt HBL-Medienpartner Dyn live.
Somit stehen die rein mathematischen Chancen auf einen erneuten deutschen Sieg bei 75 Prozent. Seit Einführung der Finalturniere im Jahr 2013 schafften nur zwei nicht-HBL-Clubs den Sieg im zweitwichtigsten Europapokalwettbewerb: Pick Szeged aus Ungarn 2014 und Benfica Lissabon (Portugal) im Jahr 2022. Nimmt man den vorherigen EHF-Pokal hinzu, kamen seit 2004 19 Sieger aus der HBL. Seit der Einführung der European League in der Saison 2020/21 schaffte es nur eine Mannschaft, den Titel zu verteidigen: die SG Flensburg-Handewitt, die bei beiden bisherigen Turnieren in Hamburg 2024 (im Finale gegen die Füchse) und 2025 (im Finale gegen Montpellier) auf dem Siegerpodest stand.
„Wir können und wir wollen Geschichte mit dem dritten Titel in Folge schreiben“, sagt SG-Torwart Kevin Möller, der im Vorjahr nach 37 Paraden in Halbfinale und Finale zum Turnier-MVP gewählt worden war – und nach insgesamt elf Jahren Flensburg nun seinen letzten Titel mit der SG feiern will, bevor er zu GOG in Dänemark wechselt.
Im Vorjahr hatte sich die SG äußerst glücklich mit 35:34 nach Verlängerung gegen Melsungen durchgesetzt, ehe man das Finale dominierte (32:25). In der bisherigen European-League-Saison feierte die SG verlustpunktfrei den Gruppensieg, verlor dann drei der vier Hauptrundenspiele gegen den THW Kiel und Montpellier, setzte sich in den Play-offs gegen Aarhus durch und warf dann die Recken der TSV Hannover-Burgdorf im Viertelfinale (39:39, 43:35) raus.
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Dagegen wartet Halbfinalgegner MT Melsungen immer noch auf den ersten nationalen oder internationalen Titel. „Ich will endlich einmal in die Geschäftsstelle kommen und dort eine Siegertrophäe sehen, andere Medaillen haben wir genug“, sagt Torwart Nebojsa Simic. 2024 und 2025 stand die MT in Köln im DHB-Pokalfinale, 2025 erreichte man bei der Premiere in Hamburg den vierten Platz. In der laufenden Saison der DAIKIN Handball-Bundesliga gewann die SG beide Partien gegen Melsungen mit 35:32 und 40:30. In der European League feierte die MT ebenfalls den Gruppensieg, gab dann durch zwei Niederlagen gegen Vardar Skopje das direkte Viertelfinalticket aus der Hand. In den Play-offs gegen Fredericia aus Dänemark stand die MT nach der 29:35-Hinspielniederlage vor dem Aus, setzte sich dann aber zuhause mit 35:26 durch. Im Viertelfinale wurde es für das Team von Roberto Parrondo ähnlich knapp gegen den FC Porto (28:23, 19:23).
Der THW Kiel war bis zum Viertelfinale verlustpunktfrei, hatte für die 31:32-Halbfinal-Niederlage 2025 gegen Montpellier bereits in der Gruppenphase zweimal Revanche genommen (30:28 in Montpellier, 27:18 in Kiel) und auch Flensburg zweimal geschlagen. Dann aber das große Zittern: Beim kroatischen Vertreter RK Nexe verlor Kiel das Viertelfinal-Hinspiel 30:33, führte im Rückspiel mit sechs Treffern, ehe sich Nexe noch ins Siebenmeterwerfen rettete. Weil Andy Wolff und Gonzalo Pérez de Vargas zwei Würfe abwehrten, qualifizierte sich der vierfache Champions-League-Sieger und vierfache EHF-Pokalsieger wieder für Hamburg. THW-Geschäftsführer Viktor Szilagyi erwartet gegen Montpellier „ein offenes Duell um den Finaleinzug. Erfahrungsgemäß haben solche Turniere einen eigenen Charakter, und der größere Wille und die Tagesform entscheiden.“ Als einziges der vier Teams hat Montpellier in der Saison 2025/26 bereits einen Titel gewonnen, wurde am vergangenen Sonntag französischer Pokalsieger.
Der Sieger von Hamburg qualifiziert sich im Optimalfall für die Champions League, wenn man sich nicht über die Liga qualifiziert, was für Kiel, Melsungen und Montpellier bereits ausgeschlossen ist. Diese Regel gilt allerdings dann nicht, wenn die Sieger von Hamburg und des Champions-League-Finalturniers in Köln am 13./14. Juni aus dem gleichen Land kommen und sich beide nicht direkt für die Königsklasse qualifizieren.  Wenn eine deutsche Mannschaft gewinnt, qualifiziert sich diese entweder selbst direkt für die neue European-League-Saison oder sichert der DAIKIN HBL einen zusätzlichen Startplatz.
European-League-Finalturnier in Hamburg – Spielplan:
Halbfinals am Samstag, 30. Mai:
12:30 Uhr: Montpellier Handball vs. THW Kiel
15:30 Uhr: MT Melsungen vs. SG Flensburg-Handewitt
Finaltag am Sonntag, 31. Mai:
15:00 Uhr: Spiel um Platz drei
18:00 Uhr: Finale
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