HBL
Lidl Final4: Füchse Berlin stehen erstmals seit 2014 im Finale des DHB-Pokals

Foto: Schulze
Dank 18 Paraden von Torwart Dejan Milosavljev und elf Toren von Lasse Andersson schlägt der Deutsche Meister von 2025 den TBV Lemgo Lippe im ersten Halbfinale des Lidl Final4 in Köln. Zwischenzeitlich stand die Partie in der ausverkauften LANXESS arena aber auf des Messers Schneide.
Zum dritten Mal nach 1984 (damals noch als Reinickendorfer Füchse) und 2014 stehen die Füchse Berlin in einem DHB-Pokal-Finale. Im ersten Halbfinale des Lidl Final4 in der ausverkauften LANXESS arena gelang der Mannschaft von Nicolej Krickau ein 39:36-Erfolg gegen den TBV Lemgo. Den bislang einzigen Titel im Pokal gewann der aktuelle Super-Cup-Sieger im Jahr 2014 durch einen Finalerfolg über Flensburg. Beste Werfer der packenden Partie waren Lasse Andersson mit elf Treffern für die Füchse und Tim Suton (acht Tore für den TBV), der auch als bester Spieler der Partie ausgezeichnet wurde.
Nach zwei Niederlagen bei der Köln-Premiere in 2024 (Halbfinale gegen Magdeburg, Spiel um Platz drei gegen Flensburg) war es der erste Füchse-Sieg im DHB-Pokal in der LANXESS arena. Der TBV Lemgo Lippe wartet hingegen nach zwei Niederlagen im Jahr 2023 weiter auf den ersten Erfolg in Köln. Die morgigen Gegner der beiden Teams werden im zweiten Halbfinale zwischen dem Bergischen HC und dem SC Magdeburg ermittelt.
Der TBV Lemgo Lippe hatte anfangs mehr vom Spiel, angetrieben von Tim Suton, der fünf seiner acht Tore vor der Pause erzielte. Aber nach der 7:5-Führung der Ostwestfalen starteten die Füchse durch. Innerhalb von sechs Minuten gelang dem Meister ein 6:2-Lauf zum 11:9. In der Offensive hatte das Trio Mathias Gidsel, Lasse Andersson und Nils Lichtlein seinen Rhythmus gefunden, auf deren Konto gingen 14 der 20 Berliner Treffer in der ersten Hälfte.
Ein noch wichtigerer Faktor war allerdings Torwart Dejan Milosavljev, der ab der achten Minute mächtig aufdrehte und zur Pause schon bei elf abgewehrten Würfen stand. Vor allem in den letzten Minuten der ersten Hälfte war der Serbe kaum zu überwinden – und so gingen die Füchse mit einem verdienten Vier-Tore-Vorsprung in die Pause.
Doch der TBV kam wie verwandelt aus der Kabine, mit einer deutlich höheren Effektivität dank 7-gegen-6 im Angriff, einer stärkeren Defensive und lautstarker Unterstützung aus ihrem blauen Fanlager. Zudem machte sich der Torwartwechsel von Constantin Möstl auf Urh Kastelic positiv bemerkbar. Als Samuel Zehnder seinen dritten Siebenmeter verwandelte, hieß es 22:25 – und Lemgo war wieder obenauf, auch weil der Angriffsschwung der Füchse etwas zum Erliegen kam. Ein Doppelschlag Mitte der zweiten Hälfte durch den Ex-Berliner Frederik Simak und Bobby Schagen sorgte schließlich für das 26:27 – der TBV stand kurz davor, die Partie zu kippen. Die TBV-Fanecke rastete aus, Berlin wurde hektisch, alles war wieder offen.
Die neutralen Fans in der LANXESS arena hatten nun ebenfalls ihr Herz für den Underdog entdeckt. Aber immer dann, wenn der TBV die Chance zum Ausgleich hatte, vergab das Kehrmann-Team, wie nach dem 31:32, als Kastelic einen Siebenmeter von Tobias Grøndahl abgewehrt hatte. Und so kämpften sich die Füchse aus dieser Talsohle heraus, setzten sich fünf Minuten vor dem Ende wieder auf drei Tore ab – und in der Schlussphase zeigte auch Welthandballer Gidsel seine Klasse, der am Ende acht Treffer erzielte und gemeinsam mit Andersson auf 19 Treffer kam.













