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Lidl Final4: Im Finale Berlin gegen den Bergischen HC kommt es zu einer Premiere

Sonntag, 19. April 2026

Foto: Belibasakis

16 verschiedene Klubs haben in 50 Jahren den DHB-Pokal gewonnen – am Sonntag kann der 17. Name auf die Siegerliste kommen, sollte der Bergische HC das Finale des Lidl Final4 gegen die Füchse Berlin gewinnen. Der Hauptstadtclub strebt indes nach der zweiten Pokaltrophäe nach 2014.

Füchse Berlin oder Bergischer HC, Favorit oder Underdog, Meister gegen Aufsteiger – wer wird der 51. Sieger im DHB-Pokal? Nach dem Sensationscoup im Halbfinale gegen den SC Magdeburg brennt der BHC auf die nächste Überraschung, während die Füchse als amtierender Meister und Handball Super Cup-Sieger den dritten nationalen Titel innerhalb eines Jahres und den Pokal zum zweiten Mal nach 2014 gewinnen wollen. Zuvor stehen sich der TBV Lemgo Lippe und der SC Magdeburg im Spiel um Platz drei gegenüber.
 
Finale: Füchse Berlin vs. Bergischer HC (15.45 Uhr, live bei Dyn und in der ARD)
„In Köln kann alles passieren“, hieß es optimistisch beim Bergischen HC vor dem Lidl Final4 2026 – und nun steht man im Finale gegen die Füchse Berlin. Zehn Jahre nach seinem ersten Halbfinale hatte sich der BHC wieder für ein Pokal-Finalturnier qualifiziert. Im Gegensatz zu 2016, als man in Hamburg nach Verlängerung am SC Magdeburg gescheitert war, machte es das Team von Markus Pütz und Arnor Gunnarsson in Köln besser, setzte sich sensationell im Siebenmeterwerfen mit 31:30 gegen den SCM durch, hatte nach der TSV Hannover-Burgdorf (im Achtelfinale nach Verlängerung) und der MT Melsungen im Viertelfinale zum dritten Mal als Underdog einen Favoriten in der aktuellen Pokalsaison eliminiert. Nun wollen die Löwen auf Füchse-Jagd gehen, sind allerdings wie schon im Halbfinale der krasse Außenseiter gegen den aktuellen Meister und letztjährigen Champions-League-Finalisten.
„Mit unseren unglaublichen Fans im Rücken wollen wir das Finale genießen. Wer hier Magdeburg schlägt, kann auch gegen die Füchse gewinnen“, sagte BHC-Rückraumspieler Sören Steinhaus nach dem Halbfinaltriumpf. In der aktuellen Saison der DAIKIN Handball-Bundesliga verlor der BHC beide Partien gegen die Füchse deutlich (27:39 in Berlin, 28:35 in Wuppertal). Insgesamt führen die Füchse in der Liga-Statistik mit 17:6 Siegen gegen den Bergischen HC, der allerdings auch zwei der vergangenen fünf Duelle gegen den Hauptstadtklub gewann. In der aktuellen DAIKIN HBL-Tabelle belegen die Füchse den dritten Platz, Aufsteiger BHC rangiert auf Rang 15.
Weil das Team von Arnor Gunnarsson und Markus Pütz überhaupt erst zum zweiten Mal bei einem Pokal-Finalturnier am Start ist, ist das Finale der Saison 2025/26 auch das erste Duell der beiden Teams bei einem Final4. Für die Füchse ist es am Sonntag das dritte Finale nach 1984 und 2014 – vor zwölf Jahren gewann Berlin seinen einzigen Titel, seinerzeit noch unter Dagur Sigurdsson wurde das Finale mit 22:21 gegen die SG Flensburg-Handewitt gewonnen. Danach standen die Berliner noch dreimal in Pokal-Halbfinals, verloren diese aber gegen Magdeburg (2015 und 2024) und gegen den THW Kiel (2019). Im Jahr 2026 setzten sich die Füchse dann erstmals in Köln durch, gewannen am Samstag nach hartem Kampf 39:36 gegen den TBV Lemgo Lippe.
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Im Finale kommt es nun auch zum Duell der am Samstag überragenden Torhüter: Mit 18 Paraden sicherte Dejan Milosavljev den Füchsen den Finaleinzug, Christopher Rudeck wehrte gegen Magdeburg zehn Würfe ab, davon insgesamt sechs Siebenmeter. Noah Beyer war mit sieben Treffern, darunter dem letzten und entscheidenden Siebenmeter, bester BHC-Werfer im Halbfinale, Lasse Andersson traf elfmal für Berlin gegen Lemgo, Welthandballer Mathias Gidsel steuerte acht Treffer bei. Gidsel könnte am Sonntag seiner Titelsammlung den ersten DHB-Pokal zufügen, zudem kann er seinen Final-Fluch in der LANXESS arena beenden, nachdem er 2024 das EM-Endspiel mit Dänemark gegen Frankreich und 2025 das Champions-Legaue-Finale mit den Füchsen gegen Magdeburg verloren hatte.
Der Sieger des Finales bucht derweil gleich zwei Tickets für andere Wettbewerbe: erstens für die European League und als zweites den Startplatz beim Rexel Super Cup am 22. August in München, wo es dann gegen den noch zu kürenden Meister geht. Sollten die Füchse das Finale gewinnen und sich über die Liga oder als Champions-League-Sieger für die neue CL-Saison qualifizieren, dürfte auch der BHC jubeln, denn dann spielen die Bergischen Löwen in der European League.
Das Finale des Lidl Final4 wird geleitet von den Brüdern Ramesh Thiyagarajah/Suresh Thiyagarajah, die bereits das erste Endspiel in Köln 2023 geleitet hatten. Seinerzeit mussten sie einen langen Dienst verrichten, denn die Partie zwischen den Rhein-Neckar Löwen und dem SC Magdeburg wurde erst nach Verlängerung und Siebenmeterwerfen entschieden. 2025 leiteten Thiyagarajah/Thiyagarajah das Endspiel um den DHB-Pokal der Frauen.
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Spiel um Platz 3: TBV Lemgo Lippe vs. SC Magdeburg (12.45 Uhr, live bei Dyn)
Für SCM-Trainer Bennet Wiegert ist es eine „Riesen-Verantwortung“, den Magdeburger Fans einen Sieg im Spiel um Platz drei zu schenken, und für den TBV Lemgo Lippe geht es darum, den ersten Sieg in der LANXESS arena zu feiern. 2023 verlor der TBV beide Spiele beim ersten Finalturnier gegen Magdeburg (31:33 im Halbfinale) und die SG Flensburg-Handewitt (23:28) im Spiel um Platz drei. Am Samstag verloren beide früheren Pokalsieger ihre Halbfinals, für Lemgo stand ein 36:39 gegen Berlin, Magdeburg verlor mit 30:31 gegen den Bergischen HC nach Siebenmeterwerfen.
Für den Sieger des Spiels um Platz drei wartet ein besonderer Bonus: wie die beiden Finalisten steigt dieser in der Pokalsaison 2026/27 erst im Viertelfinale ein. „Wir wollen uns mit einem Sieg verabschieden, es geht auch um die Ehre und um unsere Fans“, sagt TBV-Rückraumwerfer Tim Suton, der mit acht Treffern bester Werfer seines Klubs im Halbfinale war. Für Magdeburg hatte Felix Claar siebenmal gegen den BHC getroffen.
In der HBL-Tabelle liegt Magdeburg souverän an der Spitze, hat aktuell 17 Punkte Vorsprung auf die sechstplatzierten Lemgoer. Der SCM hat beide Ligaspiele gegen Lemgo gewonnen (39:33 auswärts, 36:32 zuhause). Beide Teams vereinen insgesamt sieben Pokalsiege – Lemgo vier, Magdeburg drei – und da wird dieses Jahr keiner dazukommen. Schiedsrichter der Partie sind die Final4-Debütanten Julian Köppl/Denis Regner.
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Text: Pazen

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