HBL
Herzschlagfinale im Topspiel: SCM krönt sich gegen Flensburg zum Deutschen Meister
SC Magdeburg vs. SG Flensburg-Handewitt - Game Highlights
Foto: Gora
Der SC Magdeburg krönte eine überragende Saison gestern Abend mit dem vierten Meistertitel. Das Topspiel gegen den Tabellenzweiten aus Flensburg nahm einen dramatischen Verlauf und hielt für die Zuschauer ein kurioses Ende bereit. Letztlich siegte der SCM in letzter Sekunde hauchdünn mit 31:30, sodass der anschließende Jubel keine Grenzen kannte.
Um 21.45 Uhr war es so weit. Jubel, Tränen, Freudentänze – alles fand sich auf dem Spielfeld zusammen, als feststand, dass der SCM zum vierten Mal in der Clubgeschichte die Deutsche Meisterschaft nach Magdeburg geholt hat. Zu Beginn des Spiels war dieser Ausgang indes nicht abzusehen.
Beide Seiten kämpften von der ersten Minute an um jeden Ball und zeigten, warum das Duell zwischen Magdeburg und Flensburg im Vorfeld – unabhängig von der Tabellensituation – als Topspiel deklariert worden war. Besonders auszeichnen konnten sich dabei die Abwehrreihen, die samt ihrer Torhüter dafür sorgten, dass es trotz schneller Ballwechsel zunächst wenig Treffer zu sehen gab (2:2, 7.).
Da Flensburgs Benjamin Buric zwischen den Pfosten gegenüber SCM-Keeper Sergey Hernandez den besseren Start erwischte, konnten die Gäste sich eine Führung erspielen (6:10, 19.). Der Wechsel auf der Torhüterposition nach einer guten Viertelstunde auf Matej Mandic brachte allerdings einen neuen Impuls. Der gebürtige Kroate hielt direkt mehrere Bälle und war ein bedeutender Faktor dafür, dass der SCM auf 10:11 (23.) verkürzte. Wenig später erzielte Elvar Örn Jonsson das 11:11 (25.), bevor Tim Hornke vom Siebenmeterstrich aus das 12:11 (27.) klarmachte.
Nach der Pause blieb es weiter eng, setzten beide Mannschaften da an, wo sie in der ersten Halbzeit aufgehört hatten. Die SG legte vor, Magdeburg zog nach – die 6600 Fans in der Halle bekamen ein packendes Handballspiel zu sehen. In der 43. Minute traf Gisli Kristjansson zum 21:21 und das Spiel war weiter offen.
In der Schlussphase leistete sich der SCM dann aber ein paar Fehler zu viel, und Flensburg stellte auf 24:27 (50.). Doch die Sieben von Trainer Bennet Wiegert warf weiter alles rein und verkürzte auf 27:28 (55.) und machte dann das 30:30 (59.). Mit der grandiosen Unterstützung der grün-rote Anhängerschaft reichte für den Sieg – und die Deutsche Meisterschaft.
Stimmen zum Spiel:
Aleš Pajovič (Trainer SG Flensburg-Handewitt): „Gratulation für die verdiente Meisterschaft. Das war ein unglaubliches Spiel. Wir haben das gut gemacht – das ist hier gegen Magdeburg nicht normal. Aber leider bekommen wir es am Ende nicht über die Ziellinie.“
Bennet Wiegert (Trainer SC Magdeburg): „Flensburg reißt hier ein wahnsinniges Spiel ab. Ob ein Unentschieden gerechter gewesen wäre – ich weiß es nicht. Sie fordern uns alles ab, stellen uns immer wieder vor Aufgaben. Beide Mannschaften haben alles auf dem Feld gelassen. Und trotzdem: Wir haben das über die Saison richtig gut gemacht. Diese Meisterschaft steht über allem. Danke für diese Unterstützung, danke für das alles. Wir sind so stolz und dankbar gerade.“
Daniel Pettersson (Rechtsaußen SC Magdeburg): „Das ist so ein unglaubliches Gefühl. Es ist das dritte Mal für mich, dass wir die Deutsche Meisterschaft gewinnen, aber jedes Mal hat es etwas Neues und Besonderes an sich. Wir haben das ganze Spiel über gekämpft, um zurückzukommen. Am Ende haben wir es geschafft.“












