HBL
Rekordmeister gegen Tabellenführer: Der große Vergleich vor dem Topspiel am Sonntag

Foto: Popova
Kann der THW Kiel den SC Magdeburg als erstes HBL-Team der laufen Saison besiegen? Was spricht für die Zebras, was für den Tabellenführer? In Sachen Titel liegt der THW vorne, in der aktuellen Spielzeit ist Magdeburg das Maß aller Dinge.
Zweiter Spieltag des Jahres 2026, erstes großes Topspiel in der DAIKIN Handball-Bundesliga: Wenn am Sonntag (18:00 Uhr, live bei Dyn) Rekordmeister THW Kiel den aktuellen Tabellenführer SC Magdeburg empfängt, geht es für den Gastgeber darum, die Lücke zum souveränen Spitzenreiter zu verkleinern und vielleicht noch ins Titelrennen eingreifen zu können. Insgesamt 23 EM-Teilnehmer stehen auf dem Feld, darunter zwei dänische Europameister, vier deutsche Silbermedaillengewinner und zwei Bronze-Kroaten. Hier der große Vergleich der beiden Spitzenteams:
Die Ausgangslage:
Der SC Magdeburg ist souveräner Tabellenführer der DAIKIN HBL mit 38:2 Punkten nach 18 Siegen und zwei Remis – insgesamt ist der SCM seit 34 Ligaspielen ungeschlagen. Das letzte von zwei Unentschieden dieser Saison gab es just im Hinspiel gegen den THW Kiel mit einem 26:26 am 23. Dezember 2025, zuvor spielte das Team von Bennet Wiegert remis in Erlangen. Der THW Kiel liegt mit 30:10 Punkten acht Zähler hinter dem SCM auf Rang vier. Der Abstand hätte noch größer sein können, wenn nicht Eric Johansson am Mittwoch mit dem letzten Wurf den glücklichen 28:27-Sieg bei den Rhein-Neckar Löwen sichergestellt hätte. Es war der zwölfte Saisonsieg des THW, der zwar erst zwei Partien verloren hat, aber mit sechs Remis die Rekordmarke der Liga (gemeinsam mit FRISCH AUF! Göppingen) hält. Der SCM hatte den TBV Lemgo Lippe im Topspiel des 20. Spieltags jederzeit unter Kontrolle, gewann nach deutlicher 19:13-Pausenführung mit 36:32.
Die bisherige HBL-Bilanz:
In bisher 68 HBL-Partien feierte Kiel 39 Siege, Magdeburg gewann 21-Mal, acht Duelle endeten Remis. In Kiel setzten sich die Hausherren 26-Mal durch, viermal gewann der SCM, drei Partien endeten Remis. In der vergangenen Saison feierten die Zebras zwei Siege, in der Spielzeit 2023/24 gab es den letzten Magdeburger Auswärtssieg in Kiel. Beachtlich war der höchste THW-Heimsieg gegen den SCM mit einem 54:34 im Dezember 2005.
Abwehr und Angriff:
Der SCM Magdeburg stellt mit 538 Gegentoren die beste Abwehr der Liga und mit 651 Treffern den zweitbesten Angriff jener Teams, die 20 Partien bestritten haben (hinter Flensburg). Die Kieler haben 24 Treffer weniger erzielt und 46 Gegentreffer mehr kassiert.
Die besten Werfer: Elias Ellefsen á Skipagøtu ist erfolgreichster Torschütze des THW mit 138 Treffern, allesamt Feldtore und liegt auf Rang vier des HBL-Rankings. Den dritten Platz hält der Magdeburger Omar Ingi Magnusson mit 146 Treffern, davon 56 per Siebenmeter.
Die Torhüter: Sergey Hernandez (SCM) führt mit 210 Paraden das HBL-Torhüter-Ranking an, auf Platz drei liegt Andreas Wolff (THW) mit 194 abgewehrten Würfen. Zum zweiten und letzten Mal kommt es zum Duell der spanischen Torhüter Hernandez und Gonzalo Perez de Vargas.
Die Trainer:
Filip Jicha (THW) und Bennet Wiegert (SCM) gehören zu den seltenen Spezies, die die deutsche Meisterschaft und die Champions League jeweils als Spieler und Trainer gewonnen haben. Jicha ist seit 2019 Trainer der Kieler, Wiegert übernahm 2015 den SCM. Beide waren zuvor lange Jahre Spieler bei ihren heutigen Klubs.

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Die EM-Starter:
Insgesamt 23 Spieler beider Klubs (13 für den SCM, 10 für den THW) waren bei der EM 2026 im Einsatz. Kiel und Magdeburg sind die beiden einzigen Klubs, die den kompletten Medaillensatz gewannen. Aus Kieler Sicht errang Magnus Landin Gold mit Dänemark, Andreas Wolff, Rune Dahmke und Lukas Zerbe gewannen Silber mit Deutschland), Veron Nacinovic Bronze mit Kroatien. Der SCM stellte Spieler sogar bei allen vier EM-Halbfinalisten, gewann Gold durch Magnus Saugstrup (Dänemark), Silber durch Lukas Mertens (Deutschland) und Bronze durch Matej Mandic (Kroatien). Omar Ingi Magnusson, der aktuell verletzte Elvar Örn Jonsson und Gisli Kristjansson wurden mit Island EM-Vierter.
Legendenstatus:
Magnus Landin darf sich jetzt Legende nennen, der EM-Titel fehlte dem Linksaußen noch in der Sammlung. Zuvor war er viermal Weltmeister, zweimal Olympiasieger, Champions-League-EHF-Pokal-Sieger, deutscher Meister und deutscher Pokalsieger geworden. Magnus Saugstrup fehlt zum Legendenstatus noch der EHF-Pokal, dafür hat er die Königsklasse bereits zweimal mit dem SCM gewonnen. Weitere „Legenden“ sind die Dänen Niklas Landin, Lasse Svan und Hans Lindberg.
DHB-Pokal:
Der THW Kiel wird seinen Titel beim Lidl Final4 am 18./19. April nicht verteidigen können. Im Viertelfinale verloren die Zebras mit 30:32 bei den Füchsen Berlin. Der SCM, der zuletzt 2024 den Pokal gewonnen und in der Saison darauf am THW gescheitert war, steht indes im Finalturnier. Die Wiegert-Truppe gewann das Viertelfinale gegen die SG Flensburg-Handewitt mit 35:29.
Internationale Saison:
Sowohl der SC Magdeburg als auch der THW Kiel haben in ihren internationalen Wettbewerben bislang alle Spiele gewonnen: der SCM als CL-Titelverteidiger alle zehn Gruppenspiele der Champions League, der THW alle sechs Gruppenspiele in der European League. Kommende Woche starten beide Wettbewerbe wieder – für den THW mit dem „internationalen Derby“ gegen die SG Flensburg-Handewitt in der Hauptrunde.
Die Titelsammlungen:
Mit 23 Titeln (zuletzt 2023) ist der THW Kiel deutscher Rekordmeister, in der HBL feierte der SC Magdeburg drei Titel (zuletzt 2024). Auch im DHB-Pokal ist der THW Kiel mit 13 Titeln (zuletzt 2025) der Rekordsieger, für den SC Magdeburg stehen drei Pokalsiege (zuletzt 2024) in der Bilanz. International liegt der THW ebenfalls noch knapp vorne mit jeweils vier Trophäen in der Königsklasse (zuletzt 2020) und dem EHF-Pokal/European League (zuletzt 2019). Der SCM hat dreimal die Champions League gewonnen (zuletzt 2025) und viermal den EHF-Pokal/European League (zuletzt 2021).














