HBL
THW Kiel fügt SCM erste Saisonniederlage zu
THW Kiel vs. SC Magdeburg - Game Highlights
Foto: Klahn
Dem THW Kiel ist ein perfekter Start in das Handballjahr 2026 gelungen. Nach dem Krimi-Sieg in Mannheim gewannen die Zebras auch das Top-Spiel gegen den SC Magdeburg mit 31:29 (10:12). Zu den entscheidenden Figuren zählte besonders Torhüter Gonzalo Perez de Vargas, der seinem Team mit 14 Paraden zu einer Leistungssteigerung im zweiten Abschnitt verhalf.
Vor den Augen von Ministerpräsident Daniel Günther, Innenministerin Magdalena Finke und Bundestrainer Alfred Gislason war Rechtsaußen Lukas Zerbe mit neun Toren bester Schütze für den Sieger, behielt vor allem von der Siebenmeterlinie klaren Kopf. "Wir hatten uns viel vorgenommen", sagte Zerbe mit strahlendem Gesicht nach der Kieler Glanzvorstellung im zweiten Durchgang. "Aber zunächst haben wir uns zu viele Würfe genommen. Das wurde in der zweiten Halbzeit viel besser. Jetzt lief unser Spiel überragend, unsere Deckung war sehr aggressiv, ließ nur noch wenig zu. Außerdem war Gonzalo großartig. Es war ein sehr emotionales, hartes, aber auch faires Spiel. Und: Einfach großartig", fügte Zerbe an, "wie uns die Fans nach der Pause geholfen geholfen haben. Da war die Halle war phänomenal, ohne unsere Fans wäre dieser Sieg nicht möglich gewesen.“
Garant für den Erfolg war vor allem aber die grandiose Abwehrleistung der Zebras. Hinter der Kieler Deckung überragte Torhüter Gonzalo Perez de Vargas. Der Spanier, schon nach zwei Minuten für den nach einem Gesichtstreffer angeschlagenen Andreas Wolff gekommen, hielt insgesamt 14 Bälle auf, raubte den Gästen 90 Sekunden vor dem Ende mit der Glanzparade gegen Hornke endgültig den Nerv. Dabei waren die Zebras schwer in die Partie gekommen. Die Rückraumspieler Harald Reinkind und Elias Ellefsen á Skipagötu gingen erneut schwer angeschlagen ins Spiel. Reinkind biss auf die Zähne, und das tat auch der junge Färinger: Er warf sich trotz der Schmerzen in der Schulter und zahlreicher Attacken eben gegen diese ins Geschehen, sorgte in der zweiten Hälfte mit seinen Toren für wichtige Impulse, war zudem oft nur auf Kosten von Siebenmetern zu bremsen. Eine großartige Partie lieferte auch Europameister Magnus Landin ab, der, wie schon in Mannheim, in engen Phasen mit hundertprozentiger Torquote von Linksaußen glänzte.
Die ersten 30 Minuten standen vor allem im Zeichen überragender Abwehrreihen mit starken Torhütern dahinter. Kiels Mittelblock mit Hendrik Pekeler und Veron Nacinovic war der bissiger Rückhalt bei den Zebras, auf der anderen Seite avancierte vor allem SCM-Torhüter Hernandez zu einem starken Gegenpart für die etwas zu wild werfenden Kieler. Der starke Eric Johnsson eröffnete den Torreigen in eienr hektischen, von wenig Fluss geprägten Anfangsphase. Gut, dass Gonzalo Perez de Vargas sofort voll da war: Der Spanier startete gleich mit einem gehaltenen Siebenmeter gegen Magnusson in die Partie, war in der Folge, genau wie sein Gegenüber Hernandez, maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Angreifer nur wenig Erfolg hatten. Schwer taten sich vor allem die Zebras, suchten lange vergeblich Lücken im Magdeburger Abwehrblock. Die Gäste hatten ihre stärkste Phase in den ersten 20 Minuten, zogen mit einem 3:0-Lauf durch Pettersson (2) und Lagergren bis zur 21. Minute auf 8:4 davon. Und wieder war es das Sieben-gegen-Sechs, das Sicherheit hab. Der Kracher von Johansson löste dann auch die Bremse im THW-Angriff ein wenig. Lukas Zerbe brachte seine Farben nervenstark mit drei Treffern in Folge in der 26. Minute auf 8:9 heran.
Wichtig waren jetzt vor allem die großartigen Reflexe von "Gonschi", der sein Team mit Paraden gegen Pettersson, Saugstrup oder Magnusson im Spiel hielt. Wichtig war zudem, dass Filip Jicha auf die gesamte Breite seines Kaders setzte. Der THW-Trainer brachte Nikola Bilyk, schickte Mohab Abdelhak aufs Parkett, und am Kreis war Lukas Laube ein ständiger Unruheherd für die SCM-Abwehr.Sol stellten die Zebras schon im ersten Durchgang den Gegner immer wieder vor neue Aufgaben. Bilyk traf vor dem Wechsel per Rückhandwurf zum 9:10, Zerbe zum 10:11. Doch durch den verwandelten Strafwurf von Magnusson gingen die Teams mit 12:10 für die Gäste in die Kabinen.
Die Zebras kehrten trotzdem mit ganz breiter Brust und einem nochmal gesteigerten Willen aus den Kabinen zurück. Sie kassierten zwar das 10:13 per Siebenmeter von Magnusson, dann aber kämpfte sich der THW Kiel endgültig in die Partie hinein. Die Abwehr packte noch fester zu, gemeinsam wurde Angriff um Angriff der Magdeburger gestoppt, mit Leidenschaft unterbrochen und so der Gegner genervt. Und in der eigenen Offensive lief der Ball wie im Lehrbuch. Á Skipagötu wirbelte jetzt in der Mitte oder auf Halbrechts, Lukas Laube traf vom Kreis wie er wollte, Eric Johansson nahm ebenfalls das Heft in die Hand. In der 38. Minute jubelte die Arena beim 15:15 von á Skipagötu über das erste Remis in der zweiten Halbzeit, wenig später erzielte Laube nach tollem Anspiel des färinger Spielmachers das 17:16 und damit die erste Führung seit den Anfangsminuten.
Die letzten zehn Minuten waren dann nichts für schwache Nerven, mit einer brutalen Intensität starteten beide Mannschaften in die letzten zehn Minuten. Erst verwarnte das Schiedsrichtergespann SCM-Spieler Gisli Kristjansson nach Videobeweis wegen Schauspielerei, auf der anderen Seite sah Hendrik Pekeler ebenfalls nach Videobeweis Rot nach einem Einsteigen gegen Saugstrup. "Peke" entschuldigte sich beim Magdeburger, erlebte die Schlussphase von der Tribüne aus, jubelte über die wichtige Parade von Perez de Vargas gegen Musche, die im Gegenzug Basis für das 28:24 von Eric Johansson in der 55. Minute war. Ein Vorsprung, den die Kieler in ihrem Tollhaus Wunderino Arena und mit der Unterstützung ihrer "weißen Wand" sicher über die Zeit brachten. Auch, weil Magnus Landin 90 Sekunden vor dem Ende gekonnt zum 31:28 vollendete und Perez de Vargaz mit seiner Glanzparade gegen Hornke endgültig den Deckel auf den THW-Triumph schraubte, die Kieler Wunderino Arena in von einem Hexenkessel in die größte Party-Arena der Stadt verwandelte.













