HBL
Tim Hornke: Auf das 1000. Feldtor soll der Meistersekt folgen

Foto: Weller
Im Optimalfall kann der SC Magdeburg bereits am Sonntag Deutscher Meister werden. Für Rechtsaußen Tim Hornke, der gerade eine besondere Marke erreichte, wäre es der erste Höhepunkt in seiner letzten Saison.
Als Tim Hornke am 29. Spieltag der DAIKIN Handball-Bundesliga 53 Sekunden vor dem Abpfiff das 29:25 für den SC Magdeburg im Auswärtsspiel beim TVB Stuttgart erzielte, war damit nicht nur der wichtige Sieg (am Ende 30:26) eingetütet, sondern auch eine besondere Marke für den 35-jährigen SCM-Rechtsaußen – sein 1000. Feldtor in der HBL. Am 23. Dezember, beim 26:26 im Topspiel gegen den THW Kiel, hatte Hornke bereits sein 1500. Bundesligator erzielt zur zwischenzeitlichen 11:10-Führung der Magdeburger.
Solche Zahlen haben für Hornke eine gewisse, aber nicht die wichtigste Bedeutung: „Dass ich mein 1000. Feldtor gegen Stuttgart erzielt hatte, war mir gar nicht bewusst – im Gegensatz zum 1500. HBL-Tor gegen Kiel im Dezember. Auch wenn die Mannschaft über allem steht, zeigen diese Zahlen, dass ich seit einer langen Zeit in der HBL auf hohem Niveau spiele. Dennoch wird man sich immer eher an die Teamerfolge erinnern als an solche Zahlen“, sagt der Linkshänder, der nach dieser Saison seine Karriere beenden wird: „Ich habe die Entscheidung in der vergangenen Saison getroffen, habe im März 2025 mit Benno darüber gesprochen.“
Der gebürtige Hannoveraner wechselte 2010 aus seiner Heimatstadt zum SCM, für den er in den folgenden vier Jahren auflief. Nach einem Intermezzo von 2014 bis 2019 beim TBV Lemgo kehrte Hornke an die Elbe zurück und trug seitdem wieder das grün-rote Trikot. Hornke gewann mit dem SC Magdeburg alle erdenklichen Titel, holte deutsche Meisterschaft, DHB-Pokal, EHF European League, EHF Champions League, IHF Super Globe - viele davon mehrfach. In seinen bisher 485 Bundesliga-Spielen erzielte er 1518 Tore.
Und Hornke ist neben Linksaußen Matthias Musche der einzige Spieler im aktuellen SCM-Kader, der noch mit Trainer Bennet Wiegert zusammengespielt hatte. „Natürlich habe ich eine besondere Beziehung zu Benno. Es sind jetzt insgesamt elf Jahre mit ihm. Generell hat er allerdings eine sehr gute Beziehung zu jedem Spieler, deswegen ist es für die anderen nicht anders, nur weil sie nicht mit ihm gespielt hatten. Es war für mich aber interessant zu sehen, wie er sich vom Spieler zum Trainer entwickelt hat.“
Hornkes 486. Bundesligaspiel könnte ebenfalls eine historische Dimension bekommen: Wenn der SCM am Sonntag (16.30 Uhr, live bei Dyn) gegen den Handball Sport Verein Hamburg sein 30. Saisonspiel in der DAIKIN HBL bestreitet, könnte schon der Meistersekt spritzen. Gewinnt der SCM und verlieren zuvor die SG Flensburg-Handewitt gegen den TBV Lemgo Lippe und die Füchse Berlin beim THW Kiel, wäre Magdeburg die Meisterschaft frühzeitig nicht mehr zu nehmen – es wäre die dritte seit 2022. „Wir wissen, dass wir im Optimalfall an diesem Wochenende deutscher Meister werden können, wenn die Konkurrenz mitspielt. Doch auch wenn es sich langweilig anhört: Wir denken immer von Spiel zu Spiel. Am Donnerstag wollen wir uns zuhause gegen Szeged für das Finalturnier der Champions League qualifizieren, dann geht es in der Liga gegen Hamburg. Wenn wir da noch nicht Meister werden, wollen wir es eine Woche später gegen Flensburg schaffen. Wann es passiert, ist uns eigentlich egal. Wichtig ist nur, dass es passiert“, sagt Hornke.
Sein Team habe das für den favorisierten SCM ernüchternde Lidl Final4 mit Niederlagen gegen den Bergischen HC im Halbfinale und Lemgo im Spiel um Platz drei gut weggesteckt: „Es war enttäuschend, dass wir den Pokal nicht gewonnen, beziehungsweise, wie wir an diesem Wochenende gespielt haben. Aber: Es gibt noch zwei Titel zu gewinnen. Da dürfen wir nicht solange zurückschauen und uns mit dem Pokal-Wochenende befassen, sondern es geht immer weiter.“
Eine Klasseleistung lieferte Magdeburg vergangene Woche im Viertelfinal-Hinspiel der EHF Champions League, als man beim ungarischen Vizemeister Pick Szeged 35:28 gewann – für Hornke jedoch erst die halbe Miete: „Auch wenn wir das Hinspiel in Szeged deutlich gewonnen haben - es ist erst Halbzeit, es sind noch 60 Minuten zu spielen. Natürlich ist ein solcher Sieg besser als zum Beispiel eine knappe Niederlage, aber wir dürfen uns nicht auf diesem Polster ausruhen.“
Mit dem nächsten Meistertitel und dem nächsten Ticket zum CL-Finalturnier in Köln in seiner letzten Saison vor Augen, ist Tim Hornke vor allem stolz auf die Beständigkeit der Magdeburger: „Das zeigt die tolle Konstanz, die wir als Mannschaft aufs Feld bringen. Seit 2022 waren wir zweimal Deutscher Meister und zweimal Zweiter, wir können uns zum vierten Mal in Folge für das Finalturnier der Champions League qualifizieren. Da gab es keine großen Schwankungen, sondern wir spielen auf einem konstant hohen Niveau.“













