HBL
Tollhaus Eisenach: ThSV erkämpft sich langersehnten Punkt gegen Kiel
ThSV Eisenach vs. THW Kiel - Game Highlights
Foto: Heilwagen
Dank einer starken kämpferischen Leistung und einer großartigen Stimmung in der Werner-Aßmann-Halle erkämpfte sich der ThSV Eisenach am Freitagabend beim 27:27 (14:12) einen Punkt gegen Rekordmeister THW Kiel. Es war das erste Mal seit 25 Jahren, dass die Thüringer etwas Zählbares gegen die Zebras einfahren konnten.
Spiele im höllischen Lärm der Werner-Aßmann-Halle sind alles andere als ein Zuckerschlecken. Für jeden Bundesligisten. In den Gemäuern der thüringischen Lutherstadt geht’s zur Sache. So auch, als der Rekordmeister seine Visitenkarte in der mit 2850 Fans rappelvollen Handball-Arena präsentierte. Die Zebras starteten gut in die Partie, aber im Angriff fehlte das Glück. Eric Johansson scheiterte frei an ThSV-Torhüter Spikic, wenig später ging's Kreisläufer Lukas Laube genauso. Eine Szenerie, die sich wie ein roter Faden durch das Kieler Spiel zog. Als sie aus ihren Chancen Tore machten, gaben die Zebras den Ton an, ließen sich auch nicht von dem Pfeif-Druck der Tribünen irritieren. Mit einem 4:0-Lauf legten sie ein 5:2 vor. Im Mittelpunkt der Aktionen waren zunächst Andreas Wolff und im Angriff Elias Ellefsen á Skipagötu, der seine Mitspieler glänzend bediente, Siebenmeter herausholte. Dann kehrte die Abschlussschäche zurück, die Gastgeber nutzten das und hatten in der 15. Minute beim 7:6 wieder die Nase vorn.
Die Hölle Werner-Aßmann-Halle wurde ihrem Ruf vollauf gerecht, die Tribünen sorgten für ordentlich Hektik. Doch die Kieler bewahrten die Ruhe in diesem Hexenkessel - auch als Joelsson und Walz den ersten Zwei-Tore-Vorsprung für Eisenach herauswarfen. Filip Jicha reagierte, brachte Gonalo Perez de Vargas für Wolff. Der Spanier führte sich sofort mit einer Glanzparade gegen Joelsson ein, á Skipagötu setzte sich gegen die ThSV-Abwehr durch, egalisierte auf 12:12. Und nach einem raffinierten Ballklau des Färingers, dem folgenden grandiosen Anspiel des jungen Mittelmanns auf Lukas Laube, der eiskalt verwandelte, lagen die Zebras wieder vorn. Mit 14:12 ging es in die Halbzeit.
Zurück auf dem Spielfeld war es dann erneut á Skipagötu, der einen Ball in der Abwehr eroberte, Johansson in Szene setzte. Doch der Schwede ließ die Chance ungenutzt. Es ging jetzt hin und her mit der Führung, Lukas Zerbe blieb treffsicher, erzielte nach wunderbarem Anspiel von Harald Reinkind die 16:15-Führung. Die Gastgeber drehten das Spiel aber erneut mit Unterstützung der Kieler Offensive, die sich weiter großartige Möglichkeiten erspielte, beim Abschluss aber fahrlässig blieb. Filip Jicha drückte beim 16:18 auf den Buzzer, beschwor seine Spieler, in dieser enormen Hektik Ruhe zu bewahren. Weil im Sechs-gegen-Sechs nicht mehr viel passierte, setzte er wie schon im ersten Durchgang auf den siebten Feldspieler . Und ja, Chancen spielten sich die Kieler weiter heraus, wie am Fließband. Nur: Der Ball landete bei Spikic, an der Lattenunterkante, am Pfosten - und daher viel zu selten im Eisenacher Tornetz. Dafür schlug es mehrfach im verwaisten Kieler Kasten ein, wurden Offensiv-Fehler der Zebras von den Gastgebern gnadenlos bestraft. So stand es nach 44 Minuten 17:20, wenig später 18:21.
Zeit für "Dule", die Initiative zu ergreifen. Der Kieler Kapitän sorgte für Ordnung im Angriffsspiel, war Chef im Ring in der phasenweise offensiven Abwehrreihe und traf selbst. Großartig sein Solo in der 50. Minute, das er zum 23:24 abschloss. Wenig später traf á Skipagötu zum 24:24, und als Magnus Landin und á Skipagötu erneut zur Stelle waren und Wolff zwei wichtige Paraden beisteuerte, hatten die Zebras in der 54. Minute mit 26:24 die Nase vorn. Einem weiteren á Skipagötu-Tor wurde wegen eines angeblichen Schrittfehlers die Gültigkeit verwehrt, so konnte sich Eisenach erneut zurückkämpfen. Der ThSV glich zum 26:26 aus, ließ sich auch durch die erneute THW-Führung von "Dule" nicht beirren. Ausgerechnet ein Fehlpass des Kapitäns ermöglichte Büchner das 27:27. Die letzte Minute geriet zum Nervenspiel: Spikic parierte gegen Duvnjaks Notwurf, Eisenach kam in Ballbesitz und hatte die Chancen zum Siegtreffer. Diese machte Duvnjak mit einem letzten abgefangenen Ball zunichte, für eine Kieler Siegtreffer war es da aber schon zu spät. So blieb es beim 27:27-Unentschieden.













