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International

Deutschland holt EM-Silber: Niederlage im Finale gegen Dänemark

Sonntag, 1. Februar 2026

Foto: Klahn

Die deutsche Nationalmannschaft ist knapp am dritten Europameister-Titel gescheitert. Im Finale gegen die favorisierten Dänen hielt das DHB-Team lange mit, musste sich am Ende aber dennoch dem amtierenden Weltmeister und Olympiasieger mit 27:34 (16:18) geschlagen geben. Für den Gastgeber um den zweifachen Welthandballer Mathias Gidsel ist es der erste EM-Titel seit 14 Jahren.

Mit der Silbermedaille um den Hals huschte sogar Andreas Wolff ein Lächeln über das Gesicht. Bei der Siegerehrung realisierten Deutschlands Handballer um ihren überragenden Torhüter allmählich, was sie erreicht hatten. Auf der Tribüne applaudierte Bundeskanzler Friedrich Merz stehend mit Deutschland-Schal um den Hals. "Ich bin stolz auf die Leistung, stolz auf das ganze Turnier", sagte Kapitän Johannes Golla im ZDF nach der verpassten Krönung in einem epischen EM-Finale in der Hölle von Herning.
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Der Triumphzug der DHB-Auswahl von Bundestrainer Alfred Gislason endete am Sonntagabend gegen Olympiasieger und Weltmeister Dänemark trotz einer irren Paraden-Show von Wolff. Die 27:34 (16:18)-Niederlage in einem lange Zeit ausgeglichenen und hochintensiven Endspiel schmerzte, mit dem Gewinn der Silbermedaille feierte das deutsche Team ein Jahr vor der Heim-WM aber den größten Erfolg bei einer Europameisterschaft seit dem Titelgewinn vor zehn Jahren.
"Es war ein sehr, sehr gutes Spiel von unseren Jungs. Das Ergebnis ist mit Sicherheit zu hoch", sagte Gislason. Es müsse eben "alles klappen, um gegen diese Dänen zu gewinnen. Wir waren nah dran. Wir hatten bis vier, fünf Minuten vor Schluss Hoffnung." Benjamin Chatton blickte schnell nach vorn. "Heute sind wir traurig, aber ab morgen werden wir uns vornehmen: Wenn wir nochmal ein Finale gegen die Dänen spielen dürfen, dann wollen wir es gewinnen", sagte der Teammanager bei Dyn.
Die DHB-Auswahl bot dem nun dreimaligen Champion vor 15.000 lärmenden Zuschauern in der ausverkauften Jyske Bank Boxen, darunter neben Merz auch seine dänische Amtskollegin Mette Frederiksen und Dänemarks Königin Mary, einen aufopferungsvollen Kampf. Sie musste sich dem Highspeed-Handball der weltbesten Handballmannschaft am Ende aber geschlagen geben. Das DHB-Team habe sich "mit einer vernünftigen Leistung vom Turnier verabschiedet. Glückwunsch an Dänemark. Wir wollen auf jeden Fall wiederkommen", sagte Golla.
Bis zum 27:29 (55.) gestalteten Wolff und seine Mitspieler die Partie ausgeglichen, zum Ende drehte Dänemark mit seinen herausragenden Einzelkönnern aber auf. In der Schlussphase schwanden nach einem kräftezehrenden Turnier mit neun Spielen auch die Kräfte, zumal Abwehrspezialist Tom Kiesler nach einem groben Foulspiel an Welthandballer Mathias Gidsel früh die Rote Karte sah. Beste deutsche Torschützen waren Spielmacher Juri Knorr, Golla und Marko Grgic mit je fünf Treffern.
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Für Deutschland, das auf den ersten Pflichtspielsieg gegen Dänemark seit 2016 weiter warten muss, enden mit dem Finale von Herning zweieinhalb intensive Wochen, die der jungen Mannschaft trotz der Final-Niederlage reichlich Rückenwind geben dürften.
Golla und Co. überzeugten nicht bloß mit sechs Siegen, darunter Erfolge gegen Spanien, Frankreich und Kroatien. Sie holten auch die insgesamt fünfte EM-Medaille für eine DHB-Auswahl. Neben den beiden Titeln 2004 und 2016 gewann ein deutsches Team 1998 Bronze sowie 2002 Silber. Zur neuerlichen Medaillen-Sause lud der Verband das Team am Sonntagabend ins Cafe HumleChok in Silkeborg zu Burgern und Bier ein.
Trainer Gislason gab sich trotz des kurzfristigen Ausfalls von Kreisläufer Julius Fischer (Infekt) kämpferisch. "Wir sind ein krasser Außenseiter, ohne Frage. Aber wir wollen das Spiel gewinnen, dafür müssen wir ein perfektes Spiel machen", sagte der DHB-Coach unmittelbar vor dem Anpfiff. Kanzler Merz attestierte der deutschen Mannschaft schon vor der Partie ein "sagenhaftes Turnier" und freute sich auf "ein total spannendes Spiel".
Das bekam er. Das deutsche Team bestach von Sekunde eins mit ganz viel Leidenschaft und kühlte den brodelnden Hexenkessel mit der ersten Führung durch Knorr 5:4 (10.) erstmal runter. Als Kiesler wenig später raus musste und die Dänen durch einen Pytlick-Doppelpack nach einer Viertelstunde auf 10:7 stellten, drohte kurzzeitig Ungemach. Doch Golla traf acht Minuten später zum 13:13.
Die Dänen blieben aber am Drücker. Und es war vor allem Keeper Wolff, der im Gegensatz zum verlorenen Hauptrundenspiel gegen die Dänen (26:31) von Beginn an ran durfte, dass der Halbzeitrückstand mit zwei Toren gering ausfiel.
Die Dänen drückten weiter aufs Tempo. Zwar glich Golla beim 19:19 (35.) aus, doch offensiv leistete sich Deutschland gegen Dänemarks Schlussmann Kevin Möller immer wieder Fehlwürfe. Es half zunächst nur wenig, dass auch Wolff nun immer besser ins Spiel fand und sein Team mit teils spektakulären Paraden im Spiel hielt. Beim 22:26 (45.) wuchs der Rückstand dennoch erstmals auf vier Treffer.
Gislason reagierte, der Isländer nutzte erstmals im Turnierverlauf im Angriff die Variante mit einem siebten Feldspieler. Dies zeigte Wirkung: Deutschland robbte sich beim 24:26 (51.) wieder heran, Wolff war in dieser Phase beinahe unüberwindbar. Jannik Kohlbacher sah spät nach grobem Foulspiel Rot (57.), das Spiel war da allerdings gelaufen.

Quelle: SID

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