Paul Drux in der Jugend beim SSV Marienheide
Dass Paul Drux beim Handball landete, lag in der Familie: Schon sein Vater Mathias hatte beim SSV Marienheide gespielt, auch sein Großvater und seine Großmutter waren Handballer. Also fing auch er dort an: „Ich bin mit den Kumpels immer mit dem Fahrrad hingefahren. Und wir haben uns dann da getroffen und ein bisschen Handball trainiert“, blickt Drux zurück. Seine Mutter Andrea nennt einen eher pragmatischen Grund für die Wahl der Sportart: „Wenn man in Marienheide wohnt, geht man entweder zum Fußball oder zum Handball. Und auf dem Fußballfeld war es mir als Mutter einfach zu kalt.“
Mit zwölf Jahren wechselte Drux ins benachbarte Gummersbach – aber vorher hätte er fast die Lust am Handball verloren: Bei einem Heimspiel der SSV-Jugend lag sein Team zur Pause deutlich hinten, „weil die Jungs alle schlecht gespielt haben,“ wie sich seine erste Trainerin Sanne Giebeler erinnert: „Und dann sind wir in die Kabine und Paul saß da: Schuhe aus, Hose aus und sagt: Ich spiele kein Handball mehr. Nein, ich kann das nicht. Ich habe dann auf Paul eingeredet, dass wir ihn brauchen, dass wir ohne ihn überhaupt nicht mehr gewinnen könnten und, und, und.“
Dieser Zuspruch zeigte Wirkung, denn Paul machte weiter – und wie: „Manch einer hat Talent und schafft es nicht, weil er nicht alles gibt. Aber Paul, der wollte und ist dann auch beizeiten flügge geworden“, sagt Silke Schreiber, seine damalige Trainerin: „Von Marienheide nach Gummersbach ist jes etzt nicht so weit gewesen, aber in dem Alter dann nach Berlin zu gehen ist nicht so einfach.“
Denn schon mit 14 Jahren war Paul Drux auf dem Radar der Füchse, mit 16 folgte er dem Ruf von Bob Hanning – auch sein Vater befürwortete den großen Schritt in die Hauptstadt. „Das war natürlich ein Riesenschritt, nicht nur für mich, auch für meine Familie. Ich habe echt viel Mut gebraucht. Mein Vater hat mir aufgezeigt, was das für einen Mehrwert bringen würde. Meine Mutter war natürlich todtraurig, als ich dann gefahren bin. Ich kann das heute nachempfinden, was das bedeutet, das erste Kind aus dem Haus gehen zu lassen - 600 Kilometer weg.“