Und das bedeutete für die Gäste ebenfalls: Zahltag. Hatte der DHB-Bundestag 1966 doch beschlossen, die Netto-Erlöse aus dem Ticketing – der DHB kassierte jeweils zehn Prozent – im Verhältnis von 60:40 zu teilen (ein Antrag des Verbandes Württembergs, das zu verhindern, scheiterte knapp). Weshalb Gummersbachs Manager Eugen Haas am Abend des 11. Januar 1969 nicht nur in sportlicher Hinsicht jubelte, als sein VfL vor 7.000 Zuschauern in Kiel siegte (17:9): „Das ist die größte Summe, die wir je bei einem Auswärtsspiel kassiert haben.“
Die Ticket-Nachfrage war so enorm, dass es sich für Vereine wie den BSV Solingen 98 am 3. November 1967 lohnte, für das Heimspiel gegen Meister Gummersbach in die Kölner Sporthalle umzuziehen – 5.152 Fans bescherte dem Aufsteiger bei der 8:23-Niederlage wenigstens eine gute Einnahme. Vor allem aber führte die Gründung der Bundesliga dazu, dass viele Kommunen nun Hallenneubauten initiierten.
So nahm die Hohenstaufenhalle in Göppingen, die im Herbst 1967 eröffnet wurde, rund 3.000 Fans auf. Die Alsterdorfer Sporthalle, die 1968 mit einem Hallen-Länderspiel ihre Tore öffnete und zur Heimat des Hamburger SV wurde, fasste gut 4.000 Zuschauer. Auch Minden reagierte, damit Grün-Weiß Dankersen konkurrenzfähig blieb, 1970 mit der Eröffnung der Kampahalle. Damit entgingen diese Städte einem drohenden Wettbewerbsnachteil für ihre Vorzeigevereine.
Die junge Bundesliga war jedenfalls eine Erfolgsgeschichte. Als die Bundesliga 1971 ihr fünfjähriges Bestehen feierte, war der Andrang an vielen Standorten so groß, dass der Bau von Mega-Arenen eingefordert wurde. „Man muss sich allen Ernstes fragen, wohin diese Handball-Begeisterung führen wird, eine Begeisterung, die offensichtlich bald Hallen mit Kapazitäten von 10.000 bis 20.000 Zuschauern erfordert“, kommentierte der Sportinformationsdienst. Man müsse fortan „in neuen Dimensionen für die Hallenneubauten denken“.