Ein Bürogebäude in Köln-Gremberghoven. Von hier aus, mit Blick auf den Kölner Dom, wird heute die Handball-Bundesliga GmbH von mehr als 20 hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gemanagt. Und wenn HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann, der seit 2003 die Geschicke der HBL GmbH lenkt, für die 36 Vereine der 1. und 2. Bundesliga das Wort ergreift, wird das in der Welt des Handballs und darüber hinaus gehört.
Diesen Status als führende Organisation musste sich die HBL Schritt für Schritt erarbeiten. Formaler Meilenstein für mehr Unabhängigkeit und Anerkennung war die Gründung der Handball-Bundesliga Vereinigung Männer e.V. (HBVM). Sie fand am 1. Juni 1994 in Dortmund im Hotel Wittekindshof statt, also gegenüber der Zentrale des Deutschen Handballbundes, die seinerzeit noch die Bundesliga organisierte.
Die Gründung erfolge zur Wahrung der Interessen gegenüber dem Weltverband IHF, dem Kontinentalverband EHF und dem DHB, hieß es in der Präambel. Und weiter: „Ein weiteres Ziel dieses Zusammenschlusses ist die Koordinierung gemeinsamer Interessen zur Existenzsicherung der Vereine.“ Zwölf Vertreter aus der Liga, darunter die Schwergewichte aus Kiel, Gummersbach, Großwallstadt und Magdeburg, nahmen an der Sitzung teil.
Erster Vorsitzender wurde Heinz Jacobsen, der am 26. September seinen 85. Geburtstag feiert. Der Kieler, der bereits zwischen 1980 und 1992 als Obmann des THW Kiel für die Interessen der Clubs eingestanden war, hatte die Vereinsgründung vorangetrieben. Aber das Ringen der Vereinsvertreter um Einfluss und Geld war so alt wie die Bundesliga selbst.
Bereits im Herbst 1967 hatte sich eine informelle „BL-Arbeitsgemeinschaft“ gebildet, deren führende Köpfe Erich Buhrmester (GW Dankersen) und Erich Vogel (TV Großwallstadt) waren. Sie forderten für die Klubs zwei Drittel der TV-Erlöse (80.000 Mark), die der DHB seinerzeit von ARD und ZDF einnahm. Das lehnte der Dachverband als „indiskutabel“ ab, überwies schließlich aber immerhin die Hälfte.












