26.05.2024  2. HBL

Sensation in Aue: Remis gegen Hagen

Am Samstagabend gastierte der VfL Eintracht Hagen beim Tabellenschlusslicht EHV Aue und es bot sich den Fans ein Handball-Krimi vom Feinsten. Während Hagen zunächst in Führung ging, kämpften sich die Gastgeber wieder heran. Auch in der Schlussphase behielten die Handballer aus dem Erzgebirge einen kühlen Kopf und holten ihr erstes Remis der Saison mit 34:34 (16:18).

Und es begann gut für die Eintracht, richtig gut sogar: Pouya Norouzi und Freddy Stüber legten nach nicht einmal 90 Sekunden eine 2:0-Führung vor. Pascal Bochmann, in der neuen Saison im Eintracht-Tor, aktuell aber noch in Auer Diensten, verhinderte das 3:0 per Gegenstoß durch Josip Jukic. Pouya Norouzi holte Versäumtes aber nach (3:0/5.).

Und die Gastgeber? - Olafur Stefansson, zum Saisonende scheidender EHV-Trainer, hatte seiner Mannschaft zunächst ein eher seltenes Angriffssystem mit zwei Kreisläufern verordnet. Das wirkte zumindest in der Startphase ein Stück weit unrund, war aber auch der angespannten Personalsituation der Erzgebirgler geschuldet, die - wie die Eintracht auch - einige Ausfälle zu verkraften hatten.

Gleichwohl: Schon bis zur Pause wurde es deutlich zäher aus Sicht der Eintracht, nahm Pascal Bochmann seinen neuen Teamkameraden so manchen Wurf weg und konnte Hagen die anfängliche defensive Konsequenz so nicht fortführen.

Beim 9:8 (18.) lag Aue erstmals vorne. Niclas Pieczkowski, Tobias Mahncke und der Hagener Maßnahme, das Auer 4:2-System mittels eines Positionsverteidigers quasi aufzulösen, trugen dazu bei, dass zur Pause dennoch eine 18:16-Führung der Neff-Sieben zu Buche stand. Das war keine tabellarisch untermauerte Machtdemonstration, wohl aber die realistische Chance auf den angepeilten Auswärtssieg. Doch es kam anders.

Die Geschichte der zweiten Halbzeit in der allenfalls mäßig lauten Erzgebirgshalle war vergleichsweise schnell erzählt. Beide Mannschaften ließen es in der fairen Partie in vielen Bereichen an der allerletzten Konsequenz vermissen, leisteten sich ein permanentes Auf und Ab ihrer Leistungskurven. 

Die Eintracht lag dennoch meist knapp vorne, Aue - inzwischen mit dem siebten Feldspieler - ließ sich dennoch nicht abschütteln. Und mehr noch: Nach 50 Minuten hatte die Stefansson-Truppe beim 30:29 plötzlich wieder die Nase vorne.

Tobias Mahnckes finale Parade gegen Elias Gansau, Stefan Neffs letzte Auszeit 19 Sekunden vor dem Ende und Sveinbjörn Peturssons Save von Alex Wecks letztem Wurf der Partie besiegelten dann das 34:34-Remis und ließen zufriedene Gastgeber sowie deutlich weniger amüsierte Grün-Gelbe zurück.

Quelle: VfL Eintracht Hagen / Foto: ManaPhoto