HBL
Eisenach zelebriert Heimstärke gegen Göppingen
ThSV Eisenach vs. FRISCH AUF! Göppingen - Game Highlights
Foto: ThSV Eisenach
Der ThSV Eisenach zeigte vor ausverkaufter Werner-Aßmann-Halle erneut sein beeindruckendes Heimgesicht und ließ FRISCH AUF! Göppingen von Beginn an spüren, wie schwer Punkte in Thüringen zu holen sind. Getragen von leidenschaftlicher Abwehrarbeit und einer starken ersten Hälfte setzte sich der ThSV verdient durch und feierte einen stimmungsvollen 31:27 (16:9)-Heimsieg.
Der ThSV Eisenach demonstrierte eindrucksvoll seine Heimstärke! Zwei Tage nach der 26:27-Niederlage beim Bergischen HC zeigte er sein Heimgesicht, bejubelte in der mit 2.850 Zuschauern erneut rappelvollen Werner-Aßmann-Halle einen 31:27 (16:9) -Erfolg über Frisch Auf! Göppingen, verbuchten damit die Pluspunkte 12 und 13. Alle im Thüringer Handballtempel geholt. Dieser kochte und brodelte auch an diesem Abend von Beginn. „Wir profitierten erneut von der durch unsere Fans ausgestrahlten unfassbaren Energie“, betonte Eisenachs Linksaußen-Spieler Timothy Reichmuth. „Ich bin stolz auf unsere junge Mannschaft, nach den zwei Auswärtsniederlagen doppelt gepunktet zu haben“, unterstrich Eisenachs Coach Sebastian Hinze. Unbeeindruckt vom Hexenkessel leitete der am Spieltag seinen 42. Geburtstag feiernde Robert Schulze gemeinsam mit Tobias Tönnies gewohnt souverän die Partie. Während der Erwärmung war eine Kamera der Torlinienkontrolle abgestürzt, hätte fast Eisenachs Felix Aellen getroffen. Dieses technische Hilfsmittel brauchten Deutschlands Top-Schiedsrichter an diesem Abend auch nicht.
Einen wahren Sahnetag erwischte Fynn Hangstein. Der 25-jährige Rückraumspieler des ThSV Eisenach bot seine beste Leistung nach seiner Rückkehr im Sommer 2024 vom TuS Nettelstedt-Lübbecke, kurbelte mit leichtfüßigen Aktionen das Angriffsspiel an, wartete bei seinen 7 Treffern mit einer 100-Prozent-Wurfquote auf. Ihn schienen die Gäste nicht auf ihrem Zettel zu haben. Fynn Hangstein war gefordert, als Felix Aellen schon in der 6. Minute nach einem „Pferdekuss“ auf die Bank musste, später aber zurückkam. „Ich bin froh, dass alles so gut geklappt hat. Ich habe mir diesen langen Einsatz auch erarbeitet. Ausschlaggebend für unsere deutliche Pausenführung war die Abwehr, aber auch unser gutes Angriffsspiel“, erklärte Fynn Hangstein. Rückraumkollege Felix Aellen versenkte alle 7 seinem Team zugesprochenen Siebenmeter mit platzierten Würfen, erreichte bei seinen insgesamt 9 Treffern ebenfalls eine 100-Prozent-Wurfquote. Zu den Protagonisten des Abends zählte Eisenachs Rückraum-Rechter Stephan Seitz, von der Nominierung in den erweiterten DHB-EM-Kader zusätzlich motiviert. Kam der Linkshänder an den Ball, herrschte bei den Gästen Alarmstufe Rot. Der 23_jährige markierte 4 Treffer selbst, konnte an weiteren vier nur regelwidrig auf Kosten von Strafwürfen gestoppt werden.
Den Grundstein zum Erfolg legte der ThSV Eisenach in der ersten Halbzeit. Die mit 4 Rückraumspieler angreifenden Gäste, mit Elias Newel und Ludwig Hallbäck im zentralen Rückraum, Rutger ten Velde spielte auf Rechtsaußen, wurden von der leidenschaftlichen Abwehr der Hausherren gestoppt. „In der ersten Halbzeit agierten wir nicht zielstrebig, gingen nicht in die Tiefe, haben zu schnell den Ball weggeworfen, bekamen in der Abwehr keinen Zugriff. Im ersten Abschnitt fehlte die Bereitschaft, sich durchzusetzen. Spielerisch kann man das in Eisenach nicht lösen. Durch Stoppfouls wurde unser Spielfluss immer wieder unterbrochen“, rekapitulierte Göppingens Coach Benjamin Matschke. „Wir stellten im ersten Abschnitt eine Super-Abwehr im Zusammenspiel mit unserem Torhüter Matija Spikic. Im Angriff spielten wir unseren Stiefel souverän herunter. Uns unterliefen wenige technische Fehler“, konstatierte Eisenachs Gian Attenhofer, erstmals nach seiner Verletzungspause über die kompletten 60 Minuten auf der Rechtsaußenposition. Die Hausherren zwangen mit ihrer Abwehrarbeit die Gäste immer wieder zu Fehlern. Philipp Meyer und Tillman Leu ließen mit ihren Nebenleuten plus Keeper Matija Spikic nur wenig anbrennen. Auch nicht, als die Gäste mit einem klassischen Kreisläufer operierten. Mit Oskar Joelsson, Fynn Hangstein und Stephan Seitz im Rückraum zündete der ThSV Eisenach sein Angriffsfeuerwerk, zog auf 8:3 (16.) und 13:5 (25.) davon.
Mit Wiederanpfiff bot sich ein anderes Bild. „Nach Wiederanpfiff stand unsere Abwehr nicht mehr so kompakt, wir kassierten schnelle Gegentore. Göppingen kam Treffer um Treffer näher“, rekapitulierte Timothy Reichmuth. Die Gäste operierten mit der schnellen Mitte, setzten auf schnelles Umschaltspiel. Der junge Oskar Neudeck (23 Jahre/ 7 Treffer) ) und der erfahrene David Schmidt (32 Jahre, 6 Treffer) netzten immer wieder ein. Doch auch die Würfe der Eisenacher zappelten im gegnerischen Kasten. Mit einer Doppelparade gegen Gian Attenhofer und Oskar Joelsson sendete Frisch Auf!-Schlussmann Kristian Saeveras aufmunternde Signale an seine Vorderleute (42.). Beim 22:18 durch Marcel Schiller (42.) betrug der Rückstand der Gäste nur noch 4 Treffer. Die Eisenacher behaupteten zunächst ein 4- bis 5-Tore-Polster. Felix Aellen versenkte einen an Peter Walz verwirkten Siebenmeter (23:18/ 43.(, Oskar Joelsson zog aus der Bewegung zum 25:21ab (47.). Dann war es der in der 41. Minute ins ThSV-Gehäuse eingewechselte Silvio Heinevetter, der mit abgewehrten Bällen (49./52.) für Beifallsstürme sorgte. Jede gelungene Abwehraktion wurde auf Parkett und Rängen bejubelt. Die Linkshänder-Fraktion mit Stephan Seitz und Gian Attenhofer hatte sich für das 26:22 verantwortlich (50.) verantwortlich gezeigt. Humorlos verwandelte Felix Aellen nach Regelwidrigkeiten gegen Oskar Joelsson und Stephan Seitz zum 28:23 (53.). Im Duell zweier Routiniers überwand Marcel Schiller ThSV-Keeper Silvo Heinevetter per Heber vom Siebenmeter-Strich (28:24/54.). Die mitgereisten Göppinger Fans hofften selbst nach dem neuerlichen Siebenmeter von Felix Aellen zum 29:24 (55.). Vincent Büchner scheiterte zur Mitte eingelaufen am Göppinger Torhüter (56.). Marcel Schiller (per Strafwurf) und David Schmidt (aus der Distanz) verkürzten bis auf zwei Treffer (29:27/58.). „Wir sind cool geblieben, haben kühlen Kopf bewahrt“, unterstrich Fynn Hangstein. Oskar Joelsson hämmerte mit vollster Überzeugung das Leder in den Gästekasten (30:27). Da waren noch zwei Minuten zu spielen. Längst stand die blau-weiße Anhängerschaft, ließ die Halle zu einem Tollhaus werden, als Silvio Heinevetter einen Wurf von Rechtsaußen abwehrte. Fynn Hangstein bediente wenig später Kapitän Peter Walz, der vom Kreis zum 31:27 und zur vollendeten Glückseligkeit versenkte. Grenzenloser Jubel und Thüringens Nationalhymne, das Rennsteiglied waren angesagt.













