HBL
Erster gegen Zweiter: Die wichtigsten Fakten vor dem Ligagipfel

Foto: Voigt
Gibt es bereits am Samstag eine Vorentscheidung im Meisterrennen der DAIKIN HBL? Tabellenführer SC Magdeburg empfängt den Tabellenzweiten aus Berlin, der bereits sechs Punkte Rückstand hat. Beide Klubs kämpfen zudem noch um zwei weitere Titel.
Vielleicht ist es ja ein gutes Omen vor dem Topspiel: Die Füchse Berlin haben ihre gestohlene Meisterschale aus der Vorsaison wiedergefunden - im Keller der Geschäftsstelle. Das gute Stück ist schließlich der Beleg für die erste Deutsche Meisterschaft der Vereinsgeschichte, die am letzten (und teilweise dramatischen) Spieltag der Saison 2024/25 an der Spree gefeiert wurde, nachdem man das Fernduell mit dem SC Magdeburg gewonnen hatte. Kurz darauf schlug der SCM zurück und besiegte die Füchse im rein deutschen Champions-League-Finale in Köln. Beide Rivalen gingen also mit je einer Trophäe aus der Spielzeit.
Aktuell tanzen Berlin und Magdeburg noch auf drei Hochzeiten: Sie sind in der DAIKIN Handball-Bundesliga, dem DHB-Pokal und der EHF Champions League noch im Rennen. International haben die beiden Vorjahresfinalisten für Furore gesorgt und sich als Gruppenerster beziehungsweise Gruppenzweiter direkt für das Viertelfinale der Champions League qualifiziert. Beide stehen zudem am 18. April in den Halbfinals des Lidl Final4: Berlin trifft auf den TBV Lemgo Lippe, die Magdeburger auf den Bergischen HC, womit ein Finale der beiden durchaus im Rahmen der Möglichkeiten ist.
In der DAIKIN HBL gastieren die Füchse am Samstag (16.05 Uhr, live bei Dyn und der ARD) nun zum Ligagipfel in der GETEC-Arena. Der SC Magdeburg ist Erster mit 46:4 Punkten, liegt damit neun Spieltage vor Saisonende sechs Punkte vor den Füchsen (40:10 Zähler). Die Magdeburger kassierten in dieser Saison erst eine Niederlage (in Kiel), spielten zweimal remis (in Erlangen, gegen Kiel) – und haben seit dem 21. März 2025 kein HBL-Heimspiel mehr verloren. Dieses 30:33 gegen die Füchse war allerdings einer der Knackpunkte für die Berliner Meisterschaft. Davor hatte Magdeburg aber die vier letzten Heimspiele gegen die Füchse gewonnen. Von bisher 37 HBL-Duellen gewannen die Berliner 20, die Magdeburger zwölf.
Die Füchse haben zwar die letzten neun Ligaspiele allesamt gewonnen, zuvor aber fünf Niederlagen kassiert - gegen den SCM (32:39), in Gummersbach (29:34), gegen Hamburg (38:39), gegen Lemgo (33:34) und in Flensburg (39:40). Der deutlichen Hinspiel-Heimniederlage ging die Trennung von Jaron Siewert und Stefan Kretzschmar voraus. Im Spitzenspiel trifft der beste Angriff (Füchse/899 Treffer) auf die beste Abwehr (Magdeburg/668 Gegentreffer). In Sachen Tordifferenz liegen die Berliner aktuell noch fünf Treffer vor dem Tabellenführer. „Das kann am Ende tatsächlich ein goldener Punkt sein. Deshalb ist es wichtig. Dass Berlin da jetzt fünf Tore vor ist, ist aus meiner Sicht noch alles in Maßen“, sagte Magdeburgs Trainer Bennet Wiegert. Sollten beide Teams am Saisonende punktgleich sein, wäre die Tordifferenz das entscheidende Kriterium, nicht der direkte Vergleich.
Beim Blick auf die besten Werfer beider Topklubs thront mal wieder Mathias Gidsel einsam an der Spitze mit aktuell 227 Treffern. Die nächstbesten Werfer der Füchse liegen schon deutlich dahinter: Tim Freihöfer mit 103 Treffern und Lasse Andersson mit 97. Auf Magdeburger Seite ist Omar Ingi Magnusson mit 183 Toren bester Werfer und im DAIKIN HBL-Gesamtranking auf Platz drei. Dahinter folgen Felix Claar mit 105 Treffern und Gisli Kristjansson mit 102. Fun-Fact am Rande: Torwart Sergey Hernández steht bereits bei 15 Saisontreffern. Und der Spanier liegt bei seiner eigentlichen Aufgabe, dem Verhindern von Toren, auch vor der Berliner Konkurrenz – mit 254 Paraden hat er genau 60 mehr als Dejan Milosavljev (194). Beide Torhüter verlassen ihre Klubs nach dieser Saison.
„Am Samstag wird, wie so oft gegen Berlin, die Tagesform entscheiden“, sagte SCM-Geschäftsführer Marc-Henrik Schmedt gegenüber der Sport Bild. Für Füchse-Boss Bob Hanning ist „Magdeburg zu Hause Favorit, das haben sie sich über viele Jahre gemeinsam mit ihrem Publikum erarbeitet. Wir haben auch schon Antworten gefunden.“ Und was meint Bundestrainer Alfred Gislason, der ja viele Jahre lang SCM-Trainer war und sich die Partie am Samstag natürlich vor Ort anschauen will: „Wenn irgendeine Mannschaft aktuell die Magdeburger besiegen kann, dann die Füchse. Ich erwarte ein ausgeglichenes Spiel.“













