HBL
Gummersbach schlägt Zebras deutlich
THW Kiel vs. VfL Gummersbach - Game Highlights
Foto: THW Kiel
Der VfL Gummersbach hat beim THW Kiel den Abstand zu den europäischen Plätzen mit einem 34:26 (14:15)-Auswärtssieg verkürzen können. Nach ausgeglichener erster Hälfte entschieden die Gäste die Partie mit einem 7:0-Lauf zwischen der 41. und 45. Minute. Überragender Mann war Torhüter Dominik Kuzmanovic mit 20 Paraden.
Ausgeruht, fokussiert und in Bestbesetzung: Die Gäste aus Gummersbach waren mit idealen Voraussetzungen zum Spitzenspiel nach Kiel angereist. Während die Zebras nach der EM-Pause fünf Partien bestritten und drei weite Reisen zu stemmen hatten, musste das Team von Trainer Gudjon Valur Sigurdsson im neuen Jahr erst zweimal aufs Parkett, ist außerdem von Verletzungen verschont geblieben. Bei den Zebras fehlten verletzungsbedingt die beiden Leistungsträger Emil Madsen (Knorpelschaden) und Elias Ellefsen á Skipagötu (Schulter). Trotzdem war THW-Kapitän Domagoj Duvnjak nach den 60 Heimspiel-Minuten bedient: "Die Gummersbacher spielen einen guten Handball, sie haben die Partie verdient gewonnen“, sagte "Dule". "Kuzmanovic war überragend, aber es gibt keine Entschuldigung. In der zweiten Halbzeit war es ein Blackout der gesamten Mannschaft."
Die Kieler hatten sich riesig auf die Rückkehr in ihre Halle nach zuletzt drei Auswärtsspielen in Serie gefreut. Doch in der Phase, als die Kieler trotz Auszeit in wenigen Minuten die Arbeit der ersten Halbzeit wegwarfen, kam auch wenig Halt von den Rängen. Mit Beifall wurde besonders ein Spieler im blauen Trikot begrüßt: Julian Köster. Das VfL-Rückraum-Ass ist bekanntlich prominenter THW-Neuzugang ab der kommenden Spielzeit. Und der 25-Jährige zeigte sofort, warum er Kieler werden soll, warf die Gäste mit zwei trockenen Knallern aus dem Rückraum mit 2:1 in Front. Hendrik Pekeler hatte zwischenzeitlich zum 1:1 getroffen, schaltete bei einem Abpraller am schnellsten. Die Anfangsphase aber gehörte Gummersbach. Smits, Einarsson und Kodrin trafen bei einem Gegentor von "Dule", der VfL lag nach sechs Minute mit 5:2 vorn.
Die Zebras kämpften sich mit Geduld zurück ins Geschehen. Andreas Wolff war zunächst ein guter Rückhalt im Kieler Tor, hielt sein Team mit Paraden gegen Schluroff oder Einarsson im Spiel. 6:8 stand nach 17 Minuten auf dem Videowürfel. Dann sorgten Harald Reinkind, Lukas Laube und Lukas Zerbe mit verwandeltem Strafwurf für einen lupenreinen Kieler 3:0-Lauf und die erste THW-Führung zum 9:8 in der 20. Minute. Gästetrainer Sigurdsson drückte auf den Buzzer, Auszeit des VfL. Vidarsson und Köster setzten sich gegen die THW-Abwehr durch, Gummersbach führte wieder. Die Kieler aber waren jetzt aber im Kampfmodus: In der Wunderino-Arena wurde es endlich lauter, und als Eric Johansson sich gegen die VfL-Abwehr durchsetzte, lag Kiel wieder vorn: 14:13 in der 27. Minute. Weil Bence Imre kurz vor dem Seitenwechsel einen weiteren Siebenmeter verwandelte, wurde die Seiten mit dem knappen 15:14 für die Zebras gewechselt.
Nach dem Wechsel war es erneut Julian Köster, der Verantwortung übernahm, zum Ausgleich traf. Gonzalo Perez de Vargas hatte fünf Minuten vor der Halbzeit Wolff im THW-Tor abgelöst, sorgte mit Paraden gegen Kodrin und Vidarsson zunächst wieder für ein Spiel auf Augenhöhe. Vidarsson und Häseler brachten die Gäste dennoch erneut mit zwei Toren in Front. Weil "Gonschi" wenig später den Siebenmeter von Smits parierte, Harald Reinkind und Bence Imre trafen, waren die Kieler beim 17:17 in der 39. Minute wieder dran. Nikola Bilyk konterte die erneute VfL-Führung zum 18:18, dann aber brachen viereinhalb Minuten lang alle THW-Dämme. Die Kieler Angreifer zerschellten an der Gummersbacher Abwehr mit dem überragenden Kuzmanovic oder an ihren eigenen technischen Fehlern, die im Sieben-gegen-Sechs eben genauso bestraft werden wie im Sechs-gegen-Sechs: Mit schnellen Gegentoren.
So spielten sich die Gäste in einen Rausch, brillierten mit einem 7:0-Lauf. Als Schluroff in der 46. Minute zum 25:18 einnetzte, war eine Vorentscheidung gefallen. Die Zebras kämpften unermüdlich, stellten zwischenzeitlich auf eine offene Manndeckung um. Sie scheiterten aber auch wegen fehlender Spritzigkeit ein ums andere Mal an der starken VfL-Abwehr, haderten zudem mit ihrem Wurfpech. Als Häseler den Ball in der 53. Minute zum 30:22 versenkte, war die Partie endgültig entschieden. Gummersbach feierte, der THW Kiel ärgerte sich über die vertane Chance, weiter Boden gut zu machen, während zumindest die D-Kurve die Zebras mit Applaus und Rufen wieder aufzubauen versuchte.













