HBL
Kiel erkämpft wichtigen Heimsieg gegen den TVB Stuttgart
THW Kiel vs. TVB Stuttgart - Game Highlights
Foto: Klahn
Am 16. Spieltag der DAIKIN HBL setzt sich der THW Kiel in einem intensiven Duell mit 33:32 gegen den TVB Stuttgart durch. Stuttgart verlang dem Rekordmeister alles ab, dieser hatte am Ende aber angeführt von Top-Torschütze Harald Reinkind, sieben Treffer, auf alles eine Antwort parat.
Bester Kieler Torschütze war Harald Reinkind, der siebenmal ins Stuttgarter Gehäuse traf. Lukas Zerbe und Elias Ellefsen á Skipagötu waren je sechsmal erfolgreich. Zerbe war es auch, der kurz vor dem Ende vom Siebenmeterstrich die Nerven bewahrte: Er übernahm eine Minute vor dem Ende Verantwortung und verwandelte eiskalt zum 33:31. Das war der Sieg! "Ich habe mir wenig Gedanken gemacht, kühlen Kopf bewahrt und getroffen", erzählte der Rechtsaußen vom THW Kiel. "Es war kein leichtes Spiel, die Stuttgarter agierten mit vier Rückraumspielern, spielten extrem lange Angriffe, haben nie aufgegeben und immer an ihre Chance geglaubt. Deswegen bin ich stolz auf meine Mannschaft, dass wir Geduld bewiesen und gewonnen haben. In der Bundesliga ist jeder Sieg wichtig, die Liga ist enorm ausgeglichen."
Große Freude gab es im THW-Lager und beim Zebra-Anhang schon vor dem Anpfiff: Hendrik Pekeler lief sich mit dem Team warm, ist nach seinem Achillessehnenriss im Juni zurück, streifte sich gegen die Schwaben nach halbjähriger Leidenszeit und vielen Monaten Reha endlich wieder sein THW-Trikot über. Der 34-Jährige nahm zunächst Platz auf der Reservebank, dann war er in der 19. Minute zurück, das P&P im Kieler Mittelblock, "Peke" und Petter (Överby), die bärenstarke Abwehr-Formation, nahm ihre gemeinsame Defensiv-Arbeit wieder auf. Sein erstes Saisontor erzielte Hendrik Pekeler ebenfalls - es war ein ganz wichtiges zum 32:29 in der 56. Minute. Im Gegenzug musste Filip Jicha aber ausgerechnet auf Lukas Laube (Sprunggelenks-Prellung aus dem Montpellier-Spiel), der besonders heiß auf die Partie gegen seine ehemaligen Mitstreiter war, und weiterhin auch auf Emil Madsen verzichten.
Nikola Bilyk indes meldete sich nach zweiwöchiger Verletzungspause wegen Adduktorenbeschwerden zurück, nahm allerdings über 60 Minuten nur auf der Spielerbank Platz. Die ersten Minuten gehörten dem Kieler Spielmacher: Elias Ellefsen á Skipagötu fing mehrfach den Ball in der eigenen Abwehr ab, startete durch und netzte unwiderstehlich ein. Wie erwartet, agierten die Gäste ohne Kreisläufer, boten vier Rückraumspieler auf. Eine taktische Maßnahme, die auf sehr langen Ballbesitz setzt. Nach einem weiteren Solo von á Skipagötu legten die Zebras nach fünf Minuten erneut vor, Kai Häfner glich aus, und nachdem Bence Imre per Siebenmeter an TVB-Schlussmann Miljan Vujovic gescheitert war, brachte Kasper Lien die Gäste erstmals in Front: 4:3. Per Doppelschlag durch Eric Johansson und Veron Nacinovic stand's wenig später 5:4 für Kiel. Holztreffer von Eric Johansson und technische Fehler sorgten dann für das 8:6 durch Lenny Rubin. Stuttgart zeigte sich, hatte bis zum 10:9 die Nase vorn.
Nach Pekelers Einwechslung und dem Jubel der Fans ging durch die Kieler Mannschaft ein Ruck. Domagoj Duvnjak vollendete per Tempogegenstoß, Harald Reinkind unterstrich seinen Torhunger mit dem fünften Treffer. Und als Filip Jicha den jungen Rasmus Ankermann ins Rennen schickte, der 18-jährige mit ein wenig Glück zum 15:14 einnetzte, wenig später selbstbewusst zum 16:14 traf, war die Halle ein wenig unter Strom gesetzt. Sie feierte wenig später die jetzt verdiente 17:15-Pausenführung, die Eric Johansson in letzter Sekunde per Freiwurf an der Stuttgarter Mauer vorbei mit raffiniertem Knickwurf erzielte. Der Schwede wurde auf dem Weg in die Kabinen von einer Jubelorgie begleitet.
Á Skipagötu, großartig bedient von Reinkind, eröffnete den Torreigen der zweiten Hälfte, per Doppelschlag durch Mengon und Rubin war Stuttgart aber schnell wieder dran. Rune Dahmke war zweimal zur Stelle, Andy Wolff, seit der 24. Minute im Kieler Tor, parierte den Siebenmeter von Kai Häfner, war aber gegen den Nachwurf von Seradilla machtlos. Wieder einmal war also das Glück den Kieler nicht hold. So robbten sich die Gäste wieder heran. Als Vujovic den Strafwurf von Lukas Zerbe in der 45. Minute unschädlich machte, Mengon zum 26:26 einnetzte, die Schiedsrichter zu Unrecht auf Stürmerfoul gegen á Skipagötu entschieden, traf Rubin auf der anderen Seite. Der Schweizer brachte seine gelben Farben in der 46. Minute erneut in Führung. 27:26! "Wir haben uns aber nicht vom Weg abbringen lassen, haben die Ruhe bewahrt", lobte Jicha später seine Mannschaft.
Reinkind tankte sich gegen die TVB-Abwehr durch, Andy Wolff parierte glänzend gegen Rubin, und wenig später traf á Skipagötus Tempogegenstoß den Gast ins Mark. 28:27 für Kiel, nun war endlich auch die Halle da: Wolff parierte gegen den frei vor ihm auftauchenden Lien. Als Eric Johansson einen Hammer unter Stuttgarts Latte zimmerte, Zerbe seinen vierten Siebenmeter eiskalt verwandelte, lagen die Zebras in der 55. Minute mit 31:28 vorn. Die Vorentscheidung? Mitnichten. Die Gäste ließen nicht locker, verkürzten durch Mengon auf 30:32, lagen nach dem folgenden Häfner-Treffer wieder in Reichweite eines Punktgewinnes. Die Zebras nahmen die Unterstützung von den Tribünen auf und fighteten zurück. Dafür wurden sie belohnt: Foul an Petter Överby, Siebenmeter Lukas Zerbe, der eiskalt verwandelt. Niggs schneller Gegentreffer brachte den Sieg nicht mehr in Gefahr: Ruhig spielten die Kieler den letzten Angriff gegen die offene Deckung der Gäste aus, Johansson spielte einen Pass auf Zerbe - die Zeit war abgelaufen. Jubel auf den Tribünen, Jubel auf dem Feld: Die ersten zwei wichtigen Heimpunkte des Weihnachts-Wahnsinns mit sechs Spielen in 16 Tagen waren unter Dach und Fach.













