HBL
Durch Energieleistung: Löwen schlagen Lemgo
Rhein-Neckar LÖwen vs. TBV Lemgo Lippe - Game Highlights
Krause
Pure Willenskraft vor über 9000 Fans: Die Rhein-Neckar Löwen haben am Freitagabend gegen den TBV Lemgo Lippe einen Sechs-Tore-Rückstand gedreht und einen emotionalen 32:30 (13:17)-Heimsieg gefeiert.
Zunächst sieht es nach einem soliden Start der Machulla-Mannschaft ins Spiel aus. Zwar geht Lemgo nach Anwurf durch eine Bude von Niels Versteijnen in Führung, doch die Gelbhemden ziehen nach – Jannik Kohlabcher netzt zum 1:1 ein. Im Anschluss gelingt den Badenern nach einem Fehlwurf von Bobby Schagen sogar der Führungswechsel. Lukas Sandell bringt das Leder zielsicher im Kasten von Constantin Möstl unter. Doch so konstant bleiben die Löwen nicht.
Warnte Maik Machulla im Vorfeld des Spiels noch vor dem langen und durchdachten Angriffsspiel der Lemgoer, sehen sich die Gelbhemden mit genau diesem immer wieder konfrontiert – meist mit dem besseren Ende für die Gäste. Im Gegensatz zum Team von Florian Kehrmann erlauben sich die Badener im Angriff eine Vielzahl von Fehlern. Über zehn Minuten warten die Löwen auf den nächsten Treffer und liegen nach 14 Spielminuten mit sechs Toren zurück – 2:8.
Die Torflaute der Badener beendet Dani Baijens, als er mit purer Willenskraft in Richtung Möstl-Tor geht und den Ball in den Maschen versenkt. Es ist der Beginn einer Aufholjagd, die langsam startet und immer mehr an Fahrt aufnimmt – vor allem dank der Tormaschine Lukas Sandell. Der Schwede erzielt in Durchgang eins fünf Buden, in der zweiten Halbzeit sollen weitere acht Tore folgen. In der 21. Spielminute haben sich die Gelbhemden wieder auf drei Treffer herangekämpft – 9:12.
Für einen Highlight-Moment sorgt wenig später David Späth. Der Keeper pariert einen Siebenmeter, bereits den zweiten im Spiel, und nimmt auch den Nachwurf der Lemgoer weg. Die Zuschauer in der SAP Arena feiern den Löwen-Schlussmann. Nach intensiven 30 Spielminuten, in denen sich das Machulla-Team zu viele Ungenauigkeiten leistet, gehen die Mannschaften mit einem 13:17-Zwischenstand in die Kabinen.
Im zweiten Durchgang wird es heiß in der Mannheimer Arena. Die Stimmung in der Halle ist zum Zerreißen gespannt. Genauso wie die Spieler auf der Platte strahlen auch die Zuschauer von den Rängen volle Energie aus. Als Einheit gehen die Löwen in die zweiten 30 Minuten – und holen direkt zwei Tore auf.
Noch im Hintertreffen arbeiten sich die Gelbhemden Tor um Tor an den Gegner heran. Nachdem sich Mathias Larson in der 40. Spielminute zum 18:20 durchtanzt, stellt Sebastian Heymann mit seinem Gegenstoßtreffer den Anschluss zum 19:20 her. Die Löwen sind back!
Obwohl der TBV den Vorsprung durch ihren besten Torschützen des Spiels, Niels Versteijnen, noch einmal auf drei Tore ausbauen kann, ist spätestens der Treffer von David Späth ins leere Möstl-Tor mit anschließender Parade die klare Kampfansage: Heute bleiben die Punkte in Mannheim!
Und die Löwen machen ernst, lassen alles auf der Platte, spielen im ungewohnten Sieben-gegen-Sechs und erarbeiten sich in der 57. Minute dank eines Baijens-Treffers das erste Mal seit dem 2:1 in den Anfangsminuten die Führung. Auf den Plätzen hält es in der SAP Arena schon längst keinen mehr. Jetzt heißt es, die Führung ins Ziel bringen – und das gelingt mit der Schlusssirene, stellt Tim Nothdurft auf den Endstand von 32:30. Mit tosendem Applaus belohnen die Fans die Mannschaft und feiern einen wahnsinnigen Kampf – eine Aufholjagd, die es in der SAP Arena so schon länger nicht mehr gab.













