HBL
Nerven behalten: Flensburg nimmt beide Punkte aus Hannover mit
TSV Hannover-Burgdorf vs. SG Flensburg-Handewitt - Game Highlights
Foto: Anderson-Jensen
Die SG Flensburg-Handewitt hat nachgelegt. Nach dem klaren 38:32 Sieg im Playoff Hinspiel der EHF European League beim dänischen Vertreter Skanderborg-Arhus, konnte die Mannschaft von Aleš Pajović nur vier Tage später die wichtige Bundesligapartie beim TSV Hannover-Burgdorf mit 35:32 (18:13) Toren für sich entscheiden. Über sechzig Minuten war es ein verdienter Sieg für die Fördestädter, die nach dem Doppelschlag zum 2:0 durch Marko Grgic und Jonannes Golla, stets in Führung lagen.
Der Start in die Partie gelang der SG. Nach sechs Minuten leuchtete ein 2:4 von der Anzeigentafel der ausverkauften Hannoveraner ZAG-Arena. Mit schnellem Handball wurden im Angriff immer wieder sehr gute Torchancen kreiert. Wäre der Schlussmann der Gastgeber, Joel Birlehm nicht so stark gewesen, die Führung zugunsten der SG wäre wohl noch klarer gewesen. In den folgenden Minuten musste das Pajovic-Team sich aber darauf beschränken, den Vorsprung zu verwalten. Nicht, dass die Angriffsleistung schwächer wurde, es lag viel mehr daran, das es drei Zeitstrafen vom Schiedsrichtergespann Marcus Hurst/Mirko Krag gab. Dies sprach aber auch für die intensive Abwehrleistung. In der Defensive setzten die Flensburger das um, was ihr Trainer ihr in der Vorbereitung mitgegeben hatte. „Fokus auf die Abwehr“. Da in der Offensive aber weiter viele Möglichkeiten kreiert wurden und die Konzentration trotz des starken Birlehm hoch war, lag die SG stets mit zwei oder drei Treffern in Front. Da auch Simon Pytlick nach überstandener Verletzung und Schonung ab Mitte der ersten Halbzeit sehr umsichtig agierte und vor Spielwitz sprühte, setzte sich der Tabellenzweite nach dem 14:12 (24.) bis zur Pause auf 18:13 ab.
In der zweiten Halbzeit mit Problemen gegen Hannovers Sieben gegen sechs
Nach dem Wechsel dauerte es eine Weile, bis beide Mannschaften den erfolgreichen Zug zum Tor fanden. Emil Jakobsen brach den Bann mit einem verwandelten Strafwurf und erhöhte vier Minuten nach Wiederbeginn zum 19:13 zugunsten der SG. Doch die Gastgeber gaben nicht auf und kämpften sich zurück in die Partie. In der 38. Minute verhinderte eine Monsterparade von Kevin Møller gegen TSV-Rechtsaußen Vilhelm Poulsen den Hannoveraner Anschluss auf drei Treffer. Statt dem 17:20 fiel im Gegenzug das 16:21 durch Simon Pytlick. Erzielten die Gastgeber danach ein Tor, antwortete die SG immer wieder über ihren überragenden Kapitän und Kreisläufer Johannes Golla. „Sportsmann, absolutes Vorbild, Athlet und einer der besten Kreisläufer der Welt“, adelte Handballikone „Kretzsche“ Stefan Kretzschmar den Kapitän der Nationalmannschaft auf dem Streamingsender Dyn. Golla war am Ende der beste Feldtorschütze der Partie mit elf Treffern. Auf dieselbe Anzahl kam der ehemalige SG-Linksaußen August Pedersen, der seit vergangenem Sommer in Diensten der TSV Hannover-Burgdorf ist. Der Norweger erzielte dabei aber auch sieben Siebenmeter. Er halt die Niedersachsen im Spiel, die auf 21:24 heran kamen (43.), In seiner anschließenden Auszeit brachte SG-Coach Aleš Pajović wieder Thilo Knutzen auf das Feld. Und wie schon am Dienstagabend in Arhus, überzeugte der Youngster im Sieben gegen sechs. Er traf zum 21:25. So hielten die Gäste die TSV Hannover-Burgdorf weiter auf drei, vier Tore Distanz. Ab der 47. Minute deckten die Gastgeber aber aggressiver und spielten im Angriff eine Sieben gegen sechs Formation. Damit bekam die SG große Probleme. So kämpften sich die „Recken“ auf zwei Treffer heran. Als Joel Birlehm beim Stand von 27:29 einen sogenannten „freien Wurf“ von Niclas Kirkeløkke parierte, schien die Partie zu kippen.
Nervenstärke im Angriff der Schlüssel zum Sieg
Doch in der Offensive blieb die SG danach ruhig und erzielte wichtige Tore. Dabei leitete Lasse Møller geschickt die Angriffe. Nach dem 28:30 durch Justus Fischer ins leere SG-Gehäuse, holten die Flensburger einen Strafwurf heraus, den Emil Jakobsen nervenstark zum 28:31 verwandelte. Nach sehr guter Verteidigung in der Abwehr kam das Pajović-Team erneut in Ballbesitz und Kirkeløkke machte es beim Abschluss besser und erhöhte zum 28:32. Wieder konnte ein erfolgreicher Hannoveraner Abschluss verhindert werden und der starke Lasse Møller sorgte knapp vier Minuten vor Spielende mit seinem sechsten Tor zum vorentscheidenden 28:33. Am Ende stand der verdiente 35:32 Auswärtssieg, weil die SG Flensburg-Handewitt im Angriff die Ruhe und Übersicht behielt.













