HBL
Ostderby endet im Remis
SC DHfK Leipzig vs. ThSV Eisenach - Game Highlights
Foto: Trotter
Punkteteilung im Ostduell der DAIKIN Handball-Bundesliga: Der SC DHfK Leipzig trennt sich in einer intensiven Partie mit 29:29 (15:13) vom ThSV Eisenach. Über weite Strecken in Führung liegend, muss Leipzig in der Schlussphase noch um den Punktgewinn bangen und verbucht damit bereits das nächste Unentschieden der Saison.
Beflügelt von seiner Vertragsverlängerung war Franz Semper von Beginn an heiß wie Frittenfett. 2:1, 3:2, 4:3 – immer wieder brachte Semper den SC DHfK in der Anfangsphase in Führung. Und dem Nationalspieler gehörten auch die Folgeminuten. Zunächst stellte der Linkshänder den 6:6-Ausgleich her, dann traf er zur 11:9-Führung und erhöhte schließlich auf 13:9. Nach 20 Minuten hatte das Leipziger Eigengewächs all seine sechs Würfe im Tor des ThSV Eisenach versenkt.
Doch dann rutschte allen DHfK-Fans das Herz in die Hose. Nachdem mit Adam Lönn, Matej Klima und William Bogojevic erneut alle drei Rückraum-Links-Spieler ausgefallen waren, blieb nun auch der Vertreter Blær Hinriksson am Boden liegen und konnte zunächst nicht weiterspielen. Für ihn kam Nachwuchshoffnung Caspar Gauer aufs Feld und machte seine Sache sehr ordentlich. Der ThSV Eisenach kam zwar etwas näher heran, und Franz Semper leistete sich in der 28. Minute seinen ersten Fehlwurf – sein Dreher landete am Pfosten –, doch Leipzig nahm immerhin eine sehr gute Zwei-Tore-Führung mit in die Pause.
Kurios: Zu allen vier Siebenmetern des SC DHfK war im ersten Durchgang ein anderer Schütze angetreten. Krzikalla, Peter und Hinriksson versenkten die Kugel, Ahmed Khairi konnte den Ball jedoch nicht im Gehäuse unterbringen. Ebenso kurios war es, dass Leipzig zur Halbzeit noch bei null Paraden stand – und dennoch verdient in Führung lag.
Die zweite Hälfte begann auf beiden Seiten etwas nervös. Inzwischen war Domenico Ebner für Tomáš Mrkva ins Leipziger Tor gekommen, der auch direkt dafür sorgte, dass die erste Leipziger Parade in den Statistiken erfasst werden konnte. 15 Minuten später waren es dann bereits sieben Paraden. Ebner wurde zu einem ganz wichtigen Faktor und legte den Grundstein dafür, dass Kapitän Lukas Binder den SC DHfK in der 45. Minute mit 20:16 in Führung warf. Der erste Sieg gegen Eisenach seit zehn Jahren war zum Greifen nah.
Eisenach antwortete mit drei Toren binnen 80 Sekunden und verkürzte rasch wieder auf minus eins. Ein Doppelschlag von Hinriksson und Piroch verschaffte Leipzig wieder etwas Luft. Doch zehn Minuten vor Spielende erkämpfte sich Eisenach den 23:23-Ausgleich. Obendrein kassierte Tomáš Piroch eine rote Karte. Domenico Ebner konnte jedoch Schlimmeres verhindern, denn er entschärfte den fälligen Siebenmeter – und die ARENA kochte über.
Nach einer Zeitstrafe für Eisenach gelang es dann Dean Bombač und Blær Hinriksson, zweimal ins leere Tor zu netzen. 29:26 für Leipzig. Dreieinhalb Minuten vor Schluss war der erste Heimsieg des Jahres so nah. Doch auch Moritz Preuss kassierte noch eine Zweiminutenstrafe, und dem SC DHfK gelang es in Unterzahl nicht mehr, die Angriffe fehlerfrei herunterzuspielen. Eisenach glich 75 Sekunden vor Ende erneut aus.
Und dann wurde ausgerechnet Acht-Tore-Mann Franz Semper zum tragischen Helden. Sein letzter Wurf wurde von Matija Špikić gehalten, sodass der ThSV Eisenach tatsächlich noch die Siegchance bekam. Immerhin konnte der SC DHfK die letzten 40 Sekunden schadlos überstehen und sich das bereits sechste Unentschieden der Saison sichern.
Für die Grün-Weißen fühlte sich das Ergebnis nach Abpfiff zwar nicht zufriedenstellend an, aber die Mannschaft und die großartigen Leipziger Fans haben heute einmal mehr gezeigt, dass gemeinsam bis zum letzten Spieltag noch einiges möglich ist – und am Ende JEDER EINZELNE PUNKT entscheidend sein kann!
Frank Carstens (Trainer SC DHfK Leipzig):
„Mit der Moral meines Teams bin ich absolut einverstanden – wie wir gegengehalten haben, wie wir die Situationen insgesamt annehmen. Blær Hinriksson hat heute gezeigt, was er für eine Hilfe für diese Mannschaft sein kann. Und Ebbo mit seinen Paraden sorgt dann in der zweiten Halbzeit dafür, dass das Spiel in einer noch schwierigeren Phase für uns eben nicht weggeht. Insofern ist jetzt wichtig, aus diesem Spiel die Lehren zu ziehen.“
Sebastian Hinze (Trainer ThSV Eisenach):
„Das ist das Spiel, das wir alle erwartet haben: mit zwei Abwehrreihen, die aufopferungsvoll kämpfen, und mit zwei Mannschaften, die den Rucksack haben. Beide Mannschaften haben über 60 Minuten eine riesige Moral gezeigt. Und ich merke auch an mir: Ich bin wirklich durch, weil das ein Spiel war, das sehr, sehr intensiv war. Das lebt dann auch von ein paar Fehlern auf beiden Seiten. Wir haben dann den letzten Ball. Den hätten wir uns natürlich alle gewünscht, aber das wäre wahrscheinlich auch nicht das ganz richtige Gefühl gewesen, wenn man das ganze Spiel zurück reflektiert. Aber im Grunde: für uns ein wichtiger Auswärtspunkt.“













