HBL
Remis im Handballkrimi in Leipzig
SC DHfK Leipzig vs. TVB Stuttgart - Game Highlights
Foto: Trotter
Der SC DHfK Leipzig und der TVB Stuttgart trennten sich nach 60-minütigem Nervenkitzel mit einem Remis. Schon zur Halbzeitpause stand ein 17:17-Unentschieden auf der Uhr und auch im zweiten Durchgang konnte sich kein Team entscheidend durchsetzen. Immerhin konnte Leipzig im Kampf um den Klassenerhalt einen Punkt verbuchen.
Mit Domenico Ebner und William Bogojevic hatte sich die Liste der Ausfälle kurzfristig um zwei weitere Krankmeldungen erweitert. So startete Spielmacher Blær Hinriksson im linken Rückraum. Nach 40 Sekunden erzielte Lucas Krzikalla die erste Leipziger Führung. Der Rechtsaußen war gemeinsam mit Nationalspieler Franz Semper der auffälligste Akteur der Anfangsphase. Viermal Krzikalla, fünfmal Semper – und so führte der SC DHfK Leipzig nach einer Viertelstunde mit 9:7.
Dann gesellten sich endlich auch weitere Torschützen hinzu. Luka Rogan erhöhte auf 10:7, Tomáš Piroch stellte auf 14:10. Die Vier-Tore-Führung der Grün-Weißen war absolut verdient und es war spürbar, dass die Jungs es unbedingt wollten. Zudem entschärfte Tomáš Mrkva einen Siebenmeter gegen Kai Häfner. Für Leipzig lief eigentlich alles nach Plan – es gab nur ein Problem: Dem TVB Stuttgart gelang es immer wieder, einen Siebenmeter herauszuholen. So netzte Häfner vom Strich zum 16:14 und 16:15.
Im letzten Angriff der ersten Hälfte ließen sich die Stuttgarter dann ganz viel Zeit und schafften es, ihren Angriff über mehr als eine Minute hinauszuzögern. Längst war Zeitspiel angezeigt, doch im allerletzten Moment brachte Lenny Rubin noch einen Wurf zustande, der unter der Latte zum 17:17-Halbzeitstand einschlug. Ärgerlich, denn gefühlt waren die Leipziger in den ersten 30 Minuten zwei oder drei Treffer besser gewesen.
Zu Beginn des zweiten Durchgangs legte Leipzig wieder vor. Franz Semper knallte zwei Bälle zur 19:17-Führung in den TVB-Kasten. Lucas Krzikalla verfehlte zwar einen Siebenmeter, doch Lukas Binder schnappte sich den Rebound und traf mit seinem 999. Bundesligator zum 21:19. Dean Bombač erhöhte auf 23:20 und heizte anschließend die Fans an, den SC DHfK weiterhin so fantastisch zu unterstützen.
Doch auch diesmal konnte der SC DHfK die Führung nicht halten. Stuttgart glich zum 23:23 aus. Nach einem Ballverlust von Ahmed Khairi gingen die Gäste erstmals in diesem Match in Führung. Und der TVB legte direkt nach: Rubin traf zum 24:26, Nigg zum 24:27. Sieben Minuten vor Ende stand der SC DHfK Leipzig mit dem Rücken zur Wand und es drohte die nächste ganz schmerzhafte Heimpleite.
Doch die Zuschauer wollten das nicht akzeptieren. Jeder einzelne der 4.793 Fans erhob sich von seinem Sitz und feuerte die DHfK-Männer bedingungslos an. Beflügelt von diesem grandiosen Support traf Bombač zum 25:27, Semper zum 26:27 und Kapitän Lukas Binder stellte mit seinem 1.000. Bundesligator den 27:27-Ausgleich her. Die ARENA kochte.
Die letzten Minuten wurden zu einer Handballschlacht mit offenem Visier. Hinriksson erzielte das 28:28, erneut Binder das 29:29. Dann rührte der SC DHfK in der Abwehr Beton an und erkämpfte sich 15 Sekunden vor Schluss noch einmal den Ball. Frank Carstens nahm umgehend eine Auszeit. Mit dem letzten Angriff hatte Leipzig tatsächlich noch die Chance, dieses hochintensive Kampfspiel mit einem Last-Second-Sieg zu beenden. Die Grün-Weißen kreierten noch einmal eine gute Wurfposition für Franz Semper, doch sein abgefälschter Wurf landete knapp neben dem Kasten.













