International
DHB-Team feiert Doppelsieg gegen Ägypten

Wolf
Gegen Afrikameister Ägypten gelang dem EM-Zweiten beim 34:33 (19:13) in Bremen auch im zweiten Duell ein Sieg. Auch wenn es am Ende knapp wurde, hat das Team von Bundestrainer Alfred Gislason Schwung aufgenommen für die Heim-WM im Januar 2027.
"Die erste Halbzeit war sehr gut", sagte Gislason bei ProSieben: "Nach der Pause verlieren wir aber etwas den Faden, haben viele Zwei-Minuten-Strafen bekommen und machen fünf, sechs technische Fehler. Da haben wir die Ägypter wieder ins Spiel reingelassen." Auch Rückraumspieler Miro Schluroff sprach Klartext: "Wir kriegen zu viele Tore, verlieren den Faden nach der Pause. Die Ägypter haben das gut gelöst, wir hatten damit einige Probleme." Insgesamt war der Tenor aber, ob bei Gislason, Schluroff, Torhüter David Späth oder Geburstagskind Lukas Mertens: In Summe verdient gewonnen.
Zum besten Torschützen avancierte Julian Köster mit sechs Treffern. Zudem riss Späth die 9458 Zuschauer in der ausverkauften ÖVB-Arena mit etlichen Paraden von den Sitzen. Die deutschen EM-Silbermedaillengewinner hatten bereits das erste Duell gegen die Afrikaner am Donnerstag in Dortmund mit 41:38 für sich entschieden.
Den Grundstein für den Sieg legte Deutschland mit einer starken ersten Halbzeit. Mit viel Tempo und einer verbesserten Defensive um Späth warfen Kapitän Johannes Golla und Co. eine komfortable Führung heraus, die nach der Pause zwar in Gefahr geriet, aber nicht aus der Hand gegeben wurde.
Spielmacher Knorr musste in der zwölften Minute vom Feld und kam trotz ausgiebiger Behandlung nur noch zu einem Kurzeinsatz. Gislason klärte später auf: Nach einem "Pferdekuss" habe man nichts mehr riskieren wollen.
Auf dem langen Weg zur Weltmeisterschaft im eigenen Land warten auf die DHB-Auswahl als nächster Gegner die Überflieger aus Dänemark. Die Spiele gegen den Olympiasieger und amtierenden Welt- und Europameister steigen am 15. und 17. Mai in Kopenhagen und Köln.
Bereits mit dem ersten Auftritt hatte sich Gislason zufrieden gezeigt - forderte für den zweiten Teil des Härtetests aber eine Steigerung in der Defensive. Das Spiel am Sonntag zeigte: Die Baustelle ist noch nicht ganz geschlossen. Zwar fehlte es auch der zweiten Partie an der letzten Intensität, doch Deutschland mühte sich redlich und legte in der Abwehr zunächst sichtbar eine Schippe drauf. Und kamen die Ägypter dann doch mal durchs DHB-Defensivbollwerk, stand da noch Späth, der mit seinen Paraden immer wieder für Begeisterung im weiten Rund sorgte. Das DHB-Team führte von der ersten Minute an. Als Knorr nach nicht mal sechs Minuten mit seinem dritten Treffer auf 6:3 stellte, herrschte in der Arena beste Feierlaune. Egal wen Gislason im ersten Abschnitt auf die Platte brachte: Es funktionierte. Fast folgerichtig erhöhte kurz vor der Pause ausgerechnet Abwehrspezialist Matthes Langhoff auf 19:13 - die erste Sechs-Tore-Führung.
"Heute läuft es echt gut, wir machen alle ein gutes Spiel und wollen genauso weitermachen", sagte Golla in der Halbzeit bei ProSieben. Aus diesem Vorhaben wurde erstmal nichts. Ägypten schloss nun konzentrierter ab und kam schnell bis auf ein Tor heran. Der in der Schlussphase für Lasse Ludwig ins Tor zurückbeorderte Späth machte am Ende aber den Unterschied.













